Autobranche Beim Super Bowl ist die Macht mit VW - und Darth Vader

Mit seinen Rekordeinschaltquoten ist der Super Bowl das amerikanische Werbeereignis des Jahres. Jetzt sieht es so aus, als ob vor ein deutscher Autobauer bei den mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauern in diesem Jahr eine Punktlandung hingelegt hat. Und ein Kind im Kostüm des Star-Wars-Schurken Darth Vader hat das Potenzial zur Kultfigur – sehr zur Freude von VW.
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"Darth Vader" beschwört einen VW Passat. Quelle: DAPD

"Darth Vader" beschwört einen VW Passat.

HB DETROIT. Sie haben alle Register gezogen und die Konkurrenz war hart: Softdrinkriesen wie Pepsi oder Coca Cola waren genauso im Rennen wie Elektronikkonzerne wie Motorola oder Autobauer wie Chevrolet oder Volkswagen. Ein Werbespot beim Super Bowl, dem Endspiel im American Football kann mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauer erreichen – im vergangenen Jahr hatten 106,5 Millionen Amerikaner die Übertragung des Super Bowls angesehen. Vorausgesetzt: der Spot ist wirklich aufsehenerregend, um im multimedialen Werberummel rund um das Mega-Sportereignis überhaupt in den Köpfen hängen zu bleiben.

Der amerikanische Autobauer Chrysler zum Beispiel hat deswegen gleich einen Zwei-Minuten-Werbespot mit dem bekannten Rapper Eminem übertragen lassen. Dies sei der längste Spot in der Geschichte des Super Bowl, hatte Chrysler-Chef Sergio Marchionne stolz angekündigt. Der Sender Fox nimmt zwar eigentlich bis zu drei Millionen Dollar für eine 30-Sekunden-Werbung während des Duells zwischen den Green Bay Packers und den Pittsburgh Steelers. Chrysler will nach eigenen Angaben jedoch weniger als neun Millionen Dollar gezahlt haben – trotzdem eine Menge Geld.

Doch während beim Super Bowl nach Ende des Spiel ein klarer Sieger – in diesem Fall die Green Bay Packers aus dem US-Bundesstaat Wisconsin – ist das bei den Fernsehspots nicht ganz so eindeutig auszumachen.

Experten hatte Chrysler mit seinem Millionenspot bereits vorab beeindruckt. „Das wird der am meisten gesehene Zwei-Minuten-Spot in der Geschichte des Fernsehens“, hatte etwa Brad Adgate von Horizon Media gesagt. Auch Tim Clakins, Professor für Marketing an der Northwestern University, sprach von einem fast einzigartigen Vorgang. Offenbar wolle sich Chrysler deutlich von seinen Konkurrenten abheben, die während des Super Bowl ihre Spots schalteten.

Doch auch die anderen Autobauer haben in diesem Jahr eine Menge Werbemacht in die Waagschale geworfen haben. Mehr als ein Viertel der Werbezeit soll die Branche beim Super Bowl gebucht haben. Diese Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr zeugt davon, wie viel besser das Geschäftsumfeld für die Unternehmen geworden ist. General Motors hat fünf Spots zu je 30 Sekunden laufen lassen. Auch deutsche Unternehmen wie Daimler, BMW und Volkswagen waren dabei.

Vor allem Daimler hat geklotzt und nicht gekleckert: Die Stuttgarter hatten sich Tennisspielerin Serena Williams für ihren ersten Spot beim Super Bowl gesichert. Daimler wollte so in den USA vor allem die Toyota-Premiummarke Lexus angreifen - sie ist bei dem Vermarktungsspektakel rund um das Footballfinale in diesem Jahr nämlich nicht dabei. "Die Deutschen halten Lexus derzeit für besonders angreifbar, deshalb ziehen sie nun alle Register", sagte Analyst Bill Visnic vom Branchendienst Edmunds.com. Dass sie Lexus als Marktführer im Luxussegment in den USA seit elf Jahren nicht ablösen können, sei für sie ein konstantes Ärgernis, ergänzt er.

Aber geht es nach den amerikanischen Medien, Bloggern und nicht zuletzt der Anzahl der Views, die die Commercials (also die Werbespots) auf der Videoplattform Youtube gesammelt haben, dann kommt der Sieger nicht aus Stuttgart – sondern aus Wolfsburg. Mehr als 15,6 Millionen Mal ist der Werbespot von VW auf Youtube inzwischen angesehen worden. Die Geschichte von einem Kind, das verkleidet als der Star-Wars-Bösewicht Darth Vader versucht, mit Hilfe übersinnlicher Kräfte Babypuppen und Hunde zum Schweben zu bringen, hat Amerika zum Lachen gebracht – ganz besonders am Ende des Spots, als es dem kleinen Darth Vader gelingt, den Motor des VW Passats seines Vaters anzuwerfen.

Welcher Spot der beste ist? Urteilen Sie selbst, hier eine kleine Auswahl:

Volkswagen: The Force

Volkswagen: Black Beetle

Mercedes: The best or nothing.

Audi: Goodnight.

Chrysler: Imported from Detroit

Chevrolet: Transformers

BMW: Diesel

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2 Kommentare zu "Autobranche: Beim Super Bowl ist die Macht mit VW - und Darth Vader"

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  • auch wenn ich den Passat für den Amerikanischen Markt nicht besonders hübsch finde an der Spot von VW kommt keiner ran. interessant ist auch der Spot von Audi.. hab ich so vorher auch noch nicht gesehen das die Daimler direkt angreifen.

  • Viele fantastische Werbespots, aber auch viele solcher, die man wahrscheinlich nur als Amerikaner verstehen kann. Doch mit Abstand der beste ist - und war auch zu erwarten - der VW Spot. Hier war wohl die Macht mit den Werbemachern.

    Während der Mini-Darth Vader ein hervorragendes Mimikspiel abliefert - und das mit starrer Maske - allein durch Gestiken, setzt der Vater nur durch seinen blick und dem Augenbrauen heben dem Ganzen noch die Krone auf. Einer der charmantesten Webespot, den ich je gesehen habe.

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