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Mercedes-Benz

Am Dienstag wird Daimler-Chef Ola Källenius einen Gewinneinbruch verkünden und die Dividende drastisch kürzen müssen.

(Foto: AFP)

Autokonzern Daimler verschärft seinen Sparkurs: Bis zu 15.000 Mitarbeiter sollen gehen

Vorstandschef Ola Källenius will weitaus mehr Stellen streichen als bisher bekannt und Investitionen in Zukunftsfelder reduzieren. Die Kritik an seiner Führung wächst.
10.02.2020 - 04:05 Uhr 2 Kommentare

Stuttgart, Frankfurt Daimler-Chef Ola Källenius steht an diesem Dienstag vor seinem bisher wichtigsten Auftritt: Er muss bei der Vorlage der Jahresbilanz den Investoren erklären, wie er den Autobauer zukunftssicher aufstellen will. Nach drei Gewinnwarnungen in kurzer Zeit sind viele Investoren verstimmt, das Vertrauen in den Nachfolger von Dieter Zetsche ist geschrumpft.

Gegen die wachsende Kritik will Källenius einen ambitionierten Zukunftsplan vorlegen. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren hat, setzt der Schwede auf einen Mix aus Investitionen in nachhaltige Luxus-Fahrzeuge und hartem Sparkurs. Anders als bisher kolportiert will er nicht 10.000 Stellen streichen, sondern sich von bis zu 15.000 Mitarbeitern über Abfindungen, Frühpensionierungen und Altersteilzeit trennen.

Das Sparvolumen soll den bekannten Umfang von 1,4 Milliarden Euro deutlich übersteigen, hieß es. Daimler äußerte sich nicht dazu. Zudem sollen Investitionen in verlustbringende Projekte beschnitten werden. So sucht Daimler unter anderem für seine Innovationsschmiede Lab1886 einen Mehrheitseigner.

Auch soll die Modellpalette ausgedünnt werden. Neben dem Produktionsende des gefloppten Pritschenwagens X-Klasse hat Källenius entschieden, dass weder das S-Klasse Cabrio noch das S-Klasse Coupé einen Nachfolger erhalten. CLS und der viertürige GT von AMG sollen auf ein Elektro-Coupé zusammengelegt werden.

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    Die Unruhe bei den Arbeitnehmern ist groß. Betriebsratschef Michael Brecht fordert, Källenius müsse neben einem Sparprogramm vor allem eine klare Vorwärtsstrategie präsentieren: „Wir haben eine Stimmung zwischen Wut und Enttäuschung in der Belegschaft. Die Leute wollen Orientierung und Klarheit“, sagte er dem Handelsblatt. Es sei nun Aufgabe des Vorstands, die Konzernstrategie sichtbarer zu machen.

    Daimler als ökologischer Vorreiter

    Bierernst in der Sache, skandinavisch kühl im Umgang: So kennen viele Daimler-Manager ihren Boss, den Schweden Ola Källenius. Doch der 50-jährige Blondschopf kann auch ganz anders. Anfang Januar steht Källenius breit grinsend auf einer der größten Bühne, die die Zockermetropole Las Vegas zu bieten hat. Im Park MGM Theatre hält der Manager eine der Keynote-Reden auf der Technik-Messe CES.

    Grafik

    Källenius outet sich dabei als „echter Filmfreak“. Inspiriert vom Blockbuster „Avatar“ wies er seine Truppe sogar an, gemeinsam mit Starregisseur James Cameron ein Mercedes-Konzeptfahrzeug zu entwerfen, das seinesgleichen sucht. Der Daimler-Chef schwärmt bei der Präsentation des Vision „AVTR“ vom „Zero Impact Car“ – also einem Auto, das Klima und Natur kein bisschen belastet.

    In diesen Minuten in Las Vegas ist Källenius voll in seinem Element als ökologischer Vorreiter. Doch seine Vision dürfte sich frühestens in ein, zwei Jahrzehnten der Realität annähern. Das Hier und Jetzt sieht anders aus. Källenius steht einem Konzern vor, der sich selbst lähmt und so immer tiefer in eine Krise schlittert. Bislang hat Källenius in seiner neunmonatigen Amtszeit keinen wirklichen Plan vorgelegt, wohin er Daimler steuern will.

    Mitarbeiter und Investoren sind gleichermaßen verunsichert. Wenn der freundliche Skandinavier in die Öffentlichkeit geht, dann meist, um blumige Zukunftsvisionen zu verbreiten. Kritischen Nachfragen weicht er dagegen aus. Källenius ist in seiner Rolle noch nicht angekommen.

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    „Das von seinem Vorgänger Dieter Zetsche hinterlassene Machtvakuum hat er nicht gefüllt“, sagte ein hochrangiger Manager. Zumindest bis jetzt.

    Auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag will Källenius die Wende einleiten und Daimler klarer positionieren. Der Handlungsdruck ist hoch. Denn die Baustellen im Stuttgarter Autoreich sind vielfältig: Im Finanzressort des Konzerns tobt ein erbitterter Machtkampf, verlautet es in Konzernkreisen. Die Elektrooffensive verkomme mangels Batteriezellen in ausreichender Qualität zu einer „Farce“ und der Dieselskandal nehme kein Ende.

    Am Dienstag wird der Daimler-Chef einen Gewinneinbruch verkünden und die Dividende drastisch kürzen müssen. Konsequenterweise wird Källenius nun den Sparkurs bei dem Autobauer verschärfen.

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    2 Kommentare zu "Autokonzern: Daimler verschärft seinen Sparkurs: Bis zu 15.000 Mitarbeiter sollen gehen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Daimler Benz sollte sich darauf beschränken, gute und moderne Autos mit Profit für den Markt zu bauen.
      Es besteht eine hohe Kompetenz in der Brennstofftechnologie /Wasserstofftechnologie.
      Plug-in-Hybrid-Motoren wären dann die Brückentechnologie neben der Entwicklung in Zusammenarbeit mit Herstellern von alternativen Kraftstoffen u.a. aus CO2.
      Der aktuellen Batteriesystemen sollte man nicht mehr hinterherlaufen. Die Produktion ist nicht sauber.

      Ich denke das Herr Källenius versucht dem Mainstream zu folgen und nicht einen eigenen Weg zu gehen.
      Die Marke hat eine außergewöhnliche Strahlkraft. Diese zu verwässern wäre tödlich. Mehr technologische Visionen sind nötig um die Kunden mit in die Zukunft zu nehmen.
      Mir fehlt hier die Begeisterung, die ich jedenfalls als Mercedes-Fahrer immer noch habe.

    • Die Region Stuttgart wird sich unweigerlich zum neuen Ruhrgebiet entwickeln. Wenig neue Technologie, viel Auto und geringe Flexibilität bei den Menschen. Daimler ist erst der Anfang. Die Schwaben sind leider zu sehr mit ihren Befindlichkeiten und der Kehrwoche beschäftigt.

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