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Autoindustrie Honda und Hitachi schaffen neues Schwergewicht der Zuliefererbranche

Die beiden japanischen Konzerne legen vier ihrer Autozulieferer zusammen. Die Branche wird bisher von deutschen Unternehmen dominiert.
30.10.2019 Update: 30.10.2019 - 10:46 Uhr Kommentieren
Sollte der Zusammenschluss über die Bühne gehen, würde ein Autozulieferer mit einem Umsatz von 17 Milliarden Dollar entstehen. Quelle: AFP
Honda-Werk in China

Sollte der Zusammenschluss über die Bühne gehen, würde ein Autozulieferer mit einem Umsatz von 17 Milliarden Dollar entstehen.

(Foto: AFP)

Tokio Der japanische Autohersteller Honda und der Mischkonzern Hitachi wollen vier ihrer Autozulieferer zusammenlegen. Das neue Unternehmen käme auf einen Jahresumsatz von 14 Milliarden Euro. Laut der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“ würde das für Platz 13 auf der globalen Rangliste der Zulieferer reichen.

Hitachi, dessen Produktportfolio von Atomkrafttechnik über Computersysteme bis zu Zügen reicht, soll bei dem Unternehmen mit einem Aktienanteil von 66,6 Prozent die industrielle Führung übernehmen. Honda wird mit Keihin, Showa und Nissin zuerst drei Zulieferer vollständig übernehmen und dann in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Allerdings begnügt sich der Autobauer mit einem Drittel der Anteile.

Der Wettbewerb verstärke sich in Bereichen wie Elektrifizierung, autonomes Fahren und vernetzte Fahrzeuge, die der Kern der künftigen Autoindustrie sein würden, erklärten die Unternehmen. Die Zulieferer müssten daher „ihre Produktlinien erweitern und durch die Kombination mit Software umfassende Lösungen anbieten.“ So wollen Honda und Hitachi gegenüber den Marktführern wie Bosch und der japanischen Denso mitspielen.

Das neue Unternehmen soll sich auf elektrische Antriebe und autonome Fahrsysteme, aber auch Motorräder konzentrieren, bei denen Hondas Zulieferer ihre Stärke haben. Honda ist einer der größten Motorradhersteller der Welt.

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    Keihin bringt dabei Antriebe mit, Showa seine Federungs- und Steuerungssysteme, Nissin Bremsen und Hitachi Automotive Systems seine Antriebe sowie Chassis- und Sicherheitssysteme. Darüber hinaus steuert Hitachi die Datenplattform Lumada bei.

    Damit schließen sich auch Hitachi und Honda der neuesten Konsolidierungswelle an, die derzeit die Strukturen bei Autobauern und ihren Zulieferern durcheinanderwirbelt. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass Fiat Chrysler nach geplatzten Fusionsgesprächen mit Renault nun mit dem französischen Rivalen PSA über einen Zusammenschluss verhandelt.

    In Deutschland wiederum kündigte der Zulieferer Continental kürzlich an, seine Antriebssparte Vitesco abzuspalten. Stattdessen will sich der Dax-Konzern stärker auf die Ära elektrischer, vollvernetzter und autonom fahrender Autos konzentrieren.

    Doch auch in Japan verschieben sich die Gewichte: Zuerst schloss sich 2016 der Kleinwagenhersteller Mitsubishi Motors der Renault-Nissan-Allianz an. Toyota wächst ebenfalls weiter: Inzwischen hat der Konzern seine Tochter Daihatsu vollständig übernommen und hält Minderheitsbeteiligungen an Subaru, Mazda, Yamaha und seit Kurzem auch Suzuki.

    Zudem prescht Toyota bei der Neuordnung seiner Hauszulieferer voran. Seit Jahren verschieben Toyota und selbst Riesen wie Denso und Aisin Seiki ganze Geschäftsbereiche, um sie bei einem Unternehmen zu bündeln. Damit will Toyota dafür sorgen, dass seine Zulieferer in allen Bereichen groß genug sind, um im globalen Wettbewerb auch außerhalb der Toyota-Gruppe auf Kundenfang zu gehen.

    Hoher Handlungsdruck

    Honda selbst ging auch Bündnisse ein. So kooperiert das Unternehmen mit Hitachi beim autonomen Fahren und mit der japanischen Mobilnetztochter des Technikinvestors Softbank bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz für die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Aber im harten Geschäft drohte Honda bei der Jagd nach globaler Massenproduktion ins Hintertreffen zu geraten.

    Dabei ist der Handlungsdruck eigentlich hoch. Denn Hondas Absatz war 2018 mit 5,3 Millionen Autos nur halb so groß wie der Toyotas oder der Nissan-Renault-Mitsubishi-Allianz. Zudem geht es unter Japans drei großen Autokonzernen nur Toyota gut. Honda und Nissan schwächeln im Autogeschäft.

    Im ersten Quartal des seit April laufenden japanischen Bilanzjahres lag die operative Umsatzrendite nur bei 4,4 Prozent, 0,9 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Im Quartal zuvor bilanzierte Honda im Autogeschäft sogar einen Verlust. Aber die hohen Gewinnmargen in Hondas Finanz- und besonders der Motorradsparte schönten das Bild. Nur sanken die Gewinnspannen auch dort.

    Hitachis Autogeschäft glänzt ebenfalls weniger, als es sich die Firmenlenker erhofft haben. Das Unternehmen versucht seit Langem, sein Firmengeflecht auszudünnen und sich auf Wachstumssparten zu konzentrieren. Autoteile gehörten dabei seit den 1930er-Jahren zum breiten Produktportfolio des Konzerns. Daher wurde die Autosparte als neuer Hoffnungsträger ins Rennen geschickt.

    Durch den Kauf von Clarion, einem japanischen Hersteller von Navigationssystemen, versuchte Hitachi, seinen eigenen Kurs in der Autoindustrie zu finden. Aber dieses Abenteuer endete als Irrweg. 2018 verkaufte Hitachi seine Anteile an den französischen Zulieferer Faurecia, damit sich Hitachi Automotive Systems beispielsweise besser auf elektrische Antriebe konzentrieren kann.

    Seit 2017 entwickelt der Konzern Elektromotoren mit Honda, der sie in seiner Elektroautooffensive einsetzen will. Aber das Duo weiß, dass der eigene Absatz nicht ausreichen wird, um den gemeinsamen Antrieben im Weltmarkt eine Zukunft zu sichern. Denn der größte Hersteller von Elektromotoren außerhalb des Autogeschäfts, der japanische Konzern Nidec, ist in die Mobilitätssparte eingestiegen. Und er will mit seinen hohen Mengen und hohem Entwicklungstempo nun auch dort die Weltmarktführerschaft übernehmen.

    Mehr: Nur wenige Tage nach der Ankündigung von Stellenstreichungen in der Antriebssparte verkündet Bosch weitere Entlassungen – dieses Mal im Geschäftsbereich Automotive Steering.

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