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Autohersteller VW-Konzern erzielt Auslieferungsrekord – und bleibt die Nummer eins in der Welt

2018 hat der Autokonzern trotz des WLTP-Debakels mehr Fahrzeuge verkauft als je zuvor und hält den japanischen Rivalen Toyota weit auf Abstand.
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Die Zentrale des Autokonzerns im niedersächsischen Wolfsburg. Quelle: dpa
Volkswagen

Die Zentrale des Autokonzerns im niedersächsischen Wolfsburg.

(Foto: dpa)

DüsseldorfTrotz aller Probleme mit Dieselmotoren und den neuen Zulassungsvorschriften nach WLTP hat Volkswagen im vergangenen Jahr einen Verkaufsrekord aufgestellt – und kann damit auch seine Position als weltgrößter Automobilhersteller ein weiteres Mal verteidigen.

2018 hat der Wolfsburger Konzern mit seinen zwölf Marken – vom Pkw bis zum schweren Lastwagen – weltweit 10,83 Millionen Fahrzeuge absetzen können. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein leichtes Plus von knapp einem Prozent. Seit 2016 ist VW weltgrößer Autohersteller.

Volkswagen betont regelmäßig, dass der Titel der Nummer eins in der Welt für das Unternehmen keine besonders große Bedeutung besitze, auch jetzt wieder. „Das Erreichen neuer Volumen-Höchstmarken ist für uns nicht mehr das Maß aller Dinge“, sagte Volkswagen-Vertriebschef Christian Dahlheim am Freitag bei der Präsentation der Auslieferungszahlen für 2018. Trotzdem herrscht auch in Wolfsburg insgeheim große Freude darüber, dass der Konzern den Titel als weltgrößten Autohersteller verteidigt hat.

Volkswagen hat damit ein weiteres Mal seinen Dauerrivalen Toyota hinter sich gelassen. Der japanische Autokonzern hatte Mitte Dezember eine Hochrechnung für das eigene Verkaufsergebnis des Jahres 2018 vorgelegt. Danach hat Toyota im vergangenen Jahr rund 10,55 Millionen Fahrzeuge absetzen können. Selbst wenn Toyota in der zweiten Dezember-Hälfte unerwartet viele Autos verkauft haben sollte, ist der Abstand zu Volkswagen zu groß, um doch noch zur Nummer eins aufzusteigen. Über die Feiertage werden traditionell wenige Autos abgesetzt.

Für den ersten Platz von Volkswagen gilt allerdings eine Einschränkung. Würde die Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi als eigenständiger Konzern gezählt, würde der Wolfsburger Konzern einen weiteren ernsthaften Konkurrenten für den Spitzenrang bekommen. Mit der Aufnahme von Mitsubishi Motors in die Allianz hatte sich das französisch-japanische Bündnis im Jahr 2017 in die Spitzengruppe der weltgrößten Autohersteller katapultiert. Zur Jahresmitte von 2018 lag die Dreier-Gruppe sogar leicht vor Volkswagen.

Marken wie Licht und Schatten

Renault, Nissan und Mitsubishi sind untereinander aber nur gegenseitige Beteiligungen eingegangen, sie bilden keinen einheitlichen und vollkonsolidierten Konzern. Deshalb werden die drei Unternehmen nicht als ein einzelner Hersteller gewertet – und der VW-Konzern bleibt auf jeden Fall vorn. Nach der Festnahme seines CEO Carlos Ghosn im November vergangenen Jahres wegen Betrugsverdachts ist das Bündnis zudem in eine schwere Krise geraten.

Branchenbeobachter stellen vermehrt die Frage, ob die Allianz auf Dauer überhaupt überleben kann. Im vergangenen Jahr hatte die Dreier-Gruppe etwa 100.000 weniger als der VW-Konzern absetzen können. Die genauen Verkaufszahlen für das vergangene Jahr werden von dem Dreier-Bündnis voraussichtlich Ende Januar veröffentlicht.

Innerhalb des Volkswagen-Konzerns wechseln sich Licht und Schatten deutlich ab. Am schwächsten hat im vergangenen Jahr die Ingolstädter Premiumtochter Audi abgeschnitten. Die Audi-Absatzzahlen sind 2018 um etwa 3,5 Prozent auf 1,81 Millionen Fahrzeuge gefallen. Negativ ist auch das Verkaufsergebnis der britischen Luxusmarke Bentley: 10.500 abgesetzte Fahrzeuge bedeuten ein Minus von etwa fünf Prozent.

Größere Zuwächse verzeichneten im vergangenen Jahr die Pkw-Marken Seat, Skoda und Porsche. Bei den Lastwagen ging es besonders für die Tochter MAN kräftig nach oben, die ihre Absatzzahlen um fast 20 Prozent auf rund 137.000 Fahrzeuge steigern konnte. Die Marke VW, der volumenstärkste Bereich innerhalb des Konzerns, hat wie im Jahr 2017 rund 6,24 Millionen Autos verkaufen können.

Regional hat der Wolfsburger Konzern von der konjunkturellen Erholung in Russland und in Brasilien profitieren können. Damit wurde die rückläufige Verkaufsentwicklung etwa in Nordamerika und in Deutschland ausgeglichen.

China ist mit rund 4,2 Millionen verkauften Autos der wichtigste Markt für den gesamten Konzern. Volkswagen hat dort 2018 in etwa wieder die Zahlen des vorangegangenen Jahres erreicht. Seit der Mitte des vergangenen Jahres sind die Verkaufszahlen in China jedoch deutlich zurückgegangen. Auslöser ist der Handelskonflikt mit den USA, der zu einer Verunsicherung der Kunden in der Volksrepublik geführt hatte.

Dieselskandal verliert bei Verkaufszahlen an Bedeutung

In Europa hatte der VW-Konzern seit September große Probleme mit der neuen Abgasnorm WLTP – es gab zu wenige Autos in der Gruppe, die die neuen Vorgaben erfüllt hatten. Der Konzern hatte sich nicht rechtzeitig auf die neuen WLTP-Standards vorbereitet. VW musste zeitweise tausende Autos etwa auf Flughäfen zwischenparken, weil nicht alle Modelle und Varianten die nötige Zertifizierung hatten. Die Marke Volkswagen hat die Folgen inzwischen weitgehend überstanden. Audi hatte die größten Probleme – die Folgen werden auch im neuen Jahr noch spürbar sein. Die WLTP-Probleme erklären auch das insgesamt schwache Verkaufsergebnis von Audi im vergangenen Jahr.

Die Folgen des Dieselskandals haben für Volkswagen im vergangenen Jahr weiter an Bedeutung verloren. In Nordamerika und in China verkauft der Konzern keine Diesel. In Europa – dem weltweit wichtigsten Dieselmarkt – ist die Bedeutung dieser Antriebsart weiter zurückgegangen. Der Anteil der Dieselfahrzeuge bei den Pkw-Neuzulassungen liegt nur noch bei etwa einem Drittel. Einzelne VW-Konzernmarken wie etwa Porsche haben den Verkauf von Dieselmodellen komplett eingestellt.

Das gerade begonnene Jahr wird für Volkswagen nicht unbedingt einfach. „Im Jahr 2019 wird der Gegenwind für unser Geschäft angesichts der geopolitisch volatilen Entwicklungen nicht schwächer“, warnte Vertriebschef Christian Dahlheim. Der VW-Konzern meint damit den Handelskonflikt zwischen China und den USA sowie den Brexit, das bevorstehende Ausscheiden Großbritanniens aus der EU.

„Wenngleich die Handelskonflikte auch im laufenden Jahr 2019 noch zunehmen können, rechnen wir für den chinesischen Automobilmarkt nicht mit einem zweiten Jahr mit rückläufigen Absatzzahlen“, kommentiert Frank Schwope, Automobilanalyst bei der NordLB in Hannover, die Verkaufsergebnisse von Volkswagen.

In China beispielsweise könnte der Staat die Verkaufszahlen mit Steuererleichterungen für Autos ankurbeln. In der Summe sollte es deshalb für den VW-Konzern auch im neuen Jahr weiter nach oben gehen. Für das gesamte Jahr 2019 rechnet Schwope mit rund elf Millionen Fahrzeug-Auslieferungen des Wolfsburger Autokonzerns.

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2 Kommentare zu "Autohersteller: VW-Konzern erzielt Auslieferungsrekord – und bleibt die Nummer eins in der Welt"

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  • Bravo VW, bravo deutsche Automobilindustrie. Obwohl man Euch mehr Steine in den Weg legt als erträglich, schafft Ihr es weiter gut zu bestehen.
    Resch von der DUH und Straff vom Bundesumweltamt halten irrsinnige NOx Werte, die von amerikanischen Studien und Lungenarzt - Professoren widerlegt wurden, für extrem wichtig. @ Herr Frank Krebs: Ziel der beiden ist es wohl tatsächlich zu zerstören, denn die Studien und die Meinung von Experten müssten den beiden bekannt sein. Dazu gaben aber beide bisher keine Kommentare, sie ignorieren einfach die Fakten!

  • Das ist schon lustig, die Deutsche Umwelthilfe tut alles um die Deutsche Automobilindustrie zu zerstören. Und was macht sie? Verkauft einfach weiter Autos, und mehr als je zuvor. Frechheit. Wir können in Deutschland stolz sein auf so robuste Unternehmen.