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Autohersteller Sorge um das Herz von Opel

Opel ordnet sein Entwicklungszentrum neu. In Rüsselsheim wächst nun die Sorge, dass den Ingenieuren schon bald die Arbeit ausgehen könnte.
31.10.2019 - 15:36 Uhr Kommentieren
Verliert die Entwicklungsarbeit am Standort konzernintern an Bedeutung? Quelle: dpa
Opel in Rüsselsheim

Verliert die Entwicklungsarbeit am Standort konzernintern an Bedeutung?

(Foto: dpa)

München Am 16. Oktober trommelte Opel-Entwicklungschef Christian Müller seine wichtigsten Führungskräfte zu einem Managementmeeting in Rüsselsheim zusammen. Der Co-Geschäftsführer der Marke mit dem Blitz kam in seiner Präsentation schnell zur Sache.

Nach dem obligatorischen Deckblatt bekam die versammelte Direktoren- und Abteilungsleiterriege einen roten Button zu sehen, darüber konnten sie in dicken weißen Lettern „Reset“ lesen. Die unmissverständliche Botschaft: Das Internationale Technische Entwicklungszentrum (ITEZ) in Rüsselsheim braucht einen Neustart.

Das Herzstück von Opel wird einige Wochen nach der Auslagerung von Hunderten Mitarbeitern an den französischen Dienstleister Segula reorganisiert. Die etwa 4500 Ingenieure, die künftig noch an allen technologischen Raffinessen tüfteln, die ein Fahrzeug mit Blitzlogo auszeichnen, müssen sich an eine neue Organisationsstruktur gewöhnen. Denn im Mehrmarkenreich des französischen Autobauers PSA, zu dem Opel samt dem britischen Ableger Vauxhall seit Sommer 2017 gehört, soll es künftig weltweit nur noch ein Team für Forschung und Entwicklung geben.

Zwischen Peugeot, Citroën, DS und Opel sowie Vauxhall gebe es „keine Trennung“ mehr. „We are the Groupe PSA‘s R&D“, heißt es in der 29-seitigen Präsentation von Müller, die dem Handelsblatt vorliegt. In dem zusammengewürfelten Gebilde soll es pro Fachbereich einen „global Manager“ geben, also einen Verantwortlichen, mit dem sich die Abteilungsleiter aus den einzelnen Entwicklungsstandorten über Projekte und die jährliche Arbeitsauslastung abstimmen müssen.

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    Opel-Engineeringleiter Müller schwärmt zwar davon, welch große Autonomie das ITEZ künftig haben werde, faktisch zurrt PSA über die neue Struktur allerdings die Rüsselsheimer Entwicklungsmannschaft immer enger an das Hauptquartier in Rueil-Malmaison nahe Paris. Im ITEZ geht nun die Sorge um, es könnte früher oder später abermals ein Stellenabbau anstehen.

    Wesentliche Entwicklungen kommen aus Frankreich

    Gerade im Pkw-Bereich gebe es in Rüsselsheim nur noch eine „sehr eingeschränkte Entwicklungsaktivität“, sagt eine Führungskraft. Die Opel-Ingenieure sind meist lediglich für das sogenannte „Reskin“ verantwortlich. Das heißt: Die Fahrzeugplattform und in der Regel das erste Modell darauf („Launcher“) kommt von PSA. Das zweite Modell ist dann eine Anpassung des ersten. So teilt sich der elektrische Peugeot 208 bereits viel Technik mit dem E-Corsa von Opel.

    Fusion von PSA und Fiat Chrysler angekündigt

    Das ITEZ hat zwar im PSA-Konzern die Gesamtverantwortung für die leichten Nutzfahrzeuge bekommen, entwickelt alle Opel-Modelle, eine Motorenfamilie und betreibt 15 Kompetenzzentren, doch viele Mitarbeiter fürchten, für sie bleibt am Ende dennoch zu wenig Arbeit.

    „Die vorgelegten Pläne werden nicht für eine Auslastung des ITEZ in der bestehenden Größe ausreichen“, heißt es in Unternehmenskreisen. Ein Firmensprecher widerspricht: „Wir haben das Rüsselsheimer Entwicklungszentrum nachhaltig wettbewerbsfähig aufgestellt und lasten es mit den umfangreichen Aufgaben für Opel sowie die gesamte Groupe PSA umfassend aus.“ Zudem seien alle Beschäftigten bis 2023 gegen Kündigungen geschützt.

    Klar ist: Die avisierte Fusion von PSA und Fiat Chrysler (FCA) würde den Druck auf das ITEZ zusätzlich erhöhen. Schließlich hat PSA schon heute fast 19.000 Entwickler in seinen Reihen, von FCA kämen weitere 18.000 hinzu.

    Der Entwicklungsaufwand dürfte aber nicht im selben Umfang ansteigen. „Zwei und zwei ist bei einem Merger nicht vier, sondern vielleicht zweieinhalb“, heißt es in Opel-Konzernkreisen. Gilt es, Doppelstrukturen abzubauen, könnte schnell das ITEZ in den Fokus geraten. Es ist schließlich der größte Entwicklungsstandort von PSA.

    Mehr: Peugeot und Fiat Chrysler wollen einen neuen Giganten formen. Anleger jubeln, die Aktien heben ab. Für die PSA-Tochter Opel wäre der Zusammenschluss hingegen der „GAU“.

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