Autoindustrie in den USA US-Behörde kassiert Obamas strengere Benzinverbrauchsregeln

Die US-Umweltbehörde EPA hat die Regelung für einen gedeckelten Benzinverbrauch gekippt. Sieger der Entscheidung sind Autobauer und Ölkonzerne.
Update: 03.04.2018 - 14:36 Uhr 2 Kommentare

Sieg für Autobauer – US-Umweltbehörde kippt strengeren Benzinverbrauch

Sieg für Autobauer – US-Umweltbehörde kippt strengeren Benzinverbrauch

WashingtonIm Streit über strengere Verbrauchsregeln für Autos in den USA haben Fahrzeughersteller und Ölkonzerne einen Sieg erzielt. Die Umweltbehörde EPA teilte am Montag mit, die von der Vorgängerregierung stammenden Richtlinien seien unangemessen und würden überarbeitet.

EPA-Chef Scott Pruitt erklärte, die Regierung des damaligen Präsidenten Barack Obama habe die Standards zu hoch angesetzt und Annahmen getroffen, die mit der Realität nicht übereinstimmten. Zusammen mit der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA will die EPA nun neue Standards festlegen lassen.

„Die EPA wird einen nationalen Emissionsstandard festlegen“, sagte Pruitt, „der es Herstellern erlaubt, die Autos zu bauen, die die Menschen wollen und sich leisten können.“ Die neuen Vorschriften sahen in etwa eine Verdoppelung der Treibstoffeffizienz bis 2025 vor. Die EPA hatte die Entscheidung in der Regierungszeit Obamas mit dem Schutz der Umwelt und der Gesundheit begründet.

Die Autokonzerne befürchten dagegen nach eigenen Angaben, dass eine Million Arbeitsplätze bedroht wären, weil sich Fahrzeuge damit verteuert hätten. Gegen die Pläne hatte sich der Branchenverband Alliance of Automobile Manufacturers gewandt. Darin sind zum Beispiel Volkswagen, General Motors oder Toyota organisiert.

Widerstand gegen das Vorhaben Pruitts droht aus Kalifornien zu kommen. Der US-Bundesstaat kann seine eigenen Umweltgesetze machen, die mit den Änderungen der EPA unvereinbar sein könnten. Zudem übernehmen zwölf weitere US-Bundesstaaten die Emissionsziele Kaliforniens, zusammen macht das ein Drittel des amerikanischen Automarktes aus. Kalifornien kündigte bereits an, seine Standards nicht senken zu wollten.

Autobauer fürchten nun einen Flickenteppich aus unterschiedlichen Regeln. Pruitt sagte, seine Behörde würde mit Kalifornien und den anderen Staaten zusammenarbeiten, betonte jedoch auch, dass „ein Staat nicht die Standards für den Rest des Landes diktieren kann“.

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2 Kommentare zu "Autoindustrie in den USA: US-Behörde kassiert Obamas strengere Benzinverbrauchsregeln"

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  • Ich kann mir die regelmäßigen negativen Kommentare zu nahezu jeder Regelung, die im weitesten Sinne dem Umweltschutz betrifft, nur so erklären, dass diese User simpel und ergreifend Fakes von Cambrigde Analaytica sind. Ansonsten schlage ich der Autoindustrie weiter von ihre Abgase zuerst durch die Fahrgastkabine zu leiten, dann würde jede Kritik verstummen.

  • Die Umweltbehoerden (siehe auch die Feinpartikel-Regelung der EU) legen Normen vor,
    die auf reinem Wunschdenken beruhen. Gesetze muessen auch erfuellbar sein.

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