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Automesse Neues Konzept für die IAA – Sieben Städte machen sich Hoffnungen

Das Bewerberverfahren für die neue Internationale Automobil-Ausstellung geht in die letzte Runde. Das Geschehen soll sich nicht mehr nur auf dem Messegelände abspielen.
18.12.2019 - 11:13 Uhr Kommentieren
Die traditionelle Automesse könnte Frankfurt verlassen. Quelle: dpa
IAA sucht neue Heimat

Die traditionelle Automesse könnte Frankfurt verlassen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Insgesamt sieben Städte bewerben sich jetzt um die künftige Ausrichtung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). Das teilte der veranstaltende Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch mit.

Berlin, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart hoffen darauf, dass sie den Zuschlag als zukünftige IAA-Stadt bekommen werden. Die endgültige Entscheidung dürfte der VDA voraussichtlich im März treffen.

Frankfurt war über Jahrzehnte der traditionelle Veranstaltungsort für die IAA. Vor der Wiedervereinigung hatte der VDA auch seinen Verbandssitz in Frankfurt, die Verbindungen an die Stadt waren deshalb vergleichsweise eng. In diesem Jahr ist der Langfristvertrag mit der Messe Frankfurt jedoch ausgelaufen. Der Verband der Automobilindustrie sucht deshalb nach einem neuen Standort.

Zugleich soll die größte Pkw-Messe Deutschlands ein neues Konzept bekommen. Sie wird keine reine Automesse mehr sein, sondern soll auch neue Ideen rund um Mobilität präsentieren.

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Standort erkennen

    Noch bis Ende Januar haben die Bewerberstädte Zeit, an ihren Konzepten für eine neue IAA zu feilen. Grundsätzlich könnten sich zwar noch weitere Städte um die künftige Ausrichtung der Messe bewerben.

    Doch angesichts der bevorstehenden Feiertage und der wenigen verbleibenden Zeit dürfte es voraussichtlich bei den sieben Städten bleiben. Weitere größere Messegelände gibt es in Deutschland kaum noch, allenfalls Leipzig könnte sich möglicherweise noch bewerben.

    Beim VDA wird mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass es keine Vorfestlegung auf eine einzelne Stadt gebe. Auch Berlin als Hauptstadt besitze keine Favoritenrolle.

    Demnach hätte auch Hannover eine weitere Chance, obwohl die niedersächsische Landeshauptstadt bereits die Nutzfahrzeug-IAA ausrichtet, die ebenfalls der VDA veranstaltet.

    Ende Januar sollen die sieben Bewerberstädte ihre neuen Messekonzepte dem VDA und den Marketingverantwortlichen der großen Mitgliedsunternehmen präsentieren. Diese Runde wird dann eine Vorauswahl treffen, die der Vorstand des VDA wenige Tage später auf voraussichtlich zwei Finalisten verkürzen wird. Für den Februar sind dann weitere letzte Gespräche mit den übrig gebliebenen Bewerberstädten geplant.

    Mit der endgültigen Entscheidung wird beim VDA für Anfang März gerechnet. Dieser Zeitplan garantiert auch, dass sich die neue VDA-Präsidentin Hildegard Müller an der Endauswahl beteiligen kann. Die frühere Staatsministerin im Kanzleramt und Innogy-Vorständin tritt ihr neues Amt am 1. Februar an.

    „Die IAA ist mehr als eine Automesse“

    Mit der neuen IAA will der Verband der Automobilindustrie klassische Messekonzepte auflösen. Deutschlands mächtigstem Industrieverband geht es vor allem darum, dass sich die Branche künftig als Anbieter umfassender Mobilitätskonzepte präsentieren kann.

    Der öffentliche Nahverkehr soll deshalb Teil des neuen Messekonzeptes werden. Der Verband will das Messegelände auch teilweise verlassen und zu zentralen Punkten in die Städte gehen.

    „Die neue IAA ist mehr als eine Automesse. Sie ist ein Konzept, mit der sich die austragende Stadt gemeinsam mit uns zu einer Smart City entwickeln soll“, sagte VDA-Geschäftsführer Martin Koers.

    Besucher der IAA sollten das bereits bei der Ankunft am Bahnhof oder am Flughafen erleben können. „Hier betreten Sie einen Ort mit intelligenten Verkehrskonzepten, mit einer vernünftigen Vernetzung der Verkehrsträger, auf nachhaltiger Basis“, ergänzte er.

    Eine neue IAA zu entwickeln, sei mehr als nur der Versuch, die Besucherzahlen oder die verkauften Quadratmeter Ausstellungsfläche zu steigern. Die Messe sei das Spiegelbild der Automobilindustrie, „einer Branche, die sich gerade wandelt wie nie zuvor“, hob der VDA-Geschäftsführer hervor.

    Wenn die Autobranche jetzt verstärkt digitale und vernetzte Fahrzeuge entwickle, dann müsse das auch auf der Leitmesse der Branche zu sehen sein. Es reiche nicht mehr aus, einfach nur neue Modelle auf einen Messestand zu stellen.

    Der Verband gibt sich optimistisch, dass ein neues Konzept auch wieder für eine größere Beteiligung auf Ausstellerseite sorgt. Auf der letzten Frankfurter IAA im September fehlten etwa 30 Automarken, die der deutschen Leitmesse in den Jahren zuvor noch die Treue gehalten hatten.

    Gerade aus dem Ausland waren viele Automobilhersteller ferngeblieben. „Wir wollen internationale Marken zurückgewinnen, die wir verloren haben“, sagte Koers. Es solle auch keine Dominanz bestimmter Aussteller auf der IAA geben.

    Mit dem Besucherzuspruch auf der letzten IAA konnte der Verband der Automobilindustrie alles andere als zufrieden sein. Im vergangenen September kamen etwa 300.000 Messegäste weniger als in den Jahren zuvor.

    Ein neues IAA-Konzept soll deshalb auch dafür sorgen, dass die Besucherzahlen wieder nach oben gehen. Für den Verband ist die Automesse aus wirtschaftlicher Hinsicht sehr wichtig. Mehr als die Hälfte des VDA-Jahresetats wird mit den Erlösen aus der IAA bestritten.

    Druck auf die Bewerberstädte ist hoch

    Die erste Automobil-Ausstellung nach neuem Muster soll es im Jahr 2021 geben. Am traditionellen Termin im September und am Zwei-Jahres-Rhythmus will der Verband festhalten.

    Bei der Terminwahl ist der Verband nicht ganz frei: Der deutsche Branchenverband muss etwa auch Rücksicht auf internationale Konkurrenten wie den Pariser Autosalon nehmen.

    Die nächste IAA-Stadt kann nicht damit rechnen, dass sie die Automesse ähnlich wie Frankfurt gleich für Jahrzehnte veranstalten darf. Eine Zusage für einige Jahre werde zwar es geben, aber eben nicht mehr für einen extrem langfristigen Zeitraum, heißt es dazu beim VDA.

    Der Industrieverband hält sich damit also die Option offen, den Veranstaltungsort auf mittlere Sicht wieder zu wechseln. Das hält den Druck auf potenzielle Bewerberstädte hoch, sich ab und an wieder ein neues Veranstaltungskonzept auszudenken.

    Der VDA will zudem an der Trennung zwischen Pkw-IAA und Nutzfahrzeug-IAA festhalten. Mit der geplanten zusätzlichen Präsentation von Mobilitätskonzepten auf der Pkw-Messe gebe es zwar künftig Überschneidungen.

    Doch trotzdem lohne es sich immer noch, die eigene Nutzfahrzeug-IAA in Hannover zu veranstalten. Die Lkw-Schau ziehe vor allem professionelle Besucher an, während die Pkw-IAA die Veranstaltung für ein größeres Massenpublikum bleibe.

    Nicht nur in Deutschland gibt es Diskussionen darüber, wie klassische Automessen künftig aussehen sollen. Die Detroit Motorshow, einstmals die wichtigste Veranstaltung für Nordamerika, klagt ebenfalls über nachlassendes Interesse.

    Die Messemacher aus Detroit hoffen darauf, dass eine zeitliche Verlegung diesen Prozess stoppen kann: Sie wechseln im nächsten Jahr vom kalten Wintertermin im Januar in den warmen Juni.

    In Deutschland hatten etliche Unternehmen aus der Automobilindustrie immer wieder Kritik am bisherigen IAA-Konzept geäußert. Insbesondere der VW-Konzern als größtes und wichtigstes VDA-Mitglied war unzufrieden mit den bisherigen Messeideen.

    Der Konflikt um die Messe gehörte auch zu den Gründen, die zum vorzeitigen Ausscheiden des bisherigen VDA-Präsidenten Bernhard Mattes führten. Der frühere Ford-Deutschland-Chef gibt sein Amt zum Jahreswechsel auf.

    Mehr: Auf Hildegard Müller wartet eine Herkules-Aufgabe. Sie muss ihre wertvolle Erfahrung nutzen, um Fehler wie Ignoranz oder Arroganz zu verbannen. Diese acht „Todsünden“ der Autobranche muss die neue VDA-Chefin vermeiden.

    Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise berichtet, dass sich acht Städte um die Ausrichtung der IAA bewerben.

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