Autokrise Peugeot muss Milliarden abschreiben

Das vergangene Jahr hat der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën mit einem empfindlichen Absatzeinbruch abgeschlossen. Nun steht der Konzern vor einem weiteren Problem.
Update: 07.02.2013 - 23:18 Uhr 6 Kommentare
Der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën muss Milliarden abschreiben. Quelle: Reuters

Der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën muss Milliarden abschreiben.

(Foto: Reuters)

ParisDer angeschlagene französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën steht vor einem Rekordverlust. In der Bilanz für das Jahr 2012 müssen nach Unternehmensangaben vom Donnerstagabend weitere Wertberichtigungen in Höhe von rund 4,1 Milliarden Euro verbucht werden.

Allein die Vermögenswerte der Autosparte sind demnach mit 3,888 Milliarden Euro betroffen. Hinzu kommen negative Wertberichtigungen in Höhe von 243 Millionen Euro zum Beispiel auf Kooperationsverträge. Der angeschlagene Konzern, der wie viele Autobauer unter der Absatzkrise in Europa leidet, kappte nach eigenen Angaben vom Donnerstag den Buchwert seiner Anlagen und weiterer Posten um fast ein Drittel. 612 Millionen Euro hatte PSA in diesem Bereich bereits im ersten Halbjahr 2012 abgeschrieben.

Als Hintergrund der voll auf das Nettoergebnis anzurechnenden Wertberichtigungen nannte PSA die Absatzkrise auf dem europäischen Markt, zudem spielen neue Bilanzierungsregeln eine Rolle. Der Konzern betonte allerdings, dass die Belastungen keinerlei Einfluss auf die Stabilität und Zahlungsfähigkeit von PSA hätten. Der Autobauer will seine Jahresbilanz am 13. Februar vorlegen. Analysten erwarten den höchsten Verlust der Unternehmensgeschichte.

Peugeot steckt seit längerem tief in der Krise. Vergangenes Jahr hatten die Franzosen eine Zusammenarbeit mit dem ebenfalls kriselnden Autobauer Opel besiegelt, um Kosten zu senken. Sowohl Peugeot als auch Opel schreiben rote Zahlen.

Der französische Konzern ist nach VW Europas zweitgrößter Autobauer. Im Gegensatz zu den Wolfsburgern investierte er aber nur zögerlich in Wachstums- und Schwellenländern. Von der aktuellen Krise auf dem europäischen Heimatmarkt wird PSA deswegen besonders schwer getroffen. 2012 brach der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 16,5 Prozent auf 2,97 Millionen Fahrzeuge ein.

Um aus der Verlustzone zu kommen, sollen nun mehr als 8000 Arbeitsplätze wegfallen. Ein Werk bei Paris muss den Planungen zufolge ganz geschlossen werden. Insgesamt beschäftigte der Konzern nach eigenen Angaben Ende Juni 2012 etwa 120.000 Menschen im Autobereich.

  • rtr
  • dpa
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6 Kommentare zu "Autokrise: Abschreibungen werfen Schatten auf Peugeot-Bilanz"

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  • Träumen sie ruhig weiter von Peugeot - sie kaufen Aktien vom französischen Staat. Die Autobauer sind schon längst am Boden; Hollande wird sich noch wundern, was seine Industrie wirklich verkaufen kann.

  • Frankreich will bei PSA einsteigen
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    "Die französische Regierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge einen Einstieg beim angeschlagenen Autobauer PSA Peugeot Citroën. Dies wäre das letzte Mittel, wenn der Konzern seine steigenden Verluste nicht selbst bewältigen könne, berichtete das Blatt „Liberation“ am Freitag."

    Wenn eine Firma sich aus eigener Kraft nicht mehr am Markt halten kann, dann geht sie eben pleite.
    PSA wäre nicht der erste Autobauer, dem dieses Schicksal blüht.

    "Der französische Konzern ist nach VW Europas zweitgrößter Autobauer. Im Gegensatz zu den Wolfsburgern investierte er aber nur zögerlich in Wachstums- und Schwellenländern."

    Und das ist eben der Fehler von PSA.

  • Peugeot ist zwar derzeit schwach, wird aber zurückkommen. Auf dem aktuellen Niveau habe ich die Aktie gekauft, Kursanstieg heute über 8%.

  • Verwerfungen einzener Marken sind völlig normal. In der Geschichte der Automobilindustrie kommen neue Marken und verschwinden alte Marken. Gleichzeitig entwickelt sich die Autoindustrie in globalen Dimensionen. Hier kann nicht jede Marke überleben. Peugeot/Citroen schloß Bündnisse auch etwas spät - es fällt Verantwortlichen schwer, loszulassen. Auch fällt es natürlich schwer der Absatzentwicklung zu folgen, insbesondere wenn die Fabriken mehr produzieren, als Kunden Autos abnehmen. Auch hier muss schneller reagiert werden, um den Einbrüchen zu folgen. Hätte Peugeot ein Mix aus eigenen und fremden Fabriken (OEM-Fertiger), wäre es leichter beim OEM sich der Marktlage anzupassen. Auch hier hat die Branche wohl einen Evolutionssprung zu vollziehen.
    Bei deutschen Premiummarken sieht die Welt noch glücklicherweise anders aus. Hier liegen Probleme mehr in einer ständigen Pflege der Verankerug der Marke im "Bauchgefühl" der Kunden. Denn nur ein Kunde, der die Marke emotional hoch schätzt, kauft das Auto und ist bereit "mehr" zu zahlen. Auch emotionale Markenausprägungen haben ihren Preis.

    PEUGEOT muss schmerzhaft lernen auch mit Produktionssenkungen flexbler umgehen zu können. Kosten müssen so gesenkt werden. Wenn die Außenwelt weniger Autos abkauft, kann Peugeot nicht in der Innenwelt es ignorieren. Es existiert keine Planwirtschaft, sondern komplexe mehr oder minder offene Märkte. Es existieren keine Menschen, die 1 Stück Auto entemotionalisiert kaufen, sondern emotions-, einkommens- und markenbezogen handeln.

  • Wer das zweifelhafte Vergnügen hat, von den Medien - speziell vom TV - mit Werbung überschüttet zu werden, der weiß längst, daß Peugeot seit längerem erhebliche Absatzprobleme hat.

    Es gilt auch hier die alte Regel: Je mehr Werbung geschaltet wird, desto schlechter sind die Verkaufszahlen.

  • Och die sind doch schon lange Bankrott. Daimler und alle anderen werden folgen. Der Aktionär guckt in die Röhre,Anleihebesitzer u. Banken werden sich die verbliebene Beute alsbald auf Kosten der bereits jetzt schon ausgeplünderten Bevölkerung aufteilen. So geht das in der Marktwirtschaft!

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