Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Autokonzern Rückschlag für Daimler – Hamburger Hochbahn verkauft Wasserstoff-Busse

Laut dem Verkehrsbetrieb ist die Brennstoffzellentechnologie noch nicht serienreif. Damit fällt eine Technik aus, in die die deutschen Autobauer große Hoffnungen setzen.
1 Kommentar
Seit 2010 waren die Busse in Hamburg im Einsatz. Quelle: Daimler AG
Wasserstoff-Bus von Daimler

Seit 2010 waren die Busse in Hamburg im Einsatz.

(Foto: Daimler AG)

Hamburg Die Hamburger Hochbahn gilt als Vorreiter unter den kommunalen Verkehrsbetrieben – zumindest was die Umstellung auf emissionsfreie Busse angeht. Ab 2020 dürfen in der Hansestadt nur noch Busse beschafft werden, die keine Abgase ausstoßen.

Der Verkehrsbetrieb der Hansestadt ist damit ein Treiber hinter der Allianz von 18 Städten, darunter die Hauptstadt Berlin, die gemeinsam neue Technologien für den emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr nutzen.

Insofern hat die Entscheidung, die vier Wasserstoffbusse von Daimler zu verkaufen, Signalwirkung. Die Busse waren seit 2010 im Einsatz. Die Hochbahn setzt nun weiter auf Batteriebusse. Noch 2019 werden 30 geliefert, weitere 30 im Jahr darauf.

„Die Brennstoffzellentechnologie ist noch nicht serienreif. Im Moment bietet uns die Batterietechnik die Lösung“, sagte ein Hochbahn-Sprecher dem Handelsblatt.

Damit fällt eine Technik aus, in die die deutschen Autobauer große Hoffnungen gesetzt haben. Denn Wasserstoff bietet deutliche Vorteile: höhere Reichweiten und schnelle Betankung. Allerdings sind die Busse noch immer nicht serienreif, die Tankstellen-Infrastruktur kommt nicht voran.

Derzeit sei daher die Batterietechnik das Mittel der Wahl, sagte der Hochbahn-Sprecher. Eine Entscheidung für alle Ewigkeit sei das jedoch nicht. „Das ist keine Entscheidung gegen Wasserstoff. Wir fahren auf Sicht“, betonte er. „Wasserstofftechnik, auch in Kombination mit Batterien, kann auch in Zukunft für uns eine Option sein.“ Allerdings sei das Projekt einer Innovationslinie ausgelaufen. Auf der Linie entlang der Alster wurden zwischen 2013 und 2018 unterschiedliche Technologien in Zusammenarbeit mit den Herstellern unter realen Bedingungen ausprobiert.

Im Fuhrpark bleiben lediglich zwei größere Gelenkbusse, deren Batterien zusätzlich von Brennstoffzellen gespeist werden. Anders als die reinen Wasserstoffbusse können diese Fahrzeuge an einem Betriebshof betankt werden. Diese Kombination beider Techniken könnte bei der ersten Hochbahn-Ausschreibung für abgasfreie größere Gelenkbusse Ende des Jahres zum Zuge kommen.

Entschieden sei aber bislang lediglich, dass keinesfalls Oberleitungsbusse bestellt werden sollen, sagte der Sprecher. Ansonsten seien alle serienreifen Angebote denkbar. Eine Daimler-Sprecherin sagte auf Anfrage, serienreife Busse mit einer Wasserstoff-Batterie-Kombination seien allerdings erst für 2022 geplant.

„Der Brennstoffzellenantrieb ist für uns wichtig“, betonte sie. Das Wasserstoffprojekt in Hamburg sei von Beginn an als Kleinserienprojekt zeitlich befristet gewesen. Wichtige Erkenntnisse daraus seien aber in die Entwicklung der Batteriebusse mit kleiner Brennstoffzelle zur Reichweitenverlängerung eingeflossen, die in drei Jahren auf den Markt kommen und ähnliche Reichweiten wie Dieselbusse haben sollen. „Die Erfahrungen betreffen vor allem die betriebliche Einsatzreife, etwa Reichweite und Verbrauch, das Feedback der Fahrgäste zu Klimatisierung und Fahrkomfort oder die Anforderungen hinsichtlich Wartung, Instandhaltung und Tankzeiten.“

Bislang tun sich die deutschen Hersteller dennoch schwer, die Anforderungen der Verkehrsbetriebe zu erfüllen. Kleinere Busse sind allerdings inzwischen lieferbar – auch von Daimler, das auch die Hochbahn mit Batteriebussen ausstattet.

Im vergangenen November hatte Daimler das erste Serienmodell seines Busses eCitaro überhaupt nach Hamburg geliefert. Damals hatte der zuständige Daimler-Manager Jörg Lamparter die Hochbahn als „anerkannten Vorreiter für alternative Antriebe im ÖPNV“ gelobt.

Mit der einstweiligen Hochbahn-Entscheidung gegen den Wasserstoff fällt zudem ein wichtiger Kunde für die Wasserstofftankstelle im Hamburger Neubau-Stadtteil Hafencity weg. 2012 hatte der Energieversorger Vattenfall die architektonisch auffällige Tankstelle eingeweiht – für damals noch sieben Wasserstoffbusse, die für die Hochbahn fuhren. Gerechnet wurde damals damit, die Kapazität bald auf 20 Busse hochzuschrauben.

Inzwischen betreibt das Unternehmen H2 Mobility das einstige Vorzeigeprojekt. Eine Sprecherin von H2 Mobility verwies auf Anfrage darauf, dass die Tankstelle sowieso nur einen begrenzten Pachtvertrag bis Juli 2023 mit der Hafencity habe, die die prominent gelegene Fläche anschließend anders nutzen wolle. Bislang laufe der Betrieb aber ohne Einschränkungen weiter.

H2 Mobility habe insgesamt 60 Tankstellen in Deutschland, davon vier in Hamburg. Dort ist derzeit eine Reihe von Wasserstoffautos von Toyota für den Taxidienst Clever Shuttle unterwegs, an dem die Deutsche Bahn beteiligt ist. Zudem nutzen Privatleute die Tankstellen.

Startseite

Mehr zu: Autokonzern - Rückschlag für Daimler – Hamburger Hochbahn verkauft Wasserstoff-Busse

1 Kommentar zu "Autokonzern: Rückschlag für Daimler – Hamburger Hochbahn verkauft Wasserstoff-Busse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Daimler bringt tolle Hybrid-Modelle heraus: z.B. GLB mit 70 km elektrische Reichweite!
    Das hilft den Pendlern und den Leuten am Land, die eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben. SUPER Daimler, DANKE!
    Den Tesla - Fahrern sein gesagt: Die Produktion der Batterie mit einer Reichweite von 600 km verprasst so viel Energie/CO2/Umweltschäden beim Abbau von Rohstoffen, dass man lieber eine Diesel oder Benziner fährt - einfach mal nachrechnen.
    Die Batterie mit einer Reichweite von 70 km benötigt also fast 1 Zehntel der Ressourcen. Daimler kann rechnen!
    Nochmals, DANKE DAIMLER, DANKE!

Serviceangebote