Autokonzern Daimler Betriebsratschef will Mitarbeiter absichern

Monatelang verhandelte der Betriebsrat bei Daimler über die Zukunft der Standorte. Ein entscheidender Punkt fehlt vielerorts allerdings noch: Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.
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Die Mitarbeiter sollen an Daimlers Erfolgssträhne teilhaben. Quelle: Reuters
Daimler-Flagge in Berlin

Die Mitarbeiter sollen an Daimlers Erfolgssträhne teilhaben.

(Foto: Reuters)

StuttgartBetriebsratschef Michael Brecht will die Mitarbeiter an Daimlers Erfolgssträhne teilhaben lassen. In Deutschland soll es auch mittelfristig einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen geben, sagte Brecht der Deutschen Presse-Agentur. „Im Herbst wollen wir diese Diskussion mit Volldampf beginnen und noch in diesem Jahr angehen“, so Brecht. „Wir warten natürlich nicht, bis 2016 die Zukunftssicherung ausläuft.“

Die sogenannte Zukunftssicherung gilt für die Tarifbeschäftigten der Daimler AG in Deutschland - dem Betriebsrat zufolge waren das zuletzt rund 135.000. Nur für die Beschäftigten im Düsseldorfer Sprinter-Werks und die im Konzern verbleibenden Mitarbeiter des Niederlassungsnetzes wurden bereits weiter reichende Kündigungsausschlüsse für die nächsten fünf bzw. acht Jahre ausgehandelt.

Insgesamt beschäftigte Daimler zuletzt rund 170.000 Mitarbeiter in Deutschland. Weltweit sind es etwa 280.000. BMW und Volkswagen haben ähnliche Vereinbarungen. Die Zukunftssicherung beinhaltet neben dem Kündigungsausschluss unter anderem Anpassungen von abgesicherten Gehaltsbestandteilen und die maximale Leiharbeiterquote in der Produktion von acht Prozent.

So hat Mercedes die A-Klasse renoviert
Auf die Straße kommt die überarbeitete A-Klasse Ende September.
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„Modellpflege“ nennen die Stuttgarter das, was bei anderen „Facelift“ heißt. Im Klartext: Rund drei Jahre nach Erscheinen wird ein Modell aktualisiert und mit neuester Technik versehen. Äußerlich ändert sich meist nur wenig, damit die bisherigen Käufer nicht plötzlich in einem „alten“ Auto unterwegs sind. Diesmal ist die 2012 vorgestellte A-Klasse an der Reihe. Dabei setzt der jetzt 280 kW/381 PS starke AMG A 45 4matic eine neue Leistungsbestmarke für Kompaktsportler. Viel wichtiger aber: Bei den normalen Modellen nutzten die Ingenieure die Chance, ein viel beklagtes Manko der aktuellen Serie auszumerzen.

Aufgegangen ist vor allem der Plan, die Kundschaft zu verjüngen
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Der kleinste Mercedes machte den Buchhaltern in der schwäbischen Zentrale bisher viel Freude. Die kompakten Fronttriebler - neben der A-Klasse auch das SUV GLA und die Coupé-Limousine CLA - boomen und tragen dazu bei, dass die Edelmarke jeden Monat Verkaufsrekorde melden kann. Aufgegangen ist vor allem der Plan, die Kundschaft zu verjüngen. „Die Käufer der neuen A-Klasse sind im Schnitt 13 Jahre jünger als vorher“, weiß Produktmanager Claudius Steinhoff zu berichten. Was wiederum bedeutet, dass die Schwelle von 50 Jahren Lebensalter unterschritten wurde. Zudem seien es neue Menschen, die sich erstmals einen Mercedes gönnen: „Zwei von drei Käufern kommen von anderen Marken“. Dennoch startet jetzt die „gemopfte“ A-Klasse, wie die erwähnte Modellpflege im Daimler-Jargon heißt ...

Unsichtbar ist die wohl wichtigste Neuerung des Mercedes-Mini, mit der auf Klagen mancher Kunden reagiert wird.
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Hinter vorgehaltener Hand räumen Daimler-Ingenieure inzwischen ein, dass das Serienfahrwerk wohl allzu zu sportlich geraten war. Denn die meisten Kunden sind nun mal in ganz normaler Gangart unterwegs, nutzen ihren Mercedes eher selten zum Twisten um enge Landstraßen-Biegungen. Die straffe Härte der A-Klasse irritierte wohl die Mehrheit ihrer Fahrer. „Jetzt kann jeder per Knopfdruck entscheiden, wie er unterwegs sein will“, erklärt Jörg Bremkamp, der mit der Entwicklung von Federung und Dämpfung befasst ist.

Auf Wunsch leuchtet es im Cockpit in frechem Grün
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„Dynamic Select“ nennt Mercedes das jetzt eingeführte System, das das Fahrverhalten der A-Klasse in Bruchteilen von Sekunden verändert. Je nach Laune des Fahrers benimmt sich der Mercedes wohlig komfortabel, dynamisch straff oder besonders spritsparend. Wenn dann noch die elektronische Dämpferverstellung mit an Bord ist, kann die A-Klasse vielfach angepasst werden.

Entwickelt wurde das neue Fahrwerk auch mit Hilfe des eigenen Fahrsimulators, in dem Testfahrten auf verschiedenen Strecken ohne echtes Auto nachempfunden werden können. Der erste Eindruck vom neuen Fahrverhalten, den Mercedes auf eben diesem Simulator ermöglichte, konnte schon mal überzeugen und macht neugierig auf die Fahrt in der richtigen A-Klasse.

Das Schmuckstück unter dem Buchstaben „A“ bleibt natürlich der Allradler aus der Sportabteilung von AMG
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Der auch äußerlich erkennbare Ballermann mit dem langen Namen Mercedes AMG A 45 4matic ist mit seinem Zweiliter-Turbo und 280 kW/381 PS der derzeit Stärkste seiner Klasse und dieser Motorgröße. Erst der 2017 erscheinende Volvo S 60 mit 450 PS wird ihn dann wieder die Krone rauben. Wenn bis dahin nicht auch AMG weiter an der PS-Schraube drehen wird. Der Preis (derzeit 50.160 Euro) soll nur dezent „angepasst“ werden. Ähnliches gilt für die anderen Modelle. Auf die Straße kommt die A-Klasse Ende September.

Gut erkennbar von außen
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Der Ballermann mit dem langen Namen Mercedes AMG A 45 4matic ist mit seinem Zweiliter-Turbo und 280 kW/381 PS der derzeit Stärkste seiner Klasse und dieser Motorgröße.

Der künftige A 160
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Die Neuheiten unter der Motorhaube: Der künftige A 160 mit 75 kW/102 PS markiert jetzt den Einstieg in die A-Klasse, wird sich preislich wohl um die 20.000 Euro bewegen. Sparmeister mit Stern ist der A 180d (80 kW/109 PS), der mit 3,5 Litern Normverbrauch auf 100 Kilometer auskommen soll. Stärker wurden der A 220d (130 kW/177 PS), der um sieben PS zulegte.

2011 wurde die Vereinbarung unverändert um fünf Jahre verlängert. „Schlechter machen will ich die Vereinbarung nicht“, sagte Brecht. „Im Moment geht unsere Wachstumsstrategie im Unternehmen ja besser auf, als wir ursprünglich geplant haben.“

Der Betriebsratschef warnte allerdings: „Mit einer Zukunftssicherung werden betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, aber keine Tätigkeiten geschützt.“ Das erfuhren zuletzt die Beschäftigten der Niederlassungsnetzes, das in Teilen verkauft wurde.

„Die beste Zukunftssicherung, die wir eigentlich haben können, sind Investitionen und Innovationen“, sagte Brecht. Der Betriebsrat hat mit dem Konzern in den vergangenen Monaten Vereinbarungen über Investitionen für alle deutschen Standorte getroffen.

Die Diskussionen reißen nicht ab
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