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Autohersteller Porsche stellt den neuen Panamera vor

Porsche wollte ursprünglich nur seine neue Sportlimousine Panamera präsentieren. Der neue Manipulationsverdacht allerdings trübt die Produktvorstellung.
26.08.2020 - 19:19 Uhr Kommentieren
Der neue Porsche Panamera nach dem „Facelift“ auf der Mitte des Modelllebenszyklus: Wegen der Corona-Pandemie konnte Porsche das Auto nur in digitaler Form präsentieren. Quelle: Porsche
Der neue Porsche Panamera

Der neue Porsche Panamera nach dem „Facelift“ auf der Mitte des Modelllebenszyklus: Wegen der Corona-Pandemie konnte Porsche das Auto nur in digitaler Form präsentieren.

(Foto: Porsche)

Düsseldorf Die Coronakrise verändert sehr viel. Wenn Autohersteller ein neues Modell präsentieren, passiert das in aller Regel mit vielen Menschen. Journalisten aus der ganzen Welt kommen zusammen, um sich das neue Auto unmittelbar anzusehen. Gäste, die sich hineinsetzen und das Lenkrad tatsächlich einmal anfassen möchten.

Beim neuen Porsche Panamera ist das anders. Vorstandschef Oliver Blume ist fast allein mit dem Auto, nur eine Moderatorin begleitet ihn. Niemand ist zur Präsentation nach Stuttgart-Zuffenhausen angereist. Stattdessen gibt es eine Übertragung im Internet über PorscheTV. Das Coronavirus zwingt dem Sportwagenhersteller die digitale Welt auf, auch bei der Vorstellung des neuen Panamera.

Immerhin: Trotz der Pandemie verkauft die Volkswagen-Tochter weiterhin ihre Autos. Das sogar recht gut. Porsche hat zwar auch Federn lassen müssen und verdient nicht mehr ganz so gut wie zu normalen Zeiten. Doch im ersten Halbjahr hat die VW-Tochter gut 1,2 Milliarden Euro verdient – so viel wie kein anderer europäischer Autohersteller.

„Es ist uns gelungen, Porsche robust durch ein sehr herausforderndes erstes Halbjahr zu steuern“, sagte Vorstandschef Blume an diesem Donnerstag bei der digitalen Panamera-Präsentation. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller habe konsequent seine Ausgaben hinterfragt und zusätzlich gespart. Außerdem habe das Unternehmen sehr darauf geachtet, dass die Liquidität gesichert sei. Eine wichtige Voraussetzung, um durch eine Krise zu kommen.

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    Trotz verschärfter Sparanstrengungen hat Porsche an seinem Modellprogramm festgehalten – und auch wie geplant den neuen Panamera präsentiert. Die aktuelle Version dieser Sportlimousine wird seit knapp vier Jahren verkauft. Jetzt, zur Mitte des Lebenszyklus, hat der Panamera sein „Facelift“, seine Produktauffrischung bekommen. Dazu gehören Veränderungen an der Frontpartie, am Heck und bei den lieferbaren Farben.

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    Keine Frage, dass der Vorstandschef das neue Auto in den höchsten Tönen lobt. „Das ist unser absoluter Alleskönner“, meinte Blume. Das Auto sei zugleich Limousine und ein typischer Porsche-Sportwagen.

    Die Stuttgarter haben am Panamera nicht nur äußerliche Veränderungen vorgenommen. Bei den Benzinern gibt es auch zusätzliche Leistung: Ein Panamera mit 630 PS ist jetzt neu im Angebot. Außerdem wird künftig ein drittes Modell als Plug-in-Hybrid verkauft. Porsche-Kunden greifen gern zu den Varianten mit doppelter Motorisierung, weil es keine Reichweitenängste wie bei einem rein batteriegetriebenen Fahrzeug gibt.

    Für den Porsche-Chef steht es außer Frage, dass die VW-Tochter ihr Angebot an elektrisch angetriebenen Modellen in den kommenden Jahren beständig ausbauen wird. „Im Jahr 2025 wollen wir die Hälfte unserer Neuwagen mit elektrifizierten Antrieben ausliefern“, versprach Blume. Das können die Plug-in-Hybride wie beim Panamera oder rein elektrisch betriebene Autos wie der neue Taycan sein, der schon seit einigen Monaten verkauft wird.

    Bis 2025 investiert Porsche 15 Milliarden Euro. Der Großteil davon geht in die Elektrifizierung und in die Digitalisierung der Autos. „Wir wollen Porsche von einem Traditionsunternehmen zu einem nachhaltigen Technologiekonzern umgestalten“, so Blume.

    Das nächste Elektroauto verspricht Porsche für das kommende Frühjahr. Dann soll der Taycan Cross Turismo bei den Händlern stehen, das erste Derivat des rein batteriebetriebenen Autos aus Stuttgart-Zuffenhausen. Das ist ein paar Monate später als ursprünglich geplant, denn eigentlich sollte der Verkaufsstart noch in diesem Jahr beginnen. Blume begründete die Verzögerung mit der Corona-Pandemie. Aus Kostengründen habe Porsche die Modellabfolge zeitlich etwas gestreckt.

    Danach folgt mit dem SUV Macan der zweite reine Stromer von Porsche. Blume sagte dazu, dass die Produktion im Leipziger Porsche-Werk derzeit umgestellt werde. Einen Zeitpunkt für den Verkaufsstart nannte der Vorstandschef nicht. Bislang war in Unternehmenskreisen immer die Rede davon, dass der neue Macan von 2022 an erhältlich sein werde. Das Auto soll es auch wie bisher in einer Variante mit Verbrennungsmotor geben.

    „Hinweise auf mögliches Fehlverhalten gefunden“

    Blume äußerte sich zuversichtlich, dass die Stuttgarter Volkswagen-Tochter trotz der Corona-Pandemie in diesem Jahr eine zweistellige operative Umsatzrendite erreichen werde. Nach sechs Monaten hatte Porsche mit 9,9 Prozent knapp darunter gelegen. „Wir geben alles, um erneut eine zweistellige Rendite zu erzielen“, sagte der Porsche-Chef. China, der wichtigste und größte Markt für die Stuttgarter, helfe dabei besonders. Die Volksrepublik hatte sich schneller als andere Länder von den Folgen der Pandemie erholt.

    Für den von Blume verbreiteten Optimismus gab es allerdings eine Einschränkung. Der Erholungsprozess, der etwa in Europa eingesetzt hat, darf nicht plötzlich durch ein neues Aufflammen der Pandemie gestoppt werden. „Hoffentlich erleben wir keine zweite Corona-Welle“, betonte der Porsche-Chef.

    Kein Thema bei der Panamera-Präsentation waren die am Wochenende bekannt gewordenen internen Untersuchungen wegen möglicher Manipulationen an Benzinmodellen des Stuttgarter Sportwagenherstellers. Auch früher verkaufte Panamera-Modelle könnten betroffen sein. Porsche hat dabei besonders Autos im Blick, die in die USA verkauft worden sind.

    Die Stuttgarter Volkswagen-Tochter arbeite die Vergangenheit konsequent auf, bis ins Jahr 2008 hinein, verlautete aus Unternehmenskreisen. „Und da haben wir ein paar Hinweise auf mögliches Fehlverhalten gefunden“, hatte es am Wochenende dazu geheißen. Porsche habe die Behörden darüber im Frühsommer „proaktiv“ informiert. Auch das Unternehmen sei daran interessiert, die schon mehrere Jahre zurückliegenden Vorgänge Schritt für Schritt aufzuklären.

    Die Aufklärung wird allerdings ihre Zeit brauchen. Einzelne Modellreihen müssen jetzt nach und nach von Porsche durchgemessen werden. Auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) kontrolliert dabei mit. „Das kann bis zum Jahresende dauern“, sagte ein Insider. Nachträgliche Änderungen an betroffenen Fahrzeugen könnten dazu geführt haben, dass die Verbrauchsangaben nicht mehr stimmen.

    Solche Vergehen werden besonders in den USA bestraft. Da die Zahl möglicher manipulierter Fahrzeuge unbekannt ist, kann Porsche auch die eventuell anstehenden finanziellen Folgen nicht abschätzen.

    Mehr: Milliardengewinn in der Coronakrise: Porsche ist Europas Ertragskönig.

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