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Autohersteller Volkswagen und Microsoft kooperieren bei Mobilitätsdiensten

Der Autohersteller will zu einem führenden Anbieter von Elektroautos und neuen Mobilitätsdiensten werden. Die Zusammenarbeit mit Microsoft soll den Weg dazu ebnen.
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VW und Microsoft kooperieren bei Mobilitätsdiensten Quelle: Reuters
Volkswagen

Der Konzern will beim Thema New Mobility mit Microsoft kooperieren.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfEine Cloud ist für Smartphone-Nutzer etwas völlig Selbstverständliches. Daten, Bilder, Videos – alles kann über das Handy irgendwo in der Cloud, einem Speicherplatz im Internet, abgelegt werden. Durch immer mehr Software werden Autos wiederum immer mehr zu rollenden Computern. Deshalb stellt sich auch für die Autohersteller die Frage: Wohin mit allen Daten für die Fahrzeuge?

Die Autobranche hat dabei zwei Möglichkeiten: Sie kann selbst eine Cloud aufbauen und für die entsprechende Server-Architektur sorgen. Oder ein Autohersteller sucht sich einen etablierten Partner aus der IT-Branche, bei dem es die Cloud samt Servern bereits gibt. Mit einem Partner lassen sich auch gemeinsame Dienste und Angebote für die Autofahrer entwickeln.

Volkswagen hat sich an diesem Freitag für die Option der Partnerschaft entschieden. Der Wolfsburger Autohersteller will seine „Automotive Cloud“ zusammen mit Microsoft, dem weltgrößten Softwarekonzern, bauen. Für diese strategische Partnerschaft gab der Aufsichtsrat des Wolfsburger Unternehmens am Freitag grünes Licht.

Ziel sei es, digitale Dienste aus dem Autobereich und Mobilitätsangebote künftig über eine Cloud anzubieten, die die Azure-Technologie von Microsoft nutzt, wie Volkswagen mitteilte. Azure ist die eigene Cloud-Plattform von Microsoft und seit 2010 verfügbar.

Der VW-Konzern ist der erste größere Partner von Microsoft aus der Autobranche. Erst am Montag war eine ähnliche Kooperation des US-Softwareriesen mit dem Energiekonzern Eon bekanntgeworden. Der Aufbau einer Cloud ist auch für die Energiebranche ein wichtiges Thema.

Voraussichtlich von 2020 an sollen jährlich mehr als fünf Millionen neue Fahrzeuge der Marke VW voll vernetzt auf den Markt kommen und damit Teil des „Internets der Dinge“ („IdD“) werden, über das Daten sicher ausgetauscht werden können.

Aus dem Volkswagen-Konzern startet zunächst die Kernmarke VW die Kooperation mit Microsoft. Funktioniert diese Zusammenarbeit, könnte sie auch auf den gesamten Konzern ausgeweitet werden. „Es wäre sehr logisch, die Cloud-Technologie dann auch auf die anderen Volumenmarken zu übertragen“, sagte ein Konzernsprecher in Wolfsburg.

Die Kooperation zwischen Volkswagen und Microsoft konzentriert sich zudem vor allem auf die neue Generation von Elektroautos, die Anfang 2020 auf den Markt kommen werden. Diese Fahrzeuge basieren auf dem „Modularen Elektrifizierungsbaukasten“ („MEB“) von VW.

Dieses Baukastensystem für Elektroautos ermöglicht nicht nur den Elektroantrieb, sondern auch die Digitalisierung und eine spätere Automatisierung des Fahrens. In diesen Fahrzeugen ist es viel einfacher, den neuen Zugang zur Cloud auf Microsoft-Basis zu installieren.

Aber auch die Fahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor bekommen die Verbindung zur Cloud, versicherte der Wolfsburger Konzern. Die Produktion der E-Autos wird zwar nach und nach hochgefahren. Doch in den kommenden Jahren werden Autos mit Benzin- und Dieselmotor weiterhin das Wolfsburger Modellportfolio dominieren.

„Die strategische Partnerschaft mit Microsoft ist der Turbo für unsere digitale Transformation“, sagte Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen. VW und der US-Konzern würden die automobile Zukunft neu gestalten. „Gemeinsam werden wir das Fahrerlebnis für Menschen auf der ganzen Welt neu definieren“, ergänzte Microsoft-CEO Satya Nadella. Volkswagen setzte auf digitale Technologien, um das eigene Geschäft zu transformieren und innovative vernetzte Dienste in die Autos seiner Kunden zu bringen.

Finanzielle Details zu der Kooperationsvereinbarung wollen weder Volkswagen noch Microsoft nennen. Der VW-Konzern hatte im August Investitionen von 3,5 Milliarden Euro bis 2025 in die Digitalisierung seiner Fahrzeuge angekündigt. Die Autos sollen zum digitalen Endgerät auf Rädern werden. So sollen die Kunden neue Services der konzernweiten Plattform „Volkswagen We“ nutzen.

Mit den geplanten digitalen Diensten will der Wolfsburger Konzern in einigen Jahren Umsätze in Milliardenhöhe erzielen. Software-Updates „over the air“, wie sie bei Smartphones schon lange üblich sind, sollen dann auch in der Autobranche zum Standard werden. Den Autokunden bliebe dadurch so manche lästige Fahrt in die Werkstatt erspart.

Volkswagen will im Rahmen dieser Kooperation auch die Server von Microsoft für seine „Automotive Cloud“ nutzen. Der Autokonzern spart damit erst einmal Geld, weil keine eigenen Rechnerkapazitäten in Wolfsburg aufgebaut werden müssen und nur die Nutzung von Microsoft-Rechnern bezahlt werden muss.

Das passt in die Strategie von Konzernchef Diess, der die Investitionen und die hohe Kapitalbindung bei VW zurückfahren will. Volkswagen versicherte, dass alle Daten im Besitz der Kunden blieben, auch wenn Microsoft als Kooperationspartner dazwischengeschaltet werde.

Im Rahmen der Partnerschaft mit Microsoft will Volkswagen in der Nähe des Firmensitzes des US-Konzerns zudem ein neues Entwicklungszentrum für die „Automotive Cloud“ aufbauen. 300 Ingenieure werden dort in der ersten Ausbaustufe arbeiten.

Alle Autohersteller treiben derzeit den Umbau zu Mobilitätsanbietern voran, um gegen Konkurrenten wie Google aus den USA oder Alibaba aus China zu bestehen. Teilweise arbeiten die Autohersteller aber auch schon mit Internetgiganten zusammen – wie jetzt eben auch Volkswagen.

2019 geht's los – VW startet eigenes Carsharing „Volkswagen We“

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