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Autohersteller PSA und Fiat Chrysler: Wer die Gewinner und wer die Verlierer der Fusion sind

Die Führung des angestrebten neuen Autoriesen liegt klar bei den Franzosen. In Deutschland geht die Sorge um, dass Opel zu den Verlierern der Fusion zählen könnte.
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Die technologische Führung wird nach Ansicht eines französischen Analysten bei PSA liegen. Quelle: PSA Group
PSA-Produktionshalle

Die technologische Führung wird nach Ansicht eines französischen Analysten bei PSA liegen.

(Foto: PSA Group)

Paris, München, New York Seine portugiesischen Vorfahren haben im 15. Jahrhundert die internationalen Seewege geöffnet und ein Weltreich geschaffen. Carlos Tavares ist ebenfalls ehrgeizig – wenn auch in einer anderen Branche: Er strebt an die Spitze der globalen Liga der Autobauer.

Kommt der Zusammenschluss der von ihm geführten Peugeot-Citroën-DS-Opel (PSA)-Gruppe mit der italienisch-amerikanischen Fiat Chrysler (FCA) zustande, formt er den viertgrößten Hersteller der Welt, gemessen am Autoabsatz. In Europa läge das neue Unternehmen auf Rang zwei.

Seit Donnerstag ist klar: Verhandelt wird nur auf dem Papier über einen Zusammenschluss unter Gleichen. Die operative Führung soll uneingeschränkt Tavares ausüben, „anfangs für fünf Jahre“, wie es in einer gemeinsamen Erklärung heißt. Eine so lange Frist ist in der Industrie selten.

Im elfköpfigen Verwaltungsrat können die Franzosen sechs, FCA fünf Mitglieder benennen. Fiat-Erbe John Elkann soll den Vorsitz haben, PSA den Posten des Stellvertreters.

Auch die technologische Führung wird nach Ansicht eines französischen Analysten bei PSA liegen: „FCA hat bei emissionsarmen Autos nichts zu bieten, in anderen Unternehmen streiten sich die Ingenieure, hier wird einfach die PSA-Technologie zum Einsatz kommen“, sagt ein Experte, der namentlich nicht genannt werden möchte. Sollten irgendwann die US-amerikanischen Normen verschärft werden, habe PSA die Expertise, um selbst die großen SUVs und Pick-ups sauberer zu machen.

Bei den Anteilen soll auf dem Papier Gleichheit herrschen: Sowohl die Aktionäre von FCA wie auch die von PSA werden je 50 Prozent am neuen Unternehmen halten. Angemeldet wird es auf neutralem Terrain – in den Niederlanden. Künftig soll es drei operative Zentren geben: in Paris, in den USA und in Italien. FCA wird seinen Aktionären eine Sonderdividende in Höhe von 5,5 Milliarden Euro zahlen. PSA hält 46 Prozent an Faurecia – diese Aktien wird es seinen Anteilseignern übergeben.

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Am Donnerstag legte die Aktie von Fiat Chrysler weiter kräftig zu, um rund acht Prozent. Die von Peugeot S.A. dagegen stürzte um elf Prozent ab. Dahinter mag stehen, dass vor allem FCA sich glücklich schätzen darf, endlich bei einem solventen Partner mit starker Technik unterschlüpfen zu können, nachdem die beabsichtigte Allianz mit Renault nicht zustande gekommen ist.

Sieben Jahre ohne Veränderungen

Bereits festgeschrieben ist, dass die Hauptaktionäre Exor, die Holding der Agnelli-Familie, die Familie Peugeot, Dongfeng und die französische Staatsbank Bpifrance ihre Anteile mindestens drei Jahre lang halten müssen. Sieben Jahre lang sollen sich die Relationen zwischen den Großaktionären nicht verändern, wobei den Peugeots das Recht zugestanden wird, bis zu drei Prozent des Kapitals von Bpifrance oder Dongfeng zu erwerben. Das wäre eine

Ironie der Geschichte: Vor sechs Jahren konnte sich die Familie nicht auf die Teilnahme an einer Kapitalerhöhung einigen, deshalb musste die damals schwer angeschlagene PSA bei den Chinesen und beim Staat anklopfen. Der Börsenwert von PSA ist etwas höher, wohl auch deshalb wird besonders berücksichtigt, dass FCA eine starke Position nicht nur in den USA, sondern auch in Südamerika hat.

Auch das Entwicklungspotenzial von Alfa Romeo und Maserati wird mit einem nicht ausgewiesenen Wert berücksichtigt. Alfa wird gar als Premiummarke bezeichnet. Dabei gehören die Werke von Alfa und Maserati nach der Ansicht von Experten zu den Sorgenkindern von FCA, während die beiden Einheiten, in denen ein Renegade-Nachbau und der Fiat 500 sowie leichte Lieferwagen hergestellt werden, in den vergangenen Jahren bereits saniert worden seien.

Mit der Fusion werde man zu einer „smarten Konsolidierung der Branche“ beitragen, sagte der FCA-CEO Mike Manley bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Donnerstag. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns, bis wir die Fusion formalisiert haben“, sagte der Fiat-Chrysler-Mann. Aber sie sei sehr attraktiv. Ins Detail wollte er allerdings nicht gehen.

Probleme in Europa
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