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Autobauer wird elektrisch Volvo lässt den Verbrenner sterben

Der Autohersteller Volvo verspricht eine radikale Wende in seiner Modellpolitik. Schon in zwei Jahren soll es kein Auto mehr ohne Elektromotor geben. Die Schweden verabschieden sich damit von Benzin- und Dieselantrieben.
Update: 05.07.2017 - 11:45 Uhr 20 Kommentare

Volvo verabschiedet sich von Benzin- und Dieselmotoren

DüsseldorfDer schwedische Autohersteller Volvo nimmt Abschied vom Verbrennungsmotor und kündigt eine grundlegende Kehrtwende in der Antriebstechnik an. Volvo will Fahrzeuge mit reinem Benzin- und Dieselantrieb in wenigen Jahren komplett aus seinem Modellprogramm streichen. Von 2019 an werde jedes neue Volvo-Fahrzeug mit einem Elektromotor ausgestattet sein, kündigte der Autobauer am Mittwochmorgen in Göteborg an. Verbrennungsmotoren werde es nur noch als Zusatzaggregat geben.

Volvo spricht von einem „neuen Kapitel“ in der Geschichte des Automobils. Die Ankündigung bedeute „das Ende des ausschließlich vom Verbrennungsmotor angetriebenen Autos“, sagte Volvo-Chef Håkan Samuelsson, der in Deutschland viele Jahre Chef der Volkswagen-Lkw-Tochter MAN war. „Wir wollen gerüstet sein für die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse unserer Kunden. Demnächst können sie unter den elektrifizierten Volvo-Modellen wählen, was immer sie sich wünschen“, betonte Samuelsson.

Es sei einer der bedeutendsten Schritte, den ein Automobilhersteller im Bereich Elektrifizierung unternommen habe. Volvo reagiert damit auch auf die wachsende Konkurrenz bei Elektroautos. Der schwedische Hersteller zählt wie BMW und Daimler zu den Premiumanbietern. Zum wichtigsten Konkurrenten entwickelt sich immer stärker der US-Elektroautobauer Tesla.

Volvo stützt sich bei seiner Neuausrichtung auf die Finanzkraft seines chinesischen Mutterkonzerns Geely, zu dem die Schweden seit 2010 gehören. Mit jährlich nur gut 500.000 verkauften Autos zählt Volvo zu den kleineren Premiumanbietern.

Auch in China ist der Wechsel auf den Batterieantrieb ein zentrales Thema für alle Automobilhersteller. Das erste Elektroauto von Volvo wird auch aus einer chinesischen Fabrik kommen. Geely hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass es mit Lynk & Co. eine zweite globale Premiummarke des Konzerns geben werde. Auch bei Lynk & Co. stehen neue Elektroaggregate im Mittelpunkt des Motorenangebotes.

Volvo halte an seinem Ziel fest, bis zum Jahr 2025 insgesamt eine Million elektrifizierter Fahrzeuge verkaufen zu wollen. „Was wir sagen, meinen wir auch so. Und auf diese Weise wollen wir dieses Ziel erreichen“, betonte Samuelsson. Ähnliche Verkaufsziele haben auch andere Hersteller wie Volkswagen und Daimler angekündigt.

Was am Volvo S60 Cross Country gefällt – und was nicht
Edel in Optik und Akustik
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Auch von der hinteren Sitzreihe aus betrachtet kann das etwas betagte Design seinen Charme versprühen, Klavierlackakzenten und Zierleisten in Alu-Optik sei Dank. Was auf den Bildern nicht zu sehen ist, ist der Klang der Harman/Kardon-Lautsprecher. Mit insgesamt 650 Watt Leistung sind sie über jeden Zweifel und jedes Störgeräusch erhaben. Ohne ihre Hilfe ist das Nageln des Selbstzünders vor allem beim Kaltstart nicht zu überhören.

(Foto: Florian Hückelheim)
Die Limousine, die keinen Asphalt braucht
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Wer gerne ausgetretene Pfade verlässt, wird auf den tadellosen Allradantrieb (AWD) des S60 Cross Country nicht verzichten wollen. Den gibt es aber nur für die beiden größten Benziner- (T5) und Diesel-Motorisierungen (D4).

(Foto: Florian Hückelheim)
Ganz schön schräg, aus jeder Perspektive
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Der entscheidende Hinweis, warum dieser Schwede so eine gute Figur abseits des Asphalts macht, findet sich rechts am Heck: D4, das heißt drehmomentstarker Diesel mit bis zu 440 Newtonmeter Drehmoment. Und AWD heißt: Die Elektronik verteilt die maximal 190 PS intelligent an die Räder, wo sie gerade gebraucht werden. Dabei sieht das Gesamtpaket kein bisschen nach „Geländewagen“ aus.

(Foto: Florian Hückelheim)
Sensible Software
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Die Start-Stopp-Automatik des Feld-Schweden ist besonders eifrig bei der Sache: Sie schaltet den Motor schon ab, noch ehe der Wagen ganz steht. Was besonders umweltbewusst wirkt, macht es in der Praxis beinahe unmöglich, den Wagen vor einer roten Ampel langsam ausrollen zu lassen. Vor allem im innerstädtischen Berufsverkehr ist der Motor dann oft schneller aus als nötig.

(Foto: Florian Hückelheim)
Alles gut im Griff und im Blick
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Das griffige Lederlenkrad hat einen sehr guten individuellen Verstellbereich und zeigt zwar viele Knöpfe und Schalter, aber diese sind sinnvoll gruppiert. Auch die mitdrehenden Schaltwippen hinter dem Volant sind gut erreichbar.

(Foto: Florian Hückelheim)
Nordische Sachlichkeit
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Das Cockpit ist klar gegliedert, alles Wesentliche wird schnell erfasst. Ein Tacho, der weit über 240 hinausgeht, war allerdings in der von uns gefahrenen 190-PS-Diesel-Version eines der ganz wenigen angeberischen Elemente dieses Volvos. Offiziell ist bei 210 Stundenkilometer Schluss, ab 190 wird die Vmax-Jagd aber zum zähen Unterfangen.

(Foto: Florian Hückelheim)
Blick ins Cockpit
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Was erlebt man, wenn man auf den Startknopf drückt? Ein erschreckend lautes Motorgeräusch, solange der D4 noch kalt vor sich hin werkelt. Die Dämmung könnte besser sein. Auch gut zu erkennen: Das matte Plastik rund um den Monitor zieht dunkel schimmernde Fingerabdrücke magisch an.

(Foto: Florian Hückelheim)

Noch kann Volvo allerdings nicht vollständig auf den Verbrennungsmotor verzichten. Die Schweden verkaufen die bestehenden Modelle vorerst weiter, neue Modelle mit Benzin- oder Dieselmotor sollen aber nicht mehr entwickelt werden. Kleinere Verbrennungsmotoren sollen in den Hybridmodellen zum Einsatz kommen.

In den Jahren 2019 bis 2021 will Volvo fünf reine E-Autos auf den Markt bringen. Diese Fahrzeuge sollten ergänzt werden durch eine Reihe von Hybrid-Modellen, die per Stecker geladen werden und als Ergänzung einen Verbrennungsmotor bekommen.

Zusätzlich wird es auch Autos mit sogenanntem 48-Volt-Mildhybridsystem geben, bei denen die Batterien nicht per Kabel aufgeladen werden müssen. Volvo kalkuliert damit, dass solche Autos vor allem in den Städten nachgefragt werden, wo es nicht genügend Ladestationen gibt. Die Schweden kündigten an, dass sie damit eine der umfangreichsten elektrifizierten Modellpaletten in der gesamten Automobilbranche anbieten werden.

Fast überall in Europa drohen Diesel-Fahrverbote
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20 Kommentare zu "Autobauer wird elektrisch: Volvo lässt den Verbrenner sterben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Rainer von Horn - 05.07.2017, 15:10 Uhr

    Ein auf Autogas umgerüsteter PKW ist für mich kein "normales" Auto.

    LPG aus regenerativer Quelle? Wovon träumen Sie? Es ist doch schon prima, dass die "Gaser" das bei der Erdölförderung anfallende Bohrgas vor dem sinnlosen Abfackeln retten und mit der Buttan/Propan-Mischung ihr Fahrzeug mit einem fossilen Energieträger in Fahrt halten, der deutlich sauberer als Benzin und Diesel verbrennt.

    Außentanks bie LPG? Gibt es sowas?
    Ich fahre Autogas (LPG) kein Erdgas (CNG).

  • Als Pleitier wird man gefahren, wer die Kiste bezahlt oder welcher Antrieb ist mit wurscht.

  • @ Herr Marcel Europaeer05.07.2017, 14:34 Uhr
    "Ein "normales" Auto fahre ich schon seit 8 Jahren nicht mehr. Aktuell fahre ich Autogas."

    Was verstehen Sie unter einem "normalen Auto"? Mit hoher Wahrscheinlichkeit fahren Sie ein normales Benzin-KfZ, das auf Autogas umgerüstet ist. Kommt das Autogas aus "regenerativer Quelle"? Das will ich aber stark hoffen!

    PS: Hoffentlich haben Sie keinen Aussentank. Bitt e prüfen!

    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/wenn-der-gastank-im-auto-rostet-13702145.html

  • Elektrofahrzeuge haben - bei ca. 250 km Reichweite und mehreren Stunden Ladezeit - keine Chance auf dem Massenmarkt. Und die Rahmenbedingungen werden sich in den nächsten Jahren auch nicht ändern. Nirgendwo schlummert der Superakku in einem Entwicklungslabor (auch wenn manche Gazette diesen Eindruck gern erwecken moechte). Ich gehe davon aus, dass die Ankuendigung von Volvo nichts weiter als hohles Marketing ist. Wie man sieht, hat Volvo mit dieser unsinnigen Ankuendigung ja auch zumindest kurzzeitig Aufmerksamkeit erlangt. Letztlich wird aber Volvo genau das verkaufen, was die Kunden wollen. Sonst folgt die Pleite.

  • Das gefällt mir. Der nächste wird mindestens ein Hybrid, wahrscheinlich eher ein Elektrofahrzeug. Ein Volvo V40e wäre sicher sehr weit vorne.

    Ein "normales" Auto fahre ich schon seit 8 Jahren nicht mehr. Aktuell fahre ich Autogas.

  • ich hatte nie einen Volvo - nun ist klar, dass ich auch nie einen fahren werde......

  • Das ist ein mutiger Schritt.

    Aber er birgt ein gewaltiges Risiko. E-Fahrzeuge sind nicht per se ökologischer als Verbrenner. Außerdem werden die Möglichkeiten der Verbrennung von synthetischen Kraftstoffen mit höherem Nachhaltigkeitsfaktor nicht ausgeschöpft. Es bleibt Fakt, dass in flüssigen Kraftstoffen pro Raumeinheit erheblich mehr Energie drinsteckt, als in Akku-Blöcken.

    Leider ist es daher auch ein dummer Schritt.

  • Endlich traut sich ein Autohersteller .. Hut ab!
    BMW mit seinem 75% Diesel Anteil wird Jahrzehnte brauchen :)

  • @ H. Dorn,

    fahren Sie mit dem Fahrrad oder laufen Sie zu Ihrer Arbeitsstelle, oder fahren Sie gar ein Dienstfahrzeug?

  • es geht eigentlich ganz einfach. Elektrisch in der Stadt (eingebautes Navi schaltet automatisch um) und Verbrenner ausserhalb, der dann die Akkus auflädt. Die Autos sind superleise in der Stadt und hier wird auch am meisten Sprit verbraucht=Umwelt belastet. Natürlich müssen Arbeitgeber, Tiefgaragenbesitzer und die Stadt mitmachen und Stromtankstellen anbieten. Alle die einen reinen Verbrenner kaufen wollen, müssen dies begründen, z.B. keine Möglichkeit sicher Strom zu erhalten. Mit dieser Maßnahme sind dann auch die duobetriebenen Autos deutlich billiger.

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