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Autoindustrie Chipmangel belastet Produktion von Opel-Mutterkonzern Stellantis

Stellantis verbuchte im ersten Quartal ein starkes Umsatzplus. Doch der weltweite Chipmangel trifft nun auch die Produktion des Autoherstellers.
05.05.2021 - 10:26 Uhr Kommentieren
Die Gruppe ist durch die Fusion von Fiat Chrysler mit der französischen PSA entstanden. Quelle: Reuters
Stellantis Marken

Die Gruppe ist durch die Fusion von Fiat Chrysler mit der französischen PSA entstanden.

(Foto: Reuters)

Mailand Der Opel-Mutterkonzern Stellantis bekommt den globalen Chipmangel in der Autoindustrie zu spüren. Im ersten Quartal seien dadurch rund 190.000 Autos weniger produziert worden als geplant, erklärte der weltweit viertgrößte Autobauer am Mittwoch. Das habe die Absatzerholung im Vergleich zu dem von der Coronakrise geprägten Vorjahresquartal gebremst, sodass die Auslieferungen um elf Prozent auf 1,57 Millionen Fahrzeuge zulegten. Der Absatz von Opel/Vauxhall lag nach Daten des europäischen Autoverbandes ACEA von Januar bis März auf dem Vorjahresniveau mit gut 106.000 Fahrzeugen.

Stellantis, aus der Fusion des italienisch-amerikanischen Herstellers Fiat Chrysler mit der französischen PSA-Gruppe hervorgegangen, rechnet damit, dass der Engpass bei Halbleitern die Produktion im laufenden Quartal noch stärker beeinträchtigen werde als in den ersten drei Monaten.

Erst in der zweiten Jahreshälfte rechnet der Vorstand mit einer Entspannung. „Wir erwarten eine Verbesserung im zweiten Halbjahr, aber es wäre naiv zu glauben, das wird einfach verschwinden“, erklärte Finanzchef Richard Palmer. Die Folgen wären wahrscheinlich auch im kommenden Jahr noch zu spüren.

Weltweit leidet die Autoindustrie seit Ende letzten Jahres unter einem Engpass an Computerchips. Die Chip-Hersteller hatten aufgrund der hohen Nachfrage nach Kommunikations- und Unterhaltungselektronik vorrangig diese Branche bedient, während die Autoindustrie wegen Absatzproblemen in der Coronakrise vorübergehend die Abrufe reduziert und dann zum Teil zu spät neu bestellt hatte.

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    Audi, Ford und Daimler ebenfalls von Chipmangel betroffen

    Teilweise mussten Unternehmen die Produktion einzelner Modelle stoppen wie beispielsweise Audi, Volkswagen, Ford oder Daimler. Daimler drosselte Mitte April massiv die Produktion in zwei seiner größten Werke in Deutschland. In Bremen und Rastatt schickte der Dax-Konzern Tausende Beschäftigte in Kurzarbeit – die vermutlich bis zum 11. Mai verlängert wird. Zuletzt hatte Ford die Produktion in den Werken Köln und Saarlouis heruntergefahren. Bei Stellantis sind acht von 44 Montagewerken betroffen.

    Der Umsatz von Stellantis mit seinen 14 Marken stieg pro forma im ersten Quartal um 14 Prozent auf 37 Milliarden Euro. Der Konzern bekräftigte das Gewinnziel für das Gesamtjahr einer bereinigten operativen Marge von 5,5 bis 7,5 Prozent, ergänzte jedoch, es sei nur begrenzt absehbar, wie sich der Chipmangel auf das Jahresergebnis auswirken werde.

    Die weltweit größten Chiphersteller- und Auftragsfertiger sind mit den Produktionskapazitäten ebenfalls an ihre Grenzen gestoßen. Der taiwanesische Halbleiter-Riese TSMC sagte die Auslastung liege bei über 100 Prozent und hat nicht genügend Kapazitäten, um die Nachfrage aller Kunden zu bedienen. Der Hersteller will in den nächsten drei Jahren 100 Milliarden Dollar investieren, um zu expandieren. Trotzdem könne die Knappheit noch bis in das nächste Jahr anhalten.

    Mehr: Von Ford bis Apple: Chipmangel trifft immer mehr Konzerne weltweit

    • rtr
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