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Autohersteller BYD Chinas selbstbewusster Herausforderer

Es ist die erste chinesische Firma an der Weltspitze: Der Elektroboom hat den Autohersteller BYD zum Marktführer gemacht, vor Tesla. Vor wenigen Jahren deutete nicht viel darauf hin. Dann traf der Staat eine Entscheidung.
25.04.2016 - 12:13 Uhr Kommentieren
US-Pionier Tesla überholt. Quelle: AP
Präsentation eines BYD-Modells

US-Pionier Tesla überholt.

(Foto: AP)

Shenzhen Chairman Wang Chuanfu steht strahlend auf der Bühne. Rechts und links von ihm parken die neuesten SUV-Modelle „The Yuan“, benannt nach der chinesischen Yuan-Dynastie. „In 13 Jahren ist uns gelungen, wofür andere Firmen 130 Jahre gebraucht haben“, sagt der 50-Jährige. In diesem Jahr stehe BYD und damit zum ersten Mal in der Geschichte ein chinesisches Unternehmen an der Weltspitze – zumindest bei der Elektromobilität. „Darauf hat die chinesische Nation 60 Jahre lang gewartet.“

Für Gründer und Unternehmenschef Wang steht in China eine Zeitenwende an. Seit Jahren kaufen Chinesen lieber ausländische Wagen. Aber auf dem noch jungen Markt für Elektroautos ändert sich das Bild. Und BYD steht an der Spitze. 2015 setzte sich BYD weltweit vor Tesla an die Spitze der E-Auto-Firmen. Auf der am Montag in Peking beginnenden Automesse werden 147 elektrische und halbelektrische (hybride) Autos vorgestellt.

Im vergangenen Jahr löste China die USA als Leitmarkt für Elektroautos ab. 330.000 New Energy Vehicles (NEVs), also Elektro- und Hybridautos, wurden 2015 laut Branchenverband CAAM in China registriert. Das war mehr als das Dreifache im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Jahr soll sich die Zahl laut Verkehrsministerium in Peking nochmals mehr als verdoppeln. Lieferte BYD im vergangenen Jahr noch 62.000 NEVs aus, sollen es in diesem Jahr laut Firmenprognose 150.000 werden

Im südchinesischen Shenzhen stehen Dutzende Lastwagen vor dem Eingang zur BYD-Firmenzentrale, die Fahrzeuge ins Inland transportieren sollen. Die meisten der rund 180.000 Mitarbeiter sitzen hier. Weltweit hat das Unternehmen 22 Industrieparks aufgebaut. In Europa treibt die Firma ihre Geschäft mit mehr als 50 Mitarbeitern vom Büro in Rotterdam aus voran. Außerdem unterhält BYD Büros in Kopenhagen und Helsinki. Das Unternehmen war als Batteriehersteller gestartet.

Firmengründer Wang wuchs in einer armen Bauernfamilie in der Provinz Anhui auf. Er studierte Chemie und arbeitet als Forscher für die Regierung. 1995 gründete er BYD in Shenzhen und baute die Firma zum weltgrößten Produzenten von Handyakkus aus. 2008 stieg Starinvestor Warren Buffett mit Berkshire Hathaway bei BYD ein und erwarb einen Firmenanteil von neun Prozent.

Während deutsche Autobauer nur zögerlich auf Elektromobilität setzen, definieren Firmen wie BYD das Geschäft. Mercedes-Benz baut zusammen mit BYD den Elektrowagen Denza. „Ich bin davon überzeugt, dass China bei der Elektromobilität das Musterland der Welt wird“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Uni Duisburg-Essen. In Großstädten wie Peking und Schanghai würden Elektroantriebe die Verbrennungsmotoren ersetzen. „Das sehen wir heute schon bei den Elektrorollern, die in Peking oder Schanghai eigentlich fast die klassischen Zweitakter ersetzt haben“, sagt Dudenhöffer.

Subventionen treiben den Elektromarkt

Dabei deutete noch vor wenigen Jahren nicht viel auf den Erfolg von BYD hin. Als Batterieunternehmen drängte BYD in den noch jungen Markt für Elektrofahrzeuge. Aber die Entwicklung blieb weit hinter den Erwartung zurück. Doch dann erklärte die Regierung in Peking Elektromobilität zu einer strategisch wichtigen Industrie und legte ein gewaltiges Subventionsprogramm auf. E-Autos sind für China eine Zukunftstechnologie, die staatlich gestützt werden soll. Elektroantriebe sollen die Megastädte an den Küsten entlasten, in denen dichter Smog regelmäßig die Bürger im Würgegriff hält.

Vergangenes Jahr gab die Regierung mehr als 30 Milliarden Yuan (4,2 Milliarden Euro) für den Aufbau eines staatlich geförderten Netzes von Ladestationen und Kaufprämien für Fahrzeuge aus. Nicht nur die Zentralregierung, sondern auch die Provinzen und Städte machen Kunden den Autokauf schmackhaft. Kommt die Förderung von allen drei Seiten, sind bis zu 120.000 Yuan (17.000 Euro) an Zuschüssen möglich. Aber ab dem Jahr 2017 sollen die Subventionen schrittweise zurückgefahren werden, kündigte Finanzminister Lou Jiwei an. Nach 2020 sollen keine direkten Kaufprämien mehr fließen, aber dafür mehr Staatsgeld für Forschung ausgegeben werden.

Das könnte BYD jedoch gewaltige Probleme bereiten. „Subventionen treiben den Elektromarkt. Es gibt nur wenig wirkliche Nachfrage“, kritisiert Cui Dongshu, Generalsekretär des Autoverbandes CPCA. „Chinesische Marken können zwar rasant wachsende Verkaufszahlen bekanntgeben, die Qualität der Wagen ist jedoch noch nicht sehr hoch“, sagt Cui.

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