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Autohersteller In diesen Bereichen hat Volkswagen noch Rückstand auf Toyota und Tesla

Keiner liefert mehr Autos aus als VW. Doch das allein bringt den Wolfsburgern nicht viel. Denn bei genauerer Betrachtung liegen in wichtigen Kategorien andere vorne.
14.01.2020 - 17:22 Uhr Kommentieren
Der Konzern profitierte zuletzt vor allem von steigenden Verkäufen in China. Quelle: dpa
VW-Autos in Emden

Der Konzern profitierte zuletzt vor allem von steigenden Verkäufen in China.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In der Autowelt werden gern Zahlen verwendet, um zu zeigen, wer der Größte, Beste und Schnellste in der Branche ist. Volkswagen hat am Dienstag nun Zahlen vorgelegt, die nahelegen, dass der Konzern zumindest der größte Autobauer ist.

Den Wolfsburgern ist es 2019 wie im Vorjahr gelungen, die Auslieferungen zu steigern. Der Konzern lieferte mit 10,97 Millionen Autos 1,3 Prozent mehr Fahrzeuge aus als 2018. Damit behauptet sich VW gegenüber Toyota an der Spitze als größter Autohersteller der Welt. Der japanische Rivale kommt ersten Schätzungen zufolge auf 10,7 Millionen ausgelieferte Autos.

Innerhalb des Konzerns machten Porsche mit einem Plus von 9,6 Prozent und Seat mit fast elf Prozent mehr Auslieferungen den größten Sprung nach oben. Audi konnte seinen Absatz nach einem schwachen Jahr 2018 um 1,8 Prozent erhöhen.

Die hohe Zahl der Auslieferungen hat auch VW überrascht. Das Unternehmen ist noch im Herbst von stagnierenden Zahlen ausgegangen. Laut Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann sind unter anderem die steigenden SUV-Verkaufszahlen für das Plus zum Jahresende verantwortlich.

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    Besonders deutlich schlägt sich das bei der Audi-Tochter Lamborghini nieder. Von den 2019 insgesamt 8 205 ausgelieferten Fahrzeugen machte der SUV Ursus – oder auch Super-SUV, wie Lamborghini den Wagen selbst kategorisiert – knapp 5000 aus. Zum Vergleich: 2018 lieferte die italienische Sportwagenschmiede insgesamt nur etwas mehr als 5000 Fahrzeuge aus.

    VW profitierte zudem zum Jahresende von höheren Absätzen in China. Im wichtigsten Markt für VW stiegen die Verkaufszahlen um 0,6 Prozent auf 4,21 Millionen. Einen großen Sprung verzeichnete der Autobauer auch in Deutschland. Hier stiegen die Auslieferungen um mehr als sechs Prozent auf fast 1,3 Millionen Autos.

    Wo Volkswagen hinter Toyota liegt

    Doch die Lieferzahlen haben eine Schwäche: Sie sagen ziemlich wenig darüber aus, wer der „beste“ Autohersteller der Welt ist. Das sieht auch Stackmann so. Dass seine Marke ihre Verkaufszahlen gesteigert hat, ist zwar ein erfreuliches Ergebnis, stehe bei VW aber längst nicht mehr im Mittelpunkt. „Wir haben die Ertragsstärke klar in den Fokus gerückt“, betonte der Vertriebsvorstand zuletzt im Interview mit dem Handelsblatt.

    Bei der Ertragsstärke ergibt sich ein etwas anderes Bild. So liegt der operative Gewinn in den ersten drei Quartalen 2019 bei VW bei etwa 13,5 Milliarden Euro, bei Toyota sind es fast 16 Milliarden Euro. Auch bei der Marktkapitalisierung haben die Wolfsburger gegenüber den Japanern das Nachsehen. Toyota kommt auf gut 206 Milliarden Euro, VW „nur“ auf knapp 92 Milliarden Euro.

    Die Wolfsburger müssten Stefan Bratzel zufolge, Autoexperte vom Center of Automotive Management, mit ihren Innovationen Überzeugungsarbeit leisten. „VW muss die Aktionäre mit seinen Zukunftsthemen beeindrucken“, sagt Bratzel. „Nur so kann VW seinen Börsenwert steigern und sich dem von Toyota annähern.“

    Grafik

    Der Fokus auf Zukunftsthemen ist auch ein Grund, warum Teslas Marktkapitalisierung derart hoch ist, obwohl der Marktanteil im Vergleich zu VW oder Toyota marginal ist und sich in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres ein operativer Verlust von 400 Millionen Euro aufgetürmt hat. Aktuell ist Tesla 85 Milliarden Euro wert, womit der US-Hersteller etablierte Autobauer wie beispielsweise BMW oder Daimler hinter sich lässt.

    Bei VW liegen daher große Hoffnungen auf dem modularen Elektrobaukasten, kurz MEB. Mit ihm müsse Bratzel zufolge der Wolfsburger Autobauer beweisen, ob er die „Produktionshölle“, wie sie Tesla durchlaufen musste, beim Bau von Elektroautos überstehen kann.

    Davor versucht VW, mit seinen Auslieferungszahlen schon mal gute Stimmung zu verbreiten. „Zahlreiche neue Modelle im Rahmen der E-Offensive des Konzerns und gestiegenes Kundeninteresse führten zu einem Zuwachs von rund 80 Prozent auf mehr als 140.000 Fahrzeuge“, teilt VW in einem Schreiben zu den Auslieferungszahlen mit.

    Der Zuwachs ist sicherlich bedeutend. Der Vergleich mit Tesla allerdings zeigt, dass 140 000 Elektrofahrzeuge nicht wirklich viel sind. Der US-Autobauer hat im selben Zeitraum fast 370 000 E-Autos ausgeliefert.

    VW ist bei E-Autos noch unterdurchschnittlich

    Auch der Anteil der Stromer am Gesamtabsatz von VW fällt noch mager aus. Gerade einmal 1,3 Prozent aller ausgelieferten Fahrzeuge aus dem VW-Konzern werden mit Strom betankt. „Gemessen am weltweiten Marktanteil von Elektroautos ist VWs Anteil noch unterdurchschnittlich“, sagt Autoexperte Bratzel. Weltweit liege der Anteil der Elektromobilität bei etwa zwei Prozent.

    Mit dem vor Kurzem vorgestellten Elektro-VW ID. 3, von dem im Sommer die ersten Modelle an die Kunden gehen sollen, hoffen die Wolfsburger das ändern zu können. Allein von der neuen ID-Familie sollen 2020 rund 100 000 Stück produziert und verkauft werden.

    Bratzel sieht neben der Elektromobilität aber weitere Felder, in denen VW noch aufholen muss, um irgendwann in einer Liga mit Toyota mitspielen zu können. „Es sind drei Faktoren, die den Marktwert und die Profitabilität von VW erhöhen können.

    Erstens: die Elektromobilität. Zweitens: die Software. Autobetriebssysteme werden immer wichtiger, und VW muss sein eigenes Betriebssystem erfolgreicher machen als das von Android oder Tesla. Und drittens wird VW sich im Bereich der Mobilitätsdienstleistungen verbessern müssen“, sagt Bratzel.

    Bei der Elektromobilität und der Software sieht der Autoexperte Tesla derzeit noch vor VW. Denn „Tesla baut seine Autos um die Software herum, VW macht es noch umgekehrt“.

    Mehr: Im vergangenen Jahr ist der Weltautomarkt um vier Prozent geschrumpft. Die Kernmarke von VW hat Verkaufszahlen und Marktanteil trotzdem gesteigert.

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