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Autohersteller Volkswagen kappt seine Prognose für das laufende Jahr

Die Krise wirkt sich auf die Geschäfte des Autobauers und seiner Tochter Audi aus. Ihre Ziele für 2020 werden sie nicht mehr erreichen. Die Gewinnwarnung hat auch Folgen für Porsche.
16.04.2020 Update: 16.04.2020 - 15:23 Uhr Kommentieren
Wegen der Coronakrise muss Europas größter Autobauer eine Gewinnwarnung herausgeben. Quelle: dpa
VW

Wegen der Coronakrise muss Europas größter Autobauer eine Gewinnwarnung herausgeben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie massive Einbußen bei seinen Verkaufszahlen hinnehmen müssen und nimmt deshalb seine Jahresprognose komplett zurück. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Coronakrise erwartet der VW-Vorstand nicht mehr, dass die ursprünglichen Planziele für das Jahr 2020 erreicht werden können, teilte der Wolfsburger Autohersteller am Donnerstag mit.

Zu Jahresbeginn war Volkswagen noch davon ausgegangen, dass 2020 etwa elf Millionen Fahrzeuge verkauft werden – genauso viele wie im Vorjahr. Beim Umsatz (2019: knapp 253 Milliarden Euro) hatte der VW-Konzern vor der Coronakrise mit einem Wachstum von bis zu vier Prozent kalkuliert. Die operative Umsatzrendite sollte wie im Jahr 2019 in einem Intervall zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Die Jahresziele gelten nun nicht mehr. Wegen der aktuellen Verwerfungen sieht sich Volkswagen auch nicht in der Lage, eine neue Prognose abzugeben.

Im ersten Quartal ist der Konzernumsatz nach ersten vorläufigen Zahlen von 60 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 55 Milliarden Euro zurückgegangen. Das operative Ergebnis fiel auch wegen der Turbulenzen bei Rohstoffpreisen und auf den Kapitalmärkten auf 0,9 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte es noch bei 3,9 Milliarden Euro gelegen. Die operative Rendite ist im ersten Quartal auf 1,6 Prozent gefallen. Die genauen Quartalszahlen will VW am 29. April veröffentlichen.

Im zweiten Quartal dürften sich die Verkaufszahlen noch einmal deutlich verschlechtern, weil sich die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Europa und in Nordamerika dann noch stärker in der Bilanz des Wolfsburger Autokonzerns niederschlagen werden. Im April könnten die Verkaufszahlen etwa in Deutschland um bis zu 80 Prozent eingebrochen sein, schätzt Stefan Bratzel, Automobilprofessor am Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach.

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    Bei Volkswagen hat die Sicherung von liquiden Mitteln höchste Priorität. Im Automobilbereich lag die Netto-Liquidität zu Jahresbeginn noch bei 21,3 Milliarden Euro. Daraus sind aufgrund der Coronakrise im ersten Quartal 17,8 Milliarden Euro geworden. Vorstandschef Herbert Diess hatte im März gesagt, dass im Konzern in jeder Woche zwei Milliarden Euro an Fixkosten anfielen, denen ein deutlich reduzierter Einnahmestrom gegenüberstehe.

    Einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag dürfte der Konzern inzwischen durch das deutsche Kurzarbeiter-Geld und vergleichbare Lohnersatzleistungen in anderen Staaten einsparen. In den USA hat Volkswagen seine Beschäftigten im Werk Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) inzwischen ohne jede Bezahlung nach Hause geschickt.

    Von der nächsten Woche an will Volkswagen seine Produktion in Deutschland und Europa langsam wieder anlaufen lassen. Wegen verschiedener zusätzlicher Schutzmaßnahmen gegen eine mögliche Corona-Infektion der eigenen Mitarbeiter und wegen des Nachfrageeinbruchs ist in den meisten Werken zunächst nur ein Ein-Schicht-Betrieb geplant.

    In den Folgewochen sollen die Fertigungszahlen dann wieder langsam gesteigert werden. In den Fabriken außerhalb Europas will Volkswagen die Produktion im Laufe des Mai wieder aufnehmen.

    Auch Audi und Porsche kassieren ihre Prognosen

    Volkswagen ist die wesentliche Beteiligung der börsennotierten Stuttgarter Familienholding Porsche SE, in der die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch ihre VW-Anteile gebündelt haben. Nach Volkswagen musste deshalb auch die Holding ihre Jahresprognose für 2020 komplett streichen.

    Die Porsche SE hatte für 2020 bislang mit einem Konzernergebnis nach Steuern zwischen 3,5 Milliarden Euro und 4,5 Milliarden Euro gerechnet. Auch die VW-Konzerntochter Audi musste ihre Jahresprognose streichen.

    Der Verband der Automobilindustrie (VDA) stellt sich wegen der Corona-Pandemie auf eine schwere Rezession in Deutschland und Europa ein. Die Interessenvertretung der wichtigsten Industriebranche in der Bundesrepublik kalkuliert inzwischen damit, dass die Pkw-Nachfrage in Deutschland in diesem Jahr um 20 Prozent einbrechen wird. Nach rund 3,6 Millionen verkaufter Pkw im vergangenen Jahr wären das 2020 weniger als 2,9 Millionen.

    Doch diese Prognose unterstellt schnelle Veränderungen. „Dies setzt voraus, dass sich ab Mai eine Besserung einstellt“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Zu Optimismus bestehe derzeit kein Anlass, die gesamtwirtschaftliche Lage sei nicht nur in Deutschland schwierig. Der VDA hält deshalb staatliche Stützungsmaßnahmen für unverzichtbar.

    „Was konkret nötig ist, können wir erst nach der Öffnung der Autohäuser abschätzen“, betonte Müller. Dann müsse schnell entschieden werden. Im Herbst sei es dafür zu spät. Vorbild könnte etwa die Verschrottungsprämie sein, mit der die Fahrzeugnachfrage nach der Finanzkrise vor zehn Jahren angekurbelt worden war.

    Mehr: „Festfahren im Lockdown wäre fatal“ – So sehen Unternehmer die Corona-Beschlüsse.

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