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Autoindustrie VW findet Batterie-Partner in China

Volkswagen baut an einem weltweiten Netz für Batteriezellen. In der Volksrepublik China wird ein neues Joint Venture wahrscheinlich.
20.01.2020 Update: 20.01.2020 - 17:13 Uhr Kommentieren
Guoxuan: Batterie-Hersteller bestätigt Gespräche mit Volkswagen Quelle: Reuters
Volkswagen

Volkswagens Elektroauto ID.: Der chinesische Batteriehersteller Guoxuan und VW führen Gespräche über eine strategische Zusammenarbeit.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Der Autokonzern Volkswagen steht vor seinem nächsten Joint Venture zur Fertigung von Batteriezellen. Der chinesische Batteriehersteller Guoxuan bestätigte am Montag, dass es mit VW Verhandlungen über eine mögliche Zusammenarbeit gebe. Bislang seien keine konkreten Schritte festgelegt worden. Es solle um Technologie, Produkte und eine mögliche Kapitalverflechtung gehen, hieß es in einer Mitteilung des chinesischen Herstellers.

Der VW-Konzern äußerte sich am Montag nicht dazu. Grundsätzlich stimme die Richtung, Volkswagen strebe eine solche Kooperation an, verlautete ergänzend aus Konzernkreisen. Die Gespräche liefen aber noch, kurzfristig gebe es keinen Abschluss.

Der Wolfsburger Autohersteller hat bislang keine eigene Zellfertigung in China. Für seine Fabriken in der Volksrepublik will der VW-Konzern seine Batteriezellen zunächst von CATL beziehen, einem zweiten chinesischen Zellhersteller.

Die geplante Zusammenarbeit in China entspricht dem grundsätzlichen Kurs von Volkswagen in Sachen Batteriezellen. Der Konzern strebt rund um den Globus Joint Ventures mit Zellherstellern an, um die gewaltigen Investitionen nicht komplett selbst aufbringen zu müssen. Auf mittlere Sicht sollen Batteriezellen aus eigenen Joint Ventures die Zulieferungen der Zellhersteller zumindest teilweise ersetzen.

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    Bekanntestes Beispiel ist bislang Northvolt: Im Joint Venture mit den Schweden errichtet der VW-Konzern eine Zellfabrik im niedersächsischen Salzgitter. Die Produktion dort soll voraussichtlich im Jahr 2021 beginnen und vor allem deutsche Werke des Konzerns mit Batteriezellen versorgen

    Die Joint Ventures sollen Volkswagen ein Stück weit Unabhängigkeit garantieren. Bis zur Mitte des Jahrzehnts hat allein der VW-Konzern einen Zellbedarf im Wert von bis zu 50 Milliarden Euro. Weltweit entsteht bei allen Autoherstellern in den kommenden Jahren eine Nachfrage in Höhe eines mittleren dreistelligen Milliardenbetrags.

    VW will mit einem Einstieg bei Guoxuan den Ausbau der eigenen Projekte zur E-Mobilität vorantreiben. Dazu wolle der Autokonzern in den kommenden Wochen einen Anteil von 20 Prozent kaufen und zum zweitgrößten Anteilseigner nach Unternehmensgründer Li Zhen werden, hieß es am vergangenen Freitag. Auf der Grundlage des aktuellen Börsenwerts von Guoxuan in Höhe von knapp drei Milliarden US-Dollar ist eine Beteiligung in dieser Höhe fast 600 Millionen US-Dollar wert.

    Wichtigster Einzelmarkt für VW

    China hat als wichtigster Automarkt der Welt eine enorme Bedeutung für VW. Allein in diesem Jahr will der Konzern mit seinen Joint-Venture-Partnern in der Volksrepublik mehr als vier Milliarden Euro investieren. Etwa 40 Prozent davon sollen in die E-Mobilität fließen.

    Ziel ist es, im Jahr 2025 in China 1,5 Millionen Elektroautos ausliefern zu können. Die Volksrepublik ist schon heute der wichtigste Einzelmarkt für den Autokonzern. Von seinen weltweit knapp elf Millionen verkauften Fahrzeugen gehen rund 4,2 Millionen allein an chinesische Kunden.

    China und Europa werden für den Volkswagen-Konzern auf absehbare Zeit die beiden wichtigsten Märkte für den Verkauf von Elektroautos sein. Die ersten Fabriken, in denen ausschließlich rein batteriegetriebene Modelle von den Bändern laufen, werden in Deutschland und in der Volksrepublik errichtet.

    In beiden Regionen der Welt gelten verschärfte Emissionsbestimmungen, die die Autohersteller nur mit neuen Elektrofahrzeugen einhalten können. Fahrzeuge in Europa und in China sind ungefähr gleich groß. Volkswagen kann die Autos in beiden Märkten verkaufen. Der Konzern profitiert somit von größeren Stückzahlen, sinkenden Kosten und Synergien.

    Das Autogeschäft hatte sich in der Volksrepublik zuletzt deutlich abgekühlt – auch aufgrund des insgesamt nicht mehr ganz so hohen Wirtschaftswachstums in der Volksrepublik. Der VW-Konzern kam dabei im Vergleich zu den meisten anderen Herstellern noch relativ gut weg. Im vergangenen Jahr hatte Volkswagen seine Auslieferungen in der Volksrepublik noch einmal leicht um 0,6 Prozent auf insgesamt 4,234 Millionen Fahrzeuge gesteigert. Der Automarkt in China war 2019 um sechs Prozent geschrumpft.

    Ein Einstieg bei Guoxuan wäre die erste Direktbeteiligung von VW bei einem Batteriehersteller in China. Guoxuan hat seinen Sitz in der ostchinesischen Stadt Hefei, wo Volkswagen mit dem Autohersteller JAC Motor in einem Joint Venture kleinere Elektrofahrzeuge baut.

    Mehr: Eine BCG-Studie sieht im Jahr 2030 den Automarkt von E-Autos beherrscht. Sinkende Batteriepreise treiben diese Entwicklung an – doch nicht in allen Regionen gleich schnell.

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