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Autoindustrie Nissan droht ein weiterer Milliardenverlust

Der Renault-Partner steckt tief in die Verlustzone. Die Coronakrise verschärft den Sanierungsbedarf noch. Trotzdem wagen die Japaner einen Ausblick.
28.07.2020 - 13:14 Uhr Kommentieren
Der Elektromodell soll bei Nissan den Aufbruch einleiten. Quelle: Reuters
Nissan Ariya

Der Elektromodell soll bei Nissan den Aufbruch einleiten.

(Foto: Reuters)

Tokio Renaults japanischer Partner Nissan traut sich trotz der Coronakrise, eine Prognose für die Bilanz abzugeben – doch die sieht düster aus: Für das bis Ende März 2021 laufende Geschäftsjahr erwartet Nissan nicht nur, dass der Autoabsatz wegen der Pandemie um 16 Prozent einbrechen wird. Der Reinverlust soll mit 670 Milliarden Yen (5,4 Milliarden Euro) so hoch ausfallen, wie schon im desaströsen Jahr 2019.

Der freie Cashflow im ersten Quartal unterstreicht, dass die Pandemie noch stärker an den Grundfesten des Konzerns nagt als bei den japanischen Rivalen. Toyota sagt beispielsweise für 2020 einen Gewinn voraus. Nissan sackt dagegen noch tiefer in die Krise, in die sich der Konzern schon vor Covid-19 manövriert hatte: Nach dem Sturz des Verwaltungsratschefs und Renault-Chefs Carlos Ghosn war bei Nissan ein Führungschaos ausgebrochen.

Schon im ersten Quartal seines vorigen Bilanzjahres war Nissan mit einem negativen Cashflow von knapp drei Milliarden Euro der schwerste Sanierungsfall der japanischen Autoindustrie. In diesem Jahr verbrannte der Konzern sogar 815,7 Milliarden Yen (6,6 Milliarden Euro), weil Fabriken und Händler wegen der Virengefahr geschlossen hatten.

Damit ist der finanzielle Puffer der Japaner auf nur noch 235 Milliarden Yen (1,9 Milliarden Euro) geschmolzen. Konzernchef Makoto Uchida kündigte seinen Aktionären an, auch dieses Jahr keine Dividende zu zahlen.

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    Allerdings versuchte Nissans Finanzchef Stephen Ma klarzumachen, dass Nissan anders als bei seiner letzten großen Krise vor 20 Jahren, nicht akut ums Überleben kämpfe. „Insgesamt gesehen ist Liquidität an diesem Zeitpunkt kein großes Problem.“ Ma wies dabei nicht nur auf ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 1,9 Billionen Yen (15,4 Milliarden Euro) hin, sondern auch auf weitere Anleihen in Höhe 70 Milliarden Yen (570 Millionen) hin, die Nissan im Juli aufgenommen hatte. Vor allem blicken er und der Rest des Managements optimistisch in die Zukunft.

    Kostenteilung mit Renault und Mitsubishi

    „Das erste Quartal war wahrscheinlich das schlimmste“, sagte der Finanzchef voraus. „Mit der Erholung der Verkäufe haben wir eine gute Chance, dass der Cashflow in der zweiten Jahreshälfte wieder fast oder ganz positiv wird.“ Konzernchef Uchida glaubt sogar, dass der Konzern dank einer Modelloffensive trotz Covid-19 seine Sanierungsziele einhalten kann.

    In seinem Drei-Jahresplan Nissan Next hatte er nach seinem Amtsantritt im Dezember 2019 versprochen, bis 2021 wieder eine Betriebsgewinnmarge von mehr als zwei Prozent und bis 2023 von mehr als fünf Prozent zu erzielen. Dafür baut der Konzern seine jährliche Produktionskapazität um 20 Prozent auf 5,4 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ab. Er teilt sich mit Renault und dem zweiten Alliierten des trilateralen Autobundes Mitsubishi Motors die Entwicklungsarbeiten und -kosten.

    Zudem will Nissan seine starke Stellung in China verteidigen, wo der Konzern im vergangenen Quartal bereits wieder mehr Autos hat. Doch vor allem setzt der Konzern nach Jahren der Produktflaute auch in seinen zwei weiteren Hauptmärkten Japan und Nordamerika auf eine Produktoffensive, darunter sein neues Elektroauto Ariya, das Nissan zuletzt vorgestellt hat. Die neuen Modelle seien der Schlüssel, so Uchida. „Wir wollen sicherstellen, dass wir Nissan dieses Jahr wieder auf Wachstumskurs bringen.“

    Mehr: Mit dem neuen E-Auto Ariya versucht der Nissan-Chef einen Neuanfang

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