Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Autohersteller Jaguar-Land-Rover-Chef Speth befürchtet Milliardeneinbußen nach dem Brexit

Ralf Speth, Chef des britischen Autoherstellers Jaguar Land Rover, beklagt die hohen Kosten des Brexits – und erwägt einen Investitionsstopp.
Kommentieren
Der JLR-Chef macht klare Aussagen zu den Brexit-Verhandlungen. Quelle: Bloomberg
Ralf Speth

Der JLR-Chef macht klare Aussagen zu den Brexit-Verhandlungen.

(Foto: Bloomberg)

London Deutschen wird in Großbritannien oft nachgesagt, auf geradezu unhöfliche Art und Weise Dinge direkt auszusprechen. Den Vorwurf werden einige Briten nun wohl auch Ralf Speth machen, dem deutschen Geschäftsführer von Jaguar Land Rover (JLR): Wenn die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien schlecht enden, müsse der Autohersteller möglicherweise seine geplanten Investitionen „drastisch anpassen“, hatte Speth verkündet.

Ein schlechter Brexit-Deal würde den größten britischen Autohersteller „jedes Jahr mehr als 1,2 Milliarden Pfund Gewinn kosten“. JLR und andere Unternehmen aus der Autobranche seien mit einer unvorhersehbaren Zukunft konfrontiert, wenn in den Brexit-Verhandlungen kein ungehinderter Zugang zum Europäischen Binnenmarkt vereinbart werde.

Speth reiht sich damit ein in eine ganze Riege von Unternehmen, die ihre Sorge angesichts des Brexit geäußert haben. In den vergangenen Tagen hatten bereits Airbus, BMW, Siemens gewarnt, dass sie endlich Gewissheit brauchen, worauf sie sich vorbereiten müssen.

Die Worte des gebürtigen Franken sorgen in Großbritannien auch deshalb für Aufregung, weil viele Briten die Land Rover, Range Rover und Jaguar von JLR als „Ikonen der britischen Wirtschaft“ betrachten. Die britische Premierministerin Theresa May lässt sich in einem schwarzen Jaguar über die Insel chauffieren und sogar Königin Elisabeth II sitzt ab und zu selbst hinter dem Steuer ihres Range Rover.

Speth selbst hatte immer betont, dass das „Herz, die Seele und der Firmensitz“ von JLR „immer im Vereinigten Königreich“ sein werde. JLR gehört gleichwohl zum indischen Tata-Konzern, seit acht Jahren führt ihn der 62-jährige Deutschen.

Bereits kurz nach der Brexit-Entscheidung hatte Speth erklärt, dass ihm dies schlaflose Nächte bereite, schließlich gehörten die von JLR hergestellten Autos zu den wichtigsten Luxus-Exportartikeln der Briten. Aber anfangs hatte sich der Deutsche mit dem markanten Schnauzer noch zuversichtlich gezeigt, dass der Regierung in London klar sei, wie wichtig JLR und die britische Automobilbranche insgesamt für die Wirtschaft sei.

Mehrfach war Speth seitdem persönlich zu Gesprächen bei der Premierministerin und hatte vor den Folgen des Brexit gewarnt – geholfen hat es nicht.

Dabei beschäftigt allein JLR mehr als 40.000 Menschen in Großbritannien, weitere 260.000 Arbeitsplätze in der britischen Zulieferindustrie hängen Schätzungen zufolge von dem Unternehmen ab. Erst kürzlich hatte JLR bekannt gegeben, die Produktion des Land Rover Discovery in eine Fabrik in der Slowakei zu verlagern – mit dem Brexit habe das nichts zu tun, hieß es zu diesem Zeitpunkt aber.

JLR hat laut Speth in den vergangenen fünf Jahren etwa 50 Milliarden Pfund in Großbritannien ausgegeben. In den kommenden fünf Jahren seien weitere 80 Milliarden Pfund geplant. „Dies wäre in Gefahr, sollten wir mit dem falschen Ergebnis der Verhandlungen konfrontiert werden“, warnte er nun. Zehn Millionen Pfund habe JLR schon für die Vorbereitungen auf den EU-Abschied ausgeben müssen. Da kann auch einem Franken schon mal die Geduld ausgehen.

Startseite

Mehr zu: Autohersteller - Jaguar-Land-Rover-Chef Speth befürchtet Milliardeneinbußen nach dem Brexit

0 Kommentare zu "Autohersteller: Jaguar-Land-Rover-Chef Speth befürchtet Milliardeneinbußen nach dem Brexit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.