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Autoindustrie Elektro-Porsche Taycan knackt im Corona-Jahr die 20.000er-Marke

Die Auslieferungen des Sportwagenbauers gingen 2020 nur leicht zurück. Dem starken Einbruch in Deutschland und den USA steht Wachstum in Asien gegenüber.
12.01.2021 Update: 12.01.2021 - 16:59 Uhr Kommentieren
Das erste rein elektrische Modell des Sportwagenbauers hat das Absatzziel für 2020 erreicht. Quelle: AP
Porsche Taycan

Das erste rein elektrische Modell des Sportwagenbauers hat das Absatzziel für 2020 erreicht.

(Foto: AP)

Stuttgart Luxusautos laufen auch in Corona-Zeiten. Der Taycan, das über 100.000 Euro teure erste reine Elektroauto von Porsche, schaffte im vergangenen Jahr die angepeilte Absatzmarke mit 20.015 Einheiten zwar nur denkbar knapp, wie die VW-Tochter am Dienstag mitteilte.

Aber angesichts des sechswöchigen Produktionsstopps im Frühjahr, als mitten im Anlauf die Bänder wegen der Pandemie stillstanden, zeigte sich Vertriebschef Detlev von Platen zufrieden: „Die Coronakrise hat uns seit dem Frühjahr 2020 stark gefordert, dennoch konnten wir die Auslieferungen im Gesamtjahr vergleichsweise stabil halten“, sagte der Manager.

Die Volkswagen-Tochter lieferte trotz eines Absatzeinbruchs in Deutschland im vergangenen Jahr weltweit 272.162 Fahrzeuge aus und damit nur drei Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Zum Halbjahr hatte das Absatzminus noch bei zwölf Prozent gelegen. Nach neun Monaten war es bereits auf fünf Prozent zusammengeschrumpft.

Porsche schneidet damit im Corona-Jahr deutlich besser ab als die Konkurrenz. Gemeinsam ist aber der gesamten deutschen Autoindustrie, dass es in der zweiten Jahreshälfte vor allem durch die Nachfrage aus China deutliche Zeichen der Erholung gab.

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    Die Kehrseite: Die Autobauer werden immer abhängiger von dem Land. Porsche steigerte in seinem größten Einzelmarkt den Absatz im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf knapp 90.000. Im Reich der Mitte ist der große Geländewagen Cayenne nach wie vor stark gefragt.

    Die Zuffenhausener wollen nun die positive Entwicklung der zweiten Jahreshälfte 2020 fortschreiben. „Wir setzen unsere Produktoffensive weiter fort“, sagte Detlev von Platen. Optimistisch stimmen den Manager unter anderem neue Ableger des Taycan. „In der Pandemie geht Premium besser als Masse“, betont Analyst Frank Schwope von der NordLB. Er verwies auf die teils deutlich höheren Absatzeinbußen von Volumenherstellern.

    Grafik

    So hat das Corona-Krisenjahr bei den Verkäufen von Porsches deutlich größerer Schwestermarke Volkswagen tiefe Spuren hinterlassen. Insgesamt gingen die Auslieferungen der Kernmarke verglichen mit 2019 um 15,1 Prozent zurück, teilte das Unternehmen in Wolfsburg mit.

    Weltweit brachte die Marke VW Pkw im abgelaufenen Jahr rund 5,3 Millionen Wagen an die Kunden – fast eine Million weniger als noch im Vorjahr. Besonders Westeuropa schnitt dabei spürbar schlechter ab, hier betrug das Minus knapp ein Viertel. In China ging der Absatz um zehn Prozent zurück.

    Wie bei anderen Autoherstellern hellte der positive Trend bei den Verkäufen von Elektro- und Hybridautos das Bild jedoch etwas auf. So meldete VW für die Kernmarke 2020 eine Steigerung der Auslieferungen rein batteriebetriebener Modelle auf fast das dreifache Niveau des Vorjahres. Bei Elektroautos insgesamt – also auch solchen mit Plug-in-Hybridantrieben – lag das Plus bei 158 Prozent. Plug-in-Hybride müssen sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, eine Mogelpackung zu sein, weil es keine Kontrolle gibt, ob die Besitzer den Elektroantrieb überhaupt benutzen.

    Die Porsche-Schwestermarke Audi hat im vergangenen Jahr die Belastungen durch die Coronakrise auch mit einem Rekord im Schlussquartal nicht mehr wettmachen können. Im Gesamtjahr lieferten die Ingolstädter weltweit gut 1,69 Millionen Autos aus. Dabei konnte die Premiumtochter von Volkswagen in ihrem wie bei Porsche wichtigsten Einzelmarkt China um rund fünf Prozent zulegen. Die Rückgänge in Europa und den USA überwogen aber.

    Audi bleibt Nummer drei unter Premiumanbietern

    Ein Lichtblick ist für das Unternehmen die Entwicklung im vierten Quartal – erstmals überhaupt habe Audi hier in einem Dreimonatszeitraum mehr als eine halbe Million Autos ausgeliefert. Mit den Verkaufszahlen bleibt Audi 2020 hinter Mercedes-Benz und der Marke BMW die Nummer drei der deutschen Premiumanbieter.

    BMW verkaufte 2020 weltweit mit gut 2,3 Millionen Autos 8,4 Prozent weniger als im Vorjahr, nachdem der Konzern im Dezember noch einen Rückgang um etwa zehn Prozent befürchtet hatte. Im vierten Quartal stand sogar ein Absatzplus von 3,2 Prozent bei den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce zu Buche, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

    Damit schnitten die Münchener im Schlussquartal besser ab als ihr Stuttgarter Rivale Daimler, dessen Absatz in der Pkw-Sparte im gleichen Zeitraum um 1,8 Prozent schrumpfte. Auch bei den Bayern steigt die Abhängigkeit von China: Insgesamt verkaufte BMW im vergangenen Jahr in China gut 777.000 Autos, 7,4 Prozent mehr. Damit schlugen die Bayern dort fast jedes dritte ihrer Fahrzeuge los. Daimler steigerte sich dort um fast zwölf Prozent auf rund 774.000 Fahrzeuge.

    Doch das chinesische Idyll für die deutschen Autobauer ist bedroht: US-Konkurrent Tesla will dort sein Model Y zum Preis von umgerechnet 43.000 Euro auf den Markt bringen. Das Elektroauto ist damit zehn Prozent billiger als vergleichbare Verbrennermodelle von Audi, BMW und Daimler. Deutsche Elektromodelle sind, sofern überhaupt vorhanden, noch deutlich teurer.

    Mehr: Porsche hält die Renditeziele hoch.

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