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Autobranche in Amerika Volkswagens USA-Chef Keogh: „Amerika liebt eine starke Comeback-Story“

Amerika spielt bei VWs neuer Strategie eine zentrale Rolle. USA-Chef Keogh erklärt, wie der Autobauer gegen den Konkurrenten Tesla punkten und sich als Klimafreund positionieren will.
18.02.2020 - 15:13 Uhr Kommentieren
„In der Vergangenheit waren wir oft zu langsam, um uns neuen Trends anzupassen. Das darf dieses Mal nicht passieren.“ Quelle: AP
VW-Manager Scott Keogh

„In der Vergangenheit waren wir oft zu langsam, um uns neuen Trends anzupassen. Das darf dieses Mal nicht passieren.“

(Foto: AP)

New York Scott Keogh weiß, wie man eine Marke in Szene setzt. Sechs Jahre lang war er Marketingchef von Audi in den USA, bevor er dort die Leitung der VW-Tochter übernahm und Audi zu neuen Verkaufsrekorden verhalf. Seit November 2018 ist Keogh Amerika-Chef des Mutterkonzerns und muss dem Autobauer zu einem neuen Image verhelfen.

Knapp fünf Jahre ist es her, dass der Dieselskandal in den USA seinen Anfang hatte. Fünf Jahre und 25 Milliarden Dollar Strafen später will sich Volkswagen als Klimafreund positionieren, der auf Elektroautos setzt und bis 2050 klimaneutral sein will.

Amerika spielt bei der neuen Strategie von Konzernchef Herbert Diess eine zentrale Rolle. Die Bauarbeiten zum ersten Elektroauto-Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee laufen bereits. Der erste ID. Crozz – ein kompaktes Elektro-SUV - soll dort 2022 vom Band laufen. Im Jahr zuvor soll das Modell bereits aus Zwickau importiert und auf den US-Markt gebracht werden.

„Es gibt nicht viele Wettbewerber in dem Markt“, sagt der Amerikaner Keogh im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er habe die Hoffnung, dass VW diesmal dank der neuen Technologie vorn mit dabei sein kann. „In der Vergangenheit waren wir oft zu langsam, um uns neuen Trends anzupassen. Das darf dieses Mal nicht passieren. Es ist daher eine seltene Gelegenheit für uns, aufzuholen“, ist er überzeugt.

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    800 Millionen Dollar investiert Volkswagen derzeit in das neue Elektroauto-Werk in Chattanooga, das neben der bisherigen Fabrik entsteht, in der derzeit der Passat und zwei Modelle des SUV-Modells Atlas gebaut werden.

    Keogh hofft darauf, dass die Elektroautos auch dabei helfen werden, den Imageschaden durch den Dieselskandal zu überwinden. „Amerika liebt eine starke Comeback-Story, egal ob in der Politik oder in der Wirtschaft. Und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.“

    Strafe entpuppt sich als Vorteil

    Der Dieselskandal war im Herbst 2015 in den USA aufgeflogen. Die kalifornische Umweltbehörde Carb hatte entdeckt, dass Volkswagen jahrelang eine Abschaltsoftware in seinen Dieselautos installiert hatte, die Abgaswerte bei den offiziellen Tests im Labor manipulierte.

    Betroffen waren in den USA gut 500.000 Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Porsche. Ein knappes Jahr später zahlte der Wolfsburger Konzern insgesamt gut 25 Milliarden US-Dollar Strafe für ein umfassendes Entschädigungspaket.

    Ironischerweise könnte VW ein Teil der Strafe nun bei seiner Elektrostrategie zugutekommen. Schließlich mussten die Wolfburger in den USA zwei Milliarden Dollar der Strafe in elektrische Ladestationen investieren.

    Unter dem Namen „Electrify America“ ist dafür 2017 eigens ein Unternehmen gegründet worden. Das hatte Ende 2019 nach eigenen Angaben 480 Ladestationen und weitere in der Planung. Dabei handelt es sich um ein unabhängiges Unternehmen, das seine Dienste nicht nur VW, sondern auch den Konkurrenten anbietet und für das auch VW als Kunde zahlen muss.

    Keogh ist überzeugt, dass Electrify America VW bei der Verbreitung von Elektroautos helfen wird. Dabei sieht er durchaus das Potenzial für einen Massenmarkt: „41 Prozent der potenziellen Autokäufer denken mittlerweile aktiv über ein Elektroauto nach, wie eine aktuelle Umfrage von Deloitte zeigt“ sagt er. „Das ist die stärkste Veränderung, die ich je in meiner Karriere gesehen habe. Noch vor ein paar Jahren wollte kaum jemand ein Elektroauto in Betracht ziehen.“

    Grafik

    Dabei profitiert Volkswagen auch vom Erfolg des Konkurrenten Tesla, der die batteriebetriebenen Fahrzeuge zum begehrten Statussymbol gemacht und damit auch für andere Konzerne den Weg geebnet hat. An seinem Respekt vor Tesla als erfolgreichste Marke der Elektroautos lässt Keogh keinen Zweifel. „Tesla ist eine Marke, die ich schon lange bewundere und ernst nehme“, sagt er und mahnt: „Es ist nicht garantiert, dass die großen Hersteller am Ende als Sieger im Elektrozeitalter hervorgehen.“

    Die Tesla-Aktie hatte in den vergangenen Wochen einen überraschenden Höhenflug an der Börse erlebt und ihren Wert seit Jahresbeginn zwischenzeitlich verdoppelt. In der ersten Februarwoche war Tesla mehr wert als Volkswagen, Daimler und BMW zusammen, bevor der Aktienkurs wieder einen Teil der Gewinne abgab.

    Das von Milliardär Elon Musk geführte Unternehmen hatte solide Quartalszahlen präsentiert. Der kalifornische Hersteller machte einen kleinen operativen Gewinn von 350 Millionen Dollar und versprach, künftig in aller Regel schwarze Zahlen zu schreiben.

    „Tesla hat seinen Platz als wichtiger Autohersteller zementiert“, sagt Ion Yadigaroglu von der Capricorn Investment Group, die sich auf nachhaltige Investments konzentriert und bereits seit Jahren an Tesla beteiligt ist. Er hatte 2015 gemeinsam mit Elon Musk und anderen Unternehmern gefordert, dass VW nach dem Dieselskandal dazu gezwungen werden müsste, Elektroautos in den USA zu bauen. Dazu kam es zwar nicht.

    Elektroautos sollen profitabel sein
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