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Autohersteller Opel lässt Hunderte Mitarbeiter zwischen Abfindung und Wechsel zu Segula wählen

Der Autobauer legt ein Programm zum freiwilligen Personalabbau neu auf. Alternativ soll eine ganze Reihe Ingenieure aber zu einem Dienstleister wechseln.
Update: 20.03.2019 - 12:50 Uhr Kommentieren
Opel und Betriebsrat einig über Segula-Deal Quelle: dpa
Opel-Beschäftigte demonstrieren im Dezember

Jeder Ingenieur kann wählen, ob er zu Segula geht oder eine Abfindung kassiert.

(Foto: dpa)

München Friedenspakt in Rüsselsheim: Die Geschäftsführung von Opel und der Betriebsrat legen ihren monatelagen Streit über die Zukunft des Entwicklungszentrums ITEZ bei. Wie der Autobauer am Mittwoch mitteilte, haben sich die Kontrahenten darauf verständig, wie die Überkapazitäten im technologischen Herzstück der Firma, indem 7000 Ingenieure an den Innovationen von morgen für die Marke mit dem Blitz tüfteln, abgebaut werden sollen. 

Demnach sollen zwar weiterhin wie geplant 2000 der 7000 Ingenieure am Stammsitz das Unternehmen verlassen. Nun haben sie allerdings die Wahl: Entweder sie wechseln wie bisher vorgesehen zu dem französischen Entwicklungsdienstleister Segula oder sie verabschieden sich über Altersteilzeit, Vorruhestand sowie Abfindungen von Opel.

Das Vorruhestands- und Altersteilzeitangebot richtet sich an die Jahrgänge bis 1963. Rein rechnerisch könnten nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen mehr als 700 Opelaner davon Gebrauch machen. Hinzu kommt vor allem für jüngere Beschäftigte die Option, eine Abfindung anzunehmen.

Segula begrüßte die Einigung: „Das ist eine positive Entwicklung. Die Blockade ist gelöst“, sagte Deutschlandchef Martin Lange dem Handelsblatt. Das französische Familienunternehmen will mit den Opel-Ingenieuren zu einem „Generalentwickler für Fahrzeuge aufsteigen“.

Der kühne Plan des Statthalters Martin Lange: Mit den hessischen Entwicklern soll der Segula-Umsatz hierzulande von avisierten 230 Millionen Euro in diesem Jahr auf 420 Millionen Euro in 2023 in die Höhe schießen.

Segula und Opel wollen an ihrer strategischen Partnerschaft festhalten, die Transaktion soll bis zum Sommer zum Abschluss kommen. Die Franzosen geben sich zuversichtlich, Hunderte Opelaner von einem Wechsel überzeugen zu können. „Wir werden im zweiten Quartal den Engineering-Campus in Rüsselsheim aus der Taufe heben“, frohlockt Lange: „Wir sind überzeugt, dass wir dafür ausreichend Kollegen gewinnen können, gut wären 1500 oder mehr“.

Sicher ist das allerdings keineswegs. Der Deal könnte noch scheitern, falls die Anzahl der wechselbereiten Opelaner zu gering ist, heißt es in Branchenkreisen. Denn Abfindungen und Vorruhestandsoptionen wurden von den Opelaner in der Vergangenheit dankbar angenommen.

Das letzte freiwillige Personalabbauprogramm hatte Opel Ende 2017 aufgelegt. Im Schnitt zahlte der Autobauer 150.000 Euro damals seinen Angestellten, um sie loszuwerden. Das angestammte Personal wurde so sukzessive hinauskomplimentiert. Rund 3.700 Mitarbeiter sagten in Summe adieu.

Nicht der erste Personalabbau

Die Folgen sind in der Bilanz nachzulesen. Demnach musste die Opel Automobile GmbH, in der das operative Geschäft des Fahrzeugherstellers in Deutschland gebündelt ist, 2017 hohe Restrukturierungsaufwendungen und Rückstellungen tragen. Für Altersteilzeit- und Vorruhestandsprogramme wurden 371 Millionen Euro fällig.

Hintergrund der jetzt erfolgten Neuauflage des freiwilligen Personalabbauprogrammes „PACE“ sowie der avisierten Partnerschaft mit Segula ist die schwierige Lage im ITEZ. Das Entwicklungszentrum wurde 2016 noch etwa zur Hälfte mit Aufträgen des ehemaligen Eigentümers General Motors (GM) ausgelastet. Laut einer internen Präsentation für Führungskräfte sind die Arbeitsauslastung von GM allerdings auf „quasi null Prozent nach 2020“. Fazit: Es besteht akuter Handlungsbedarf.

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