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Autokonzern Verkaufszahlen von VW erholen sich im Juli deutlich

Volkswagen hat im Juli kräftig Boden gutgemacht: Die Verkäufe liegen nur noch 0,2 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Dabei hilft ganz besonders China.
14.08.2020 - 13:36 Uhr Kommentieren
Aus dem Wolfsburger Bahnhof das Volkswagen-Kraftwerk fotografiert: Bei den Verkaufszahlen des Konzerns geht es langsam wieder aufwärts. Quelle: AFP
Wolfsburger Durchblick

Aus dem Wolfsburger Bahnhof das Volkswagen-Kraftwerk fotografiert: Bei den Verkaufszahlen des Konzerns geht es langsam wieder aufwärts.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Die Erholung auf den globalen Automärkten gibt dem Volkswagen Konzern neuen Rückenwind. Im Juli hat der Wolfsburger Autohersteller bei seinen weltweiten Auslieferungen fast das Vorjahresergebnis erreicht: 885.700 ausgelieferte Autos bedeuten gegenüber dem Juli des Vorjahres ein Minus von 0,2 Prozent, teilte Volkswagen am Freitag mit. Dem VW-Konzern gelingt es damit, die Verkaufslücke aus dem Frühjahr nach dem Höhepunkt der Coronakrise weiter zu schließen.

In einzelnen Regionen der Welt liegt der Volkswagen Konzern im Juli inzwischen sogar schon wieder über dem Vorjahresergebnis. An erster Stelle steht dabei China, wo VW ein Verkaufsplus von fast fünf Prozent erreicht und nahezu 330.000 Fahrzeuge verkauft hat. Die Volksrepublik ist der wichtigste Einzelmarkt des Wolfsburger Autoherstellers. VW verkauft dort etwa 40 Prozent seiner Fahrzeuge und verdient in China jährlich zwischen drei und vier Milliarden Euro.

Auch in anderen kleineren Verkaufsregionen hat der VW-Konzern im Juli ein Plus geschafft. Dazu zählen etwa Osteuropa (7,2 Prozent), Afrika (19,6) und das übrige Asien (6,4). Die größten Problemregionen sind für Volkswagen Nord- und Südamerika, wo die Corona-Pandemie noch immer nicht nachgelassen hat. Nordamerika mit dem wichtigen Markt USA liegt mit 16 Prozent im Minus. In Südamerika, wo VW vor allem in Brasilien vertreten ist, sind es minus 15,4 Prozent.

Vergleichsweise erfreulich hat der VW-Konzern in seiner Heimatregion Westeuropa abgeschnitten. In diesen Zahlen ist auch der deutsche Markt enthalten. Mit 321.700 ausgelieferten Fahrzeugen liegt der Wolfsburger Autohersteller noch 1,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Auf dem Höhepunkt der Krise im April betrug das Minus fast 77 Prozent.

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    Volkswagen rechnet damit, dass sich die Auslastung der Werke in den nächsten Wochen weiter normalisiert. Am kommenden Montag beginnt die Produktion wieder an den deutschen Standorten nach einem dreiwöchigen Werksurlaub. Alexander Seitz, Finanzvorstand der Marke Volkswagen Pkw, hatte schon im Vorfeld angekündigt, „dass wir nach den Werksferien in Europa zu 100 Prozent anlaufen werden“. Nach der Corona-bedingten Zwangspause hatte Volkswagen die Fertigung zunächst mit einer geringeren Stückzahl und weniger Schichten begonnen. Die im Dax gelisteten Aktien von VW notierten am Freitag ein Prozent schwächer.

    Porsche und Skoda legen deutlich zu

    Unter den einzelnen Konzernmarken ist die Erholung beim Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche am stärksten. Die VW-Tochter hat im Juli 27.200 Autos an Kunden ausgeliefert, die für ein Plus von 17,8 Prozent im Jahresvergleich stehen. Für die Zeit von Januar bis Juli liegt der Sportwagenhersteller mit 7,9 Prozent unter den Vorjahreszahlen.

    Zweitbeste Marke im Konzern ist die tschechische Tochter Skoda, die im Juli ein Auslieferungsplus von 5,6 Prozent geschafft hat. „Wir haben wieder richtig gut zu tun“, sagte ein Skoda-Manager. Von einer Krisenstimmung könne keine Rede mehr sein. Positiv ist auch die Entwicklung bei Audi. Die Ingolstädter Premiumtochter verbuchte im Juli ein Plus von 3,8 Prozent.

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    Eine deutliche Besserung ist bei der Marke Volkswagen Pkw erkennbar. Volkswagen verkauft immer noch die meisten Autos im gesamten Konzern, die Marke steht für mehr als die Hälfte des Absatzvolumens. Im Juli sind fast 484.000 Volkswagen-Pkws ausgeliefert worden. Das Minus zum Vorjahr liegt bei 1,1 Prozent. Im April betrug der Rückgang fast 40 Prozent.

    Nicht bei allen Konzernmarken geht es wieder aufwärts. Die spanische Pkw-Tochter Seat hat im Juli fast 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verloren. Negativ ist auch die Entwicklung bei der Transportertochter VW-Nutzfahrzeuge (minus 6,5 Prozent) und bei der schwedischen Lkw-Tochter Scania (minus 28 Prozent).

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    Von Januar bis Juni hatte der gesamte Konzern mit seinen Auslieferungszahlen um etwa 27 Prozent unter dem Vorjahresergebnis gelegen. Der vergleichsweise gute Monat Juli sorgt nun dafür, dass der VW-Konzern noch etwa 23 Prozent unter Vorjahr liegt. Bei einer anhaltenden Erholung dürfte diese Zahl in den kommenden Monaten kleiner werden.

    Erholung in China

    „Wir gehen momentan davon aus, dass Auto-Produktion und -Absatz 2020 gegenüber dem Vorjahr weltweit um 15 bis 20 Prozent einbrechen werden“, sagt Frank Schwope, Automobilanalyst bei der NordLB in Hannover, zu den Erwartungen für den Rest des Jahres. Volkswagen hat gute Chancen, besser als viele Wettbewerber abzuschneiden. Die Wolfsburger könnten bei einem Jahresminus von 15 Prozent ankommen. Dazu trägt ganz wesentlich die gute Entwicklung in China bei, wo der Konzern Marktführer ist.

    Im Juli sind die Verkaufszahlen in der Volksrepublik nach Angaben des chinesischen Herstellerverbandes CAAM um 16,4 Prozent auf 2,1 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Seit Jahresbeginn liegt der Absatz noch knapp 13 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Der Verband rechnet damit, dass die Hersteller den Abstand auf etwa zehn Prozent eingrenzen können. Voraussetzung sei allerdings, dass es nicht zu einer zweiten Corona-Ansteckungswelle komme.

    Mehr: Schließen, kürzen, verlagern: Die Not der Autobranche ist groß.

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