Autobranche Diesel-Zulassungen brechen im September um 21 Prozent ein

Der Absatz von Diesel-Fahrzeugen ist im September um 21 Prozent geschrumpft. Zuletzt hatte es vor gut acht Jahren einen ähnlichen starken Rückgang gegeben. Nur noch gut jeder dritte Neuwagen war im September ein Diesel.
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Diesel-Zulassungen brechen im September um 21 Prozent ein Quelle: dpa
Diesel-Fahrzeug

Insgesamt schrumpfte der Pkw-Absatz im vergangenen Monat um 3,3 Prozent auf gut 288.000 Fahrzeuge. Besonders schwach verkauften sich die Diesel-Fahrzeuge.

(Foto: dpa)

HamburgDer Absatz von Diesel-Autos in Deutschland ist im vergangenen Monat so stark geschrumpft wie lange nicht. Die Neuzulassungen von Selbstzündern seien im September um 21,3 Prozent eingebrochen, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt am Donnerstag mit.

Zuletzt hatte es vor gut acht Jahren einen ähnlichen starken Rückgang gegeben. Nur noch gut jeder dritte Neuwagen (36,3 Prozent) war im September ein Diesel. Dagegen legte der Verkauf von Benzinern weiter zu und kam auf einen Anteil von fast 60 Prozent. Zugleich erhöhte sich der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagen weiter.

Privatkunden machen wegen drohender Fahrverbote in Ballungsräumen schon seit einigen Monaten einen Bogen um Dieselautos und stellen sich lieber Fahrzeuge mit Benzinmotor in die Garage. Inzwischen halten sich nach Branchenangaben auch große Firmen beim Diesel zurück. Experten rechnen daher damit, dass der Dieselanteil in den nächsten Monaten weiter fallen wird.

Damit geraten die Autobauer immer stärker in Gefahr, die schärferen CO2-Ziele in einigen Jahren zu verfehlen. Denn Benziner verbrauchen mehr Treibstoff und stoßen daher mehr Kohlendioxid aus als Diesel. Der Kohlendioxid-Ausstoß steigt auch deshalb, weil immer mehr Geländewagen (SUV) verkauft werden, die mehr Sprit verbrauchen.

Die wahre Klimabilanz der Autokonzerne
Grenzwerte für CO₂ Emissionen 2021
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Die EU-Komission hat festgelegt, dass Autos, welche neu zugelassen werden, ab dem Jahr 2021 maximal 95 Gramm CO₂/km ausstoßen dürfen. Die individuellen Ziele hängen massiv vom Fahrzeugangebot der Hersteller ab. Die Unternehmensberatung PA Consulting Group hat berechnet, welche der Hersteller ihre Ziele wahrscheinlich erreichen werden und welchen Milliardenstrafen drohen.

(Quelle: PA Consulting Group)

Jaguar Land Rover
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Ein Fahrzeug der Briten darf im Jahr 2021 noch 132 Gramm CO₂/km ausstoßen. Das ist der mit Abstand höchste Wert im Herstellervergleich. Doch JLR hat große Fortschritte gemacht. Im Jahr 2011 stießen die SUVS und Sportwagen noch 206 Gramm CO₂ aus. Nach Ansicht der Berater werden die Briten darum das EU-Ziel erreichen und im Jahr 2021 im Schnitt noch 131 Gramm CO₂/km ausstoßen.

BMW
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Der deutsche Premiumprimus BMW hat für das Jahr 2021 ein Ziel von 100,3 Gramm CO₂/km. Allerdings wird BMW dieses Ziel nach der Prognose von PA Consulting verfehlen. Die Berater gehen davon voraus, dass die Autos von BMW im 2021 noch 104,7 Gramm CO₂/km ausstoßen werden. Sollte dies der Falls sein, kommen auf den Autohersteller empfindliche Strafzahlungen zu. Denn jeden Gramm über den Grenzwert kostet 95 Euro pro verkauftem Fahrzeug.

Daimler
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Für einen anderen deutschen Premiumhersteller sieht es hingegen etwas besser aus. Zwar wird Daimler das Ziel von 100,7 Gramm CO₂/km auch nicht erreichen, allerdings werden die Schwaben es „nur“ um 1,4 Gramm CO₂/km verfehlen und somit bei 102.1 Gramm CO₂/km landen. Damit hätte Daimler im Gegensatz zu BMW geringere Strafzahlungen zu leisten.

FCA (Fiat Chrysler)
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Für die Italiener liegt die Latte hoch: Mit 91,1 Gramm CO₂/km hat FCA das ambitionierteste Ziel für das Jahr 2021. Doch zuletzt lag der Flottenschnitt mit 124,7 Gramm sogar höher als im Jahr 2011, geht die Berechnung der PA Consulting Group davon aus, dass das Ziel sehr deutlich verfehlt wird. Mit einem voraussichtlichen durchschnittlichen CO₂/km Ausstoß von 101,2 Gramm würde FCA das gesetzte Ziel um 10,1 Gramm CO₂ /km verfehlen. Die Milliardenstrafe dürfte die chronisch klammen Italiener empfindlich treffen.

Volkswagen
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Auch VW wird sein Ziel laut der Berechnung verfehlen und zwar um 4 Gramm. Das Ziel der Wolfsburger liegt bei 96,3 Gramm CO₂/km. VW konnte von 2011 bis heute seinen CO₂-Ausstoß durchgehend senken. Falls die Berechnungen eintreten, müsste VW mit einer Strafe von 1,7 Milliarden Euro rechnen. Nicht umsonst treibt VW die Elektrifizierung der Flotte massiv voran.

Ford
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Der SUV-Trend beschert Ford zwar Gewinne, ließ zuletzt aber auch den CO2-Schnitt wieder steigen. Dabei soll der Autohersteller seinen durchschnittlichen CO2-Ausstoß eigentlich auf 93 Gramm senken. Dieses Ziel werden die Kölner nicht erreichen, sagen die Berater von PA Consulting. Ihrer Berechnung nach werden die Autos von Ford im Jahr 2021 im Schnitt 96,1 Gramm CO₂/km ausstoßen.

Im September kamen zwar erneut mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf die Straßen, ihr Anteil an den Gesamtzulassungen ist aber immer noch gering. Im vergangenen Monat wurden 8674 Hybridwagen mit Elektro- und Verbrennungsmotor (plus 76,4 Prozent) und 2247 rein batteriebetriebene Autos (plus 36,9 Prozent) neu zugelassen.

Der bei weitem größte Teil der Neuwagen sind weiterhin Verbrenner. Insgesamt schrumpfte der Pkw-Absatz im vergangenen Monat um 3,3 Prozent auf gut 288.000 Fahrzeuge. Dennoch rechnet der Branchenverband für das Gesamtjahr mit einem Zulassungsplus.

  • rtr
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