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Autokonzern BMW baut neues Werk in Ungarn

Audi und Mercedes sind schon da, nun folgt auch BMW – und baut ein neues Werk in Ungarn. Das Milliardeninvestment ist politisch hoch willkommen.
Update: 31.07.2018 - 15:58 Uhr Kommentieren
BMW baut neues Werk in Ungarn Quelle: dpa
BMW-Logo

In dem neuen Werk sollen bis zu 150.000 Fahrzeuge jährlich produziert werden.

(Foto: dpa)

Wien BMW zieht mit Audi und Mercedes gleich und errichtet in Ungarn eine neue Autofabrik. Der Münchner Autobauer investiert im ostungarischen Debrecen nach Unternehmensangaben rund eine Milliarde Euro. In der 203.000 Einwohner großen Stadt unweit der Grenze zu Rumänien sollen über 1000 Mitarbeiter jährlich bis zu 150.000 Autos produzieren.

Die Kapazität des ungarischen Werkes wird halb so groß wie im bayerischen Dingolfing sein. „Nach hohen Investitionen in China, Mexiko und den USA stärken wir nun den Standort Europa und damit die globale Balance unserer Produktion zwischen Asien, Amerika und Europa“, sagte Vorstandschef Harald Krüger. „Die Entscheidung für ein neues Werk unterstreicht die weltweite Wachstumsperspektive der BMW Group.“

Die Bauarbeiten sollen in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres starten. Der Zeitpunkt für die Produktionsaufnahme steht noch nicht fest. Verträge und Grundstückskauf seien in einem finalen Stadium, sagt ein Konzernsprecher auf Anfrage. BMW wird in Debrecen eine Fläche von 400 Hektar erwerben. Laut BMW sollen dort neben Autos mit Verbrennungsmotoren auch solche mit Hybrid- und Elektromotoren gebaut werden.

Die Gründe für die Standortentscheidung liegen auf der Hand. Die niedrigen Löhne, die geringen Steuern und die geografische Nähe zu Deutschland sind die Pluspunkte für die Autokonzerne in Ungarn. Von Debrecen gilt es sogar eine direkte Flugverbindung nach München. Laut BMW haben die gute Infrastruktur, die qualifizierten Arbeitskräfte und die Zulieferindustrie den Ausschlag gegeben.

Bereits seit den 1990er-Jahren produziert Audi in der westungarischen Stadt Györ. Der Konkurrent Daimler baut unterdessen sein Werk im Kecskemet, 85 Kilometer südöstlich von Budapest, aus. Erst im Juni legte der Stuttgarter Konzern in Kecskemet den Grundstein ein zweites Werk mit 2500 Mitarbeitern. Rund eine Milliarde Euro will Daimler dort investieren. Derzeit produzieren 3500 Mitarbeiten jährlich rund 200.000 Mercedes-Fahrzeuge.

Doch angesichts des Wirtschaftswachstums in Ungarn werden Arbeitskräfte zunehmend zu Mangelware. Im vergangenen Jahr lag Arbeitslosenquote bei knapp über vier Prozent. Gleichzeitig wuchs das Bruttoinlandsprodukt um vier Prozent. Für dieses Jahr wird ein ähnlicher Wert erwartet. Auto sind neben elektrischen Maschinen das Hauptexportprodukt des Landes.

Für BMW ist Europa ist der wichtigste Absatzmarkt. Der bayerische Autobauer verkaufte fast 45 Prozent aller Autos auf dem Alten Kontinent. BMW ist seit 2004 in Ungarn präsent. Im vergangenen Jahr kauft der Münchner Autokonzern in Ungarn nach eigenen Angaben Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,4 Milliarden Euro ein.

Die Investition von BMW ist der rechtspopulistischen Regierung unter Premier Viktor Orbán hoch willkommen. Denn die Budapester Regierung will Ungarn zu einem hochqualitativen Industriestandort ausbauen. Im Gegensatz zu Handels-, Energie- oder Finanzbranche wurde in der Autobranche ausländische Investoren bislang noch nie politisch in die Mangel genommen.

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