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Autoexperte Peter Fuß „Das Laden muss einfacher werden“ – so haben die deutschen Tesla-Jäger eine Chance

Im Interview spricht der Autoexperte der Beratungsfirma EY über die deutschen Tesla-Herausforderer – und fordert überzeugende Konzepte für die Masse.
1 Kommentar
Peter Fuß ist Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Senior Advisory-Partner für das Automotive-Team von EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Quelle: EY
Der Experte

Peter Fuß ist Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Senior Advisory-Partner für das Automotive-Team von EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

(Foto: EY)

Herr Fuß, Mercedes und Audi stellen in den kommenden Tagen ihre Elektroautos vor, BMW folgt. Warum jetzt dieses Feuerwerk?
Mit dem Dieselskandal hat sich gezeigt: Wenn weniger Diesel verkauft werden, dann lassen sich nur mit Elektroautos die Klimaziele einhalten. Zudem ist mit Tesla ein neuer Wettbewerber im Spiel. Deshalb hat die Industrie vor zwei, drei Jahren die Schalter umgelegt, und die Ergebnisse sehen wir jetzt.

Tesla baut bereits Kompaktautos, die Deutschen erst einmal dicke Geländewagen…
Das macht schon Sinn: Das SUV-Segment ist das am schnellsten wachsende und das profitabelste. Die Deutschen wollen erst einmal Geld mit ihren Autos verdienen, das ist schon ein Unterschied zum Wettbewerb. Ein deutscher Vorstand kann nicht mit hohen Verlusten vor seine Aktionäre treten.

Was lernt man von Tesla?
Dass ein Elektroauto mit großer Reichweite beim Kunden funktioniert. Neues Interieur funktioniert auch – große Flachbildschirme zum Beispiel.

Was können die Deutschen besser?
Flexibel produzieren. Die deutschen Hersteller werden die Elektroautos in ihre bestehenden Produktionsstrukturen integrieren. Das dauert ein bisschen länger, ist aber cleverer. So lassen sich Schwankungen in der Nachfrage besser ausbalancieren, und man kann auch regional die Risiken besser verteilen. Wer in Zukunft mit starren Systemen arbeitet, der wird ein Problem bekommen.

Werden die deutschen Tesla-Jäger ein Erfolg?
Anders als bei manch früherem Modell sind das schon ernst gemeinte Angebote. Damit kann man Nischen besetzen, aber für den großen Durchbruch in der Masse reicht es noch nicht. Es fehlen noch Konzepte, die den Kunden restlos überzeugen werden.

Zum Beispiel?
Das Laden muss einfacher werden. Ein Kabel in eine Steckdose zu stecken ist für den Kunden grausam! Wer will denn schon im Anzug in der Tiefgarage mit solchen Dingen hantieren? Warum investieren die Hersteller nicht in induktives Laden? Zurzeit werden fast alle Autobahnen aufgerissen, dort könnte man Induktionsschleifen legen. Ich darf als Kunde das Laden gar nicht bemerken, das wäre echter Fortschritt.

Wird Tesla überleben?
Das wird sich bald zeigen. Bislang hat man als Newcomer praktisch ohne Konkurrenz gearbeitet, das ändert sich jetzt. Wenn die neuen Modelle der Deutschen ein Erfolg werden und Tesla es nicht schafft, profitabel zu arbeiten, dann wird es schwer.

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1 Kommentar zu "Autoexperte Peter Fuß: „Das Laden muss einfacher werden“ – so haben die deutschen Tesla-Jäger eine Chance"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Ein Kabel in eine Steckdose zu stecken ist für den Kunden grausam!"

    Hat Herr Fuß überhaupt schon mal ein Elektroauto besessen? Ein einfaches Kabel anzustöpseln ist 1) viel angenehmer als zur Tankstelle zu fahen und 2) viel effizienter, da Induktives Laden mit zu hohen Ladeverlusten verbunden ist. Gerade letzteres ist mir das nicht wert.