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Autobauer VW will Lkw-Sparte Traton bis zum Sommer an die Börse bringen

Volkswagen nimmt einen zweiten Anlauf für den Börsengang der Lkw-Holding mit den Marken MAN und Scania. Außerdem werden zwei Verkäufe wahrscheinlicher.
Update: 13.05.2019 - 21:49 Uhr Kommentieren
Der Erfolg der Nutzfahrzeug-Holding fußt weiterhin auf dem schwedischen Lkw-Bauer. Quelle: Reuters
Trucks von Scania

Der Erfolg der Nutzfahrzeug-Holding fußt weiterhin auf dem schwedischen Lkw-Bauer.

(Foto: Reuters)

WolfsburgVolkswagen will die Lkw-Sparte Traton nun doch an die Börse bringen. Der Vorstand habe einen entsprechenden Beschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrats gefasst, gab der Autobauer am Montagabend bekannt. Der Börsengang werde „vorbehaltlich der weiteren Kapitalmarktentwicklung vor der Sommerpause 2019“ angestrebt.

Eine formelle Ankündigung des Börsengangs (Intention to Float) solle zu gegebener Zeit folgen, teilte Volkswagen weiter mit. Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter.

Frank Witter, Finanzvorstand von Volkswagen, sagte: „Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir den Börsengang unverändert anstreben. Die aktuellen Markteinschätzungen haben uns ermutigt, jetzt diese Entscheidung zu treffen.“ Traton-Vorstandschef Andreas Renschler sagte: „Wir streben den Börsengang jetzt mit voller Kraft an.“ Sein Unternehmen habe gute Vorarbeit geleistet.

Außerdem wird ein Verkauf des Turbinen- und Großmotorenherstellers MAN Energy Solutions sowie der Maschinenbautochter Renk durch Volkswagen wahrscheinlicher. Der Aufsichtsrat habe den Vorstand damit beauftragt, einen Prozess zu starten, um für MAN Energy Solutions und Renk eine „zukunftsweisende, industriell sinnvolle Lösung“ zu entwickeln teilte das Unternehmen am Abend mit.

Hierbei stehe „die Eröffnung einer Zukunfts- und Wachstumsperspektive für den Maschinenbau im Konzern etwa durch ein Joint Venture, Partnerschaften oder eine teilweise oder vollständige Veräußerung im Fokus“, hieß es weiter. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass VW bereits mögliche Käufer für MAN Energy Solutions angesprochen hat.

Zudem wurde beschlossen, in konkrete Verhandlungen zu dem geplanten neuen Mehrmarken-Werk in Europa mit den verbliebenen potenziellen Standorten einzutreten. Mehrere Städte in der Türkei und in Bulgarien waren zuletzt in der engeren Auswahl.

Den Börsengang von Traton hatte VW Mitte März noch auf Eis gelegt. Als Hauptgrund für die Verschiebung nannten Finanzkreise damals die Vorstellungen von VW hinsichtlich der Preisspanne für die Aktie. Investmentbanker hatten ursprünglich gehofft, VW würde noch vor Ostern das Initial Public Offering (IPO) wagen. Es wäre der Eisbrecher am Markt für Börsengänge gewesen.

Bei Traton lief das Geschäft zuletzt gut: Der operative Gewinn war im ersten Quartal um 22 Prozent auf den Rekordwert von 470 Millionen Euro angestiegen. „Wir nehmen Fahrt auf. Traton ist gut ins Jahr gestartet“, sagte Finanzvorstand Christian Schulz.

Traton habe mit gut 57.000 Lkws und Bussen 7,4 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor – und damit so viele wie noch nie. Der Umsatz stieg von Januar bis März um sechs Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, die operative Umsatzrendite verbesserte sich damit auf 7,3 von 6,4 Prozent. Für das Gesamtjahr hat Traton 6,5 bis 7,5 Prozent angepeilt.

Der Erfolg der Nutzfahrzeug-Holding fußt weiterhin auf dem schwedischen Lkw-Bauer Scania. Er erwirtschaftete allein einen operativen Gewinn von 370 Millionen Euro, fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Das entspricht einer Rendite von elf (2018: 9,9) Prozent. Die bayerische Schwester MAN machte im ersten Quartal mit 4,7 (3,8) Prozent Rendite ebenfalls Fortschritte, hinkt aber hinter dem internen Rivalen her.
Mit Material von Reuters

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