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Autoindustrie BMW-Vorstand Markus Duesmann soll neuer Audi-Chef werden

Der BMW-Manager soll bei Audi nach Handelsblatt-Informationen Vorstandschef werden. Eine Vertragsklausel könnte die Personalie jedoch verzögern.
Update: 24.07.2018 - 08:48 Uhr Kommentieren

Soll BMW-Vorstand Duesmann nun die Diesel-Krise beenden?

FrankfurtDer Autobauer Volkswagen ist bei der Suche nach einem neuen Vorstandschef für die Premiummarke Audi fündig geworden. Markus Duesmann, bislang Einkaufsvorstand bei BMW, soll den Posten schnellstmöglich übernehmen, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen.

VW bestätigte am Dienstag per Pressemitteilung, dass der BMW-Manager in den Vorstand geholt werden soll. Die offizielle Ernennung Duesmanns zum Audi-Chef steht dagegen noch aus.

Duesmann ist der zweite Topmanager, den die Wolfsburger bei dem bayerischen Konkurrenten abwerben. Mitte 2015 war bereits Herbert Diess in den VW-Vorstand gewechselt. Seit dem Rückzug von Matthias Müller ist er Vorstandsvorsitzender, er dürfte hinter der Berufung von Duesmann stehen.

Der Posten an der Spitze von Audi ist vakant geworden, nachdem Rupert Stadler in Untersuchungshaft genommen wurde. Die Staatsanwaltschaft München wirft dem langjährigen Audi-Chef vor, dass er die Aufarbeitung des Abgasskandals behindert haben soll. Stadler weist die Vorwürfe zurück.

Schon zu Beginn von Stadlers Untersuchungshaft hieß es in Konzernkreisen, dass seine Rückkehr auf den Chefposten bei Audi ausgeschlossen sei. Vorübergehend wurde Vertriebsvorstand Bram Schot mit der Leitung der VW-Tochter betraut. Eine Dauerlösung sollte er aber nicht werden. Es ist jedoch gut denkbar, dass er den Vorstandsvorsitz einige Monate behalten wird.

BWM hat zwar am Montagabend den Abgang von Duesmann aus „persönlichen Gründen“ verkündet. Sein Ziel nannte der Konzern aber nicht. Aus gutem Grund: Duesmann hat wie andere Topmanager eine Wettbewerbsklausel in seinem Vertrag. Frühestens in einem halben Jahr, eher aber später könnte er bei Audi anfangen, heißt es in Konzernkreisen.

Die Hoffnung ruhe natürlich darauf, dass ihn BMW schneller aus seinem Vertrag lasse und er möglichst bald bei Audi anfangen könne. Bei VW war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Auf Duesmann wartet bei Audi eine anspruchsvolle Aufgabe. Das Unternehmen ist beim Absatz hinter BMW und Mercedes zurückgefallen. Diese Schwäche und die laufende Aufarbeitung der Abgasaffäre haben die VW-Tochter fest im Griff.

Duesmann war im Jahr 2007 von Daimler zu BMW gewechselt. Bevor er den Einkauf übernahm, war er in der Motorentwicklung tätig.

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