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Autoindustrie Kartellstrafe für BMW: Autosparte rutscht in die roten Zahlen

Milliardenrückstellungen für eine Kartellstrafe drücken BMW im Kerngeschäft in die roten Zahlen. Aber auch ohne die Strafzahlung läuft es nicht rund.
Update: 07.05.2019 - 09:02 Uhr Kommentieren
Die Münchener verdienen im ersten Quartal kein Geld im Autogeschäft. Quelle: dpa
BMW

Die Münchener verdienen im ersten Quartal kein Geld im Autogeschäft.

(Foto: dpa)

MünchenSchwache Absatzzahlen, steigende Kosten und eine drohende Kartellstrafe haben dem BMW-Konzern den Jahresauftakt verhagelt. Trotz vieler neuer Modelle hat der Münchener Autokonzern mit seinen Marken BMW, Mini und Rolls-Royce den Absatz zum Vorjahresquartal kaum steigern können.

Schlimmer noch: Die wachsenden Kosten für die Elektromobilität und die von der EU angedrohte Kartellstrafe zwingen das Unternehmen zu Rückstellungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich sinkt das Ergebnis vor Steuern um rund 75 Prozent auf 762 Millionen Euro.

BMW-Chef Harald Krüger vertröstet auf das zweite Halbjahr. „Wir liegen operativ auf Kurs und rechnen insbesondere in der zweiten Jahreshälfte mit Rückenwind dank steigender Verfügbarkeit zahlreicher neuer Modelle. Gleichzeitig spüren wir die Vielzahl an Belastungen, die auf die gesamte Automobilbranche wirken. Dazu kommt die jüngst erforderlich gewordene Rückstellung im Zusammenhang mit dem laufenden Verfahren der EU-Kommission“, sagte Krüger am Dienstag in München.

Tatsächlich trifft das Kartellverfahren die Münchener härter als erwartet. Die Kommission wirft Daimler, Volkswagen und BMW vor, über Jahre illegale Absprachen  bei der Einführung neuer Abgasvorschriften getroffen zu haben. Daimler und Volkswagen haben bei der EU frühzeitig eine Art Kronzeugenregelung vereinbart und dürften ohne größere Strafen davonkommen.

BMW blieb jedoch Außen vor und soll nun das volle Ausmaß der Strafe tragen. In München erzeugt das Trotz: BMW werde sich gegen die Vorwürfe der EU-Kommission „wenn erforderlich – mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen“, kündigte der Konzern an.

Die Rückstellungen für die Kartellstrafe drückten das Ergebnis der der Autosparte mit 310 Millionen Euro ins Minus. Doch auch ohne Kartellstrafe laufen die Dinge nicht rund bei BMW. Ohne den Rückstellungseffekt lag die operative Marge bei 5,6 Prozent – also weit entfernt von den acht Prozent, die sich der Konzern als Minimalziel für das Autogeschäft setzt.

„Unser Anspruch ist und bleibt hoch: Wir wollen nachhaltig und profitabel wachsen“, sagte Finanzchef Nicolas Peter. Bereits im März kündigte der Konzern an, die Kosten bis 2022 um insgesamt 12 Milliarden Euro zu senken. Kern des Programms ist ein Zusammenstreichen der Modellpalette insbesondere bei Ausstattungen, Motoren und Getrieben.

Zudem soll die Entwicklung neuer Modelle deutlich beschleunigt werden, vor allem durch das Arbeiten mit virtuellen Prototypen. Mit dem Erzrivalen Mercedes ist eine Zusammenarbeit bei Zukunftstechnologien wie dem Autonomen Fahren geplant.

Für das laufende Jahr plant BMW nur mit einem leichten Absatzplus. Die eigene Zielmarke von 8 bis 10 Prozent Umsatzrendite im Autogeschäft wird das Unternehmen dieses Jahr nicht erreichen, für 2019 gilt jetzt das Ziel von 6 bis 8 Prozent, kommt die Kartellstrafe dürften nur noch 4,5 bis sechs Prozent übrig bleiben. Für die ehrgeizigen Münchener ist das zu wenig. Kommende Woche ist Hauptversammlung bei BMW. 

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