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Autobranche Fiat Chrysler führt Fusionsgespräche mit Opel-Mutter PSA

Die beiden Autobauer wollen einen Branchengiganten im Wert von 50 Milliarden Dollar bilden. Die Fiat-Chrysler-Aktie legte kräftig zu.
29.10.2019 Update: 30.10.2019 - 10:00 Uhr Kommentieren
Fusionsspekulationen treiben die Aktien des Konzerns. Quelle: Bloomberg
Fiat Chrysler in den USA

Fusionsspekulationen treiben die Aktien des Konzerns.

(Foto: Bloomberg)

New York Der italienisch-amerikanische Autohersteller Fiat Chrysler (FCA) und der französische Konkurrent PSA (Peugeot, Citroën, Opel) sprechen über eine Fusion. Damit startet FCA einen neuen Versuch, sich mit einem Wettbewerber zu verbünden. Als erstes hatte das „Wall Street Journal“ über den Vorgang berichtet. Die Autobauer Fiat Chrysler und PSA bestätigten die Gespräche über eine Fusion am Mittwochmorgen.

Die Absicht sei, einen weltweit führenden Konzern zu schaffen, teilten der italienisch-amerikanische Konzern und sein französischer Rivale am Mittwoch mit. Sie bestätigten damit Berichte vom Vortag, die die Aktien von Fiat Chrysler an der Wall Street bereits nach oben getrieben hatten.

Der Aktienkurs von Fiat Chrysler war nach dem Bericht um mehr als sieben Prozent nach oben geschnellt. Die Investoren begrüßen ganz offensichtlich die Möglichkeit, dass FCA doch noch einen Partner findet. Auch die Papiere von PSA gewannen am Mittwoch 8,6 Prozent und erreichen mit 27,06 Euro den höchsten Stand seit elfeinhalb Jahren.

Die Gespräche kommen fast fünf Monate, nachdem ein Fusions-Versuch von FCA und dem PSA-Rivalen Renault im Juni gescheitert war. Im Frühjahr war bekannt geworden, dass Fiat Chrysler mit dem zweiten französischen Autohersteller den Kontakt gesucht hatte.

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    Doch im Juni hat FCA die Gespräche abgebrochen, weil der französische Staat, der an Renault beteiligt ist, angeblich zu hohe Forderungen stellte. Nun könnte die Peugeot-Mutter PSA Abhilfe bringen. Im September hatte PSA-Chef Carlos Tavares entsprechenden Spekulationen noch eine Absage erteilt. Die zwei Konzerne sind Partner im Nutzfahrzeug-Geschäft.

    „Wir begrüßen die Bemühungen von FCA, die sehr nötige Konsolidierung der Branche voranzutreiben, nachdem der Renault/FCA-Deal nicht zustande gekommen ist“, schreiben die Analysten von Evercore ISI.

    Die Fusion mit PSA habe auch mehr Sinn als die mit Renault, schreiben die Analysten weiter. Dafür nennen sie vier Gründe: eine geringere Einmischung der Politik, weniger Kulturunterschiede, weil Japan nicht beteiligt ist, eine starke Führung unter Tavares und eine ähnliche Größe. Tavares habe allerdings immer klargemacht, dass er bei einer Konsolidierung nicht überbezahlen will.

    Eine Fusion bedeutet für PSA allerdings die Abkehr von der bisherigen Philosophie: die gab der Profitabilität eindeutig den Vorrang vor dem Volumen des Fahrzeugabsatzes. Mit diesem Ansatz war es Tavares gelungen, sogar einige der deutschen Premiumhersteller bei der Rendite zu überholen. 

    Für PSA bestünde der Vorteil der Fusion im Zugang zum amerikanischen Markt. Bislang sind die Franzosen dort nur mit Mobilitätsdienstleistungen vertreten. In Europa würde sich ähnlich wie im Falle Renault-FCA die Frage stellen, wo Werke geschlossen werden.

    Probleme auf Fiats Heimatmarkt

    Die aktuellen Gespräche seien noch offen, und es sei nicht sicher, ob sie zum Abschluss kommen, schreibt das „Wall Street Journal“. Eine diskutierte Möglichkeit sei ein reiner Aktientausch. Dabei sollte Tavares den fusionierten Autokonzern als CEO leiten, und der bisherige Chairman von FCA, John Elkann, würde Chairman des neuen Unternehmens. Elkann, Urenkel des Fiat-Gründers Agnelli, gilt seit Langem als Befürworter eines Zusammenschlusses.

    Fiat Chrysler hat vor allem ein Problem auf dem Heimatmarkt. Auch dem im Sommer 2018 verstorbenen Konzernchef Sergio Marchionne war es nicht gelungen, Fiat in Italien zu sanieren. Während der US-Markt vor allem mit der Marke Jeep gut läuft, sind die Fiat-Fabriken in Italien nur ungefähr zur Hälfte ausgelastet. Außerdem hinkt Fiat Chrysler bei wichtigen Zukunftstechnologien wie Elektromobilität hinterher.

    Schon Marchionne, der vor zehn Jahren Fiat und Chrysler zusammenführte, hatte sich ebenfalls nach einem weiteren Partner umgeschaut. Er war überzeugt, dass FCA allein nicht überleben kann.

    Mehr: Renault-Chef Thierry Bolloré warnt vor einer Krise in der Autoindustrie.

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