Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Autobranche BMW kürzt Erfolgsprämie und spart beim Personal

Mit einem Sparprogramm will sich BMW für die Zukunft rüsten. Bei den Prämien wird gekürzt, für jede neue Stelle muss eine andere abgebaut werden.
Kommentieren
Auf die mehr als 70.000 deutschen BMW-Beschäftigten kommen Einsparungen zu. Quelle: Reuters
BMW-Chef Oliver Zipse

Auf die mehr als 70.000 deutschen BMW-Beschäftigten kommen Einsparungen zu.

(Foto: Reuters)

München Auf die mehr als 70.000 deutschen BMW-Beschäftigten kommen Einsparungen zu. Konzernchef Oliver Zipse und Betriebsratschef Manfred Schoch werden am Mittwoch in München auf einer Betriebsversammlung das lang erwartete Sparpaket verkünden. So soll die im Branchenvergleich großzügige Erfolgsprämie um 15 bis 20 Prozent sinken, verlautete aus Verhandlungskreisen.

Für 2018 hatten die BMW-Mitarbeiter noch 9175 Euro bekommen, rund 4000 Euro mehr als die Kollegen bei Daimler. Härter trifft es die Leiharbeiter, die erstmals seit Jahren in den deutschen BMW-Werken fast keine Verlängerung erhalten sollen. Nach einer Dekade mit kräftigen Neueinstellungen hat sich der Münchener Autobauer nun eine personelle Diät verordnet. 2019 und 2020 muss für jede neue Stelle in Zukunftsbereichen wie Elektromobilität und autonomem Fahren ein Job in der Verwaltung oder der Produktion wegfallen.

Weder Betriebsrat noch Unternehmen wollten die Einigung im Vorfeld kommentieren. Es sei hart verhandelt worden, hieß es im Lager der Beschäftigten. Das Sparpaket bei den Beschäftigten ist Teil eines zwölf Milliarden Euro schweren „Effizienzprogramms“, das bis 2022 die Rendite stabilisieren soll.

BMW ist damit ehrgeiziger als die Konkurrenz: Während Mercedes-Chef Ola Källenius die Renditeerwartungen im Autogeschäft für 2020 auf vier Prozent senken musste und sich 2022 nur sechs Prozent zutraut, peilt BMW mittelfristig weiter acht Prozent an. Zurzeit liegt der Wert bei 6,6 Prozent.

Erreichen wollen Zipse und Finanzvorstand Nicolas Peter das mit einem Mix aus Einsparungen und Wachstum. Neben Kürzungen bei Personal und Material werden Modelle und Motorenvarianten gestrichen. Doch anders als beispielsweise Audi sind die BMW-Werke deutlich besser ausgelastet. In China und den USA werden die Kapazitäten hochgefahren, auch in Ungarn baut BMW ein neues Werk.

Ganz besonderes Augenmerk legen die Münchener auf die Luxusklasse. War BMW bislang nur mit dem 7er und der Marke Rolls-Royce vertreten, so ist seit dem vergangenen Jahr die 8er-Baureihe und seit Anfang 2018 der extragroße Geländewagen X7 im Angebot. Der im US-Werk Spartanburg gebaute Riesen-SUV erfreut sich großer Beliebtheit. Konzernkreisen zu Folge soll die Produktion im kommenden Jahr auf mehr als 50.000 Stück verdoppelt werden. Insgesamt will BMW in der Luxusklasse in diesem Jahr 110.000 Autos verkaufen, 2020 sollen es dann schon 140.000 sein.

Schnellere Investitionen in E-Mobilität

Damit würde sich der Absatz im besonders renditestarken Luxussegment gegenüber 2018 verdoppeln. Mittelfristig wird BMW zudem von der Mehrheitsübernahme des China-Joint-Ventures mit Brilliance profitieren. Als erster westlicher Autokonzern darf BMW im Jahr 2022 ganze 75 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens übernehmen und die Gewinne aus dem größten Automarkt der Welt in der eigenen Bilanz entsprechend höher verbuchen.

Das ist ein Polster, das BMW brauchen wird. Der wachsende SUV-Anteil zwingt BMW zu schnelleren Investitionen in die Elektromobilität, um Strafzahlungen an die EU wegen Überschreitung der Klimavorgaben zu vermeiden. So soll ein wachsender Anteil der Neuwagen mit Hybridantrieben ausgestattet werden, die in der Herstellung aber deutlich teurer sind als konventionelle Diesel und Benziner.

Die Ankündigung von Tesla-Chef Elon Musk, ein Produktionswerk bei Berlin zu errichten, setzt BMW ebenfalls unter Druck. Mit dem „i3“ haben die Münchener zwar seit 2013 ein Elektroauto auf dem Markt, doch Tesla wildert kräftig in der BMW-Kundschaft. Mit dem jetzt eingeführten Elektro-Mini und dem in China gebauten ix3 will BMW 2020 Boden gutmachen. 2021 sollen dann mit dem i4 und dem Elektro-SUV iNext die ersten Elektroautos aus den deutschen Werken rollen.

Mehr: Audi hat einen massiven Stellenabbau beschlossen. Im Gegenzug sollen Tausende neue Jobs in Zukunftsbereichen entstehen.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Autobranche - BMW kürzt Erfolgsprämie und spart beim Personal

0 Kommentare zu "Autobranche: BMW kürzt Erfolgsprämie und spart beim Personal"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.