Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Automesse Peking VW steckt Milliarden in E-Autos für China

Der VW-Konzern nimmt in China 15 Milliarden Euro bis Ende 2022 in die Hand, um dort Elektrifizierung und Digitalisierung voranzutreiben.
Update: 24.04.2018 - 13:52 Uhr 1 Kommentar
„Mit unserer SUV-Offensive fangen wir doch gerade erst an.“ Quelle: Bloomberg
VW-Vorstand Jochem Heizmann in Peking

„Mit unserer SUV-Offensive fangen wir doch gerade erst an.“

(Foto: Bloomberg)

PekingBei Volkswagen geht der Glaube an China nicht verloren. Der VW-Konzern ist selbst ein wenig davon überrascht, wie gut sich die Verkaufszahlen auf dem chinesischen Automarkt auch in diesem Jahr weiter entwickelt haben. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht, auch wenn die Zuwachsraten in den kommenden Jahren etwas niedriger ausfallen dürften.

Im ersten Quartal dieses Jahres sind die Absatzzahlen in ganz China um knapp sieben Prozent auf rund sechs Millionen Autos gestiegen. Bei Volkswagen ist der Zuwachs mit plus 13 Prozent noch deutlich besser ausgefallen. Es fehlt nicht mehr viel, dann liegt das Verkaufsergebnis in China in einem Quartal für den VW-Konzern bei einer Million. Auf dem Heimatmarkt in Deutschland brauchen die Wolfsburger dafür ein ganzes Jahr. 2017 haben sie mehr als vier Millionen Autos in China verkauft.

VW-China-Vorstand Jochem Heizmann kalkuliert inzwischen damit, dass sein Unternehmen noch einen weiteren Absatzschub erleben wird. „Mit unserer SUV-Offensive fangen wir doch gerade erst an“, sagte das VW-Vorstandsmitglied am Dienstag bei einem Pressegespräch zum Auftakt der Automesse in Peking.

Wie überall auf der Welt entwickeln sich die SUV auch in China zum beliebtesten Fahrzeugsegment unter den Autokäufern. Es fehlt nicht mehr viel, dann ist jedes zweites verkauft Auto sein solcher Geländewagen.

Der VW-Konzern hat auf diesen Wunsch nach immer mehr SUV inzwischen reagiert – indem bislang überwiegend die auch in Europa bekannten SUV-Modelle für den chinesischen Markt überarbeitet wurden und dort inzwischen auch lokal gefertigt werden.

Volkswagen setzt nun aber zum zweiten Schritt seiner chinesischen SUV-Offensive an: China bekommt völlig eigenständige Geländewagen, die es in Europa überhaupt nicht zu kaufen gibt. Den Auftakt macht in diesem Jahr die tschechische VW-Tochter Skoda, die in Peking auf der Automesse ihren neuen Stadt-SUV Kamiq präsentiert.

SUV sind ein Teil der Strategie, die sich der VW-Konzern für den chinesischen Markt verordnet hat. Weitere wesentliche Zukunftsfaktoren sind zudem die Elektrifizierung und die Digitalisierung samt Autonomem Fahren.

Ähnlich wie in Europa nimmt Volkswagen dafür in China richtig viel Geld in die Hand: Bis Ende 2022 investiert VW zusammen mit seinen beiden chinesischen Joint-Venture-Partnern FAW und SAIC dafür 15 Milliarden Euro. Im Rest der Welt kommen dann im selben Zeitraum noch einmal weitere 34 Milliarden Euro dazu.

Das sind die Bestseller von VW
Platz 10: VW Up - 158.795 verkaufte Fahrzeuge
1 von 10

Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz zehn: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Quelle: VW Konzernbericht 2017

(Foto: vw)
Platz 9: VW Gol – 203.148 verkaufte Fahrzeuge
2 von 10

Der Kleinwagen wird speziell für den lateinamerikanischen Markt gebaut und ist dort eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. 2017 konnte Volkswagen den Absatz deutlich steigern.

(Foto: picture alliance/dpa)
Platz 8: VW Santana - 293.313 verkaufte Fahrzeuge
3 von 10

Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

(Foto: AFP)
Platz 7: VW Bora - 334.900 verkaufte Fahrzeuge
4 von 10

Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen.

(Foto: Hersteller)
Platz 6: VW Lavida - 507.574 verkaufte Fahrzeuge
5 von 10

Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

(Foto: Reuters)
Platz 5: VW Passat/Magotan - 660.996 verkaufte Fahrzeuge
6 von 10

Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, ging im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

(Foto: vw)
Platz 4: VW Polo – 755.506 verkaufte Fahrzeuge
7 von 10

Egal welche Generation - der deutsche Kleinwagen-Klassiker dominiert die Neuzulassungsstatistiken oft Monat für Monat in Folge. 2017 präsentierte VW-Markenvorstand Herbert Diess die neueste Variante des Polo.

(Foto: Reuters)

China gilt als fruchtbarer Boden für die Megatrends in der Automobilindustrie. Die Chinesen stehen der Digitalisierung der Fahrzeuge sehr aufgeschlossen gegenüber und gelten als viel experimentierfreudiger als etwa die Deutschen. Und bei der Elektrifizierung macht der chinesische Staat Druck, um die Umweltprobleme in den Griff zu bekommen. Viele chinesische Metropolen leiden unter der schlechten Luft, die auf den starken Verkehr zurückzuführen ist. VW will Mitte des kommenden Jahrzehnts mindestens 1,5 Millionen E-Autos pro Jahr allein in China verkaufen.

In Peking zeigt Volkswagen in dieser Woche seine neue Elektromarke „Sol“. Im VW-Konzern ist die spanische Tochter Seat für diesen neuen Zweig verantwortlich, auf chinesischer Seite ist der Staatskonzern JAC der dritte und damit neuester Joint-Venture-Partner von Volkswagen. „Sol“ soll vor allem preisgünstige Elektroautos mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern produzieren. Die Autos sind für jüngere Käufer in den Städten gemacht. In den Schubladen der Designer liegen Pläne für zwei SUV und eine Limousine.

Das Investmentklima in China beurteilt Volkswagen als unverändert gut, seit kurzem mit zusätzlicher positiver Tendenz. Bis zum Jahr 2022 soll der Joint-Venture-Zwang für ausländische Fahrzeughersteller fallen, Volkswagen kann seine Autos dann eigenständig in China verkaufen. „Wir begrüßen diese Liberalisierung“, sagte VW-Vorstand Heizmann. Allerdings bedeute das nicht, dass sich Volkswagen von seinen langjährigen Partnern FAW und SAIC zurückziehen werde. „Insofern gibt es keine Auswirkungen auf unsere bestehenden Joint Venture“, ergänzte Heizmann. Die Zusammenarbeit mit SAW und SAIC habe sich bewährt.

Der VW-Vorstand hat allerdings noch Wünsche an die chinesische Regierung in Sachen Liberalisierung. Die Batterien für die in China produzierten Elektroautos müssen heute noch aus China kommen, lautet eine staatliche Vorschrift. Volkswagen wünscht sich, dass diese Regelung gestrichen wird. Denn die Wolfsburger würden ihre Batterien auch in China gern ohne staatliche Zwänge einkaufen. „Wir suchen nach anderen Partnern“, betonte Vorstandsmitglied Heizmann.

Volkswagen wünschte sich auch mehr Klarheit von der chinesischen Regierung, was das Ende der Einführzölle für ausländische Autos betrifft. Bislang gebe es von staatlicher Seite eine grundsätzliche Absichtserklärung, die Zölle abschaffen zu wollen. „Aber der Zeitpunkt ist immer noch nicht klar“, beklagte Heizmann. Unter potenziellen Käufern führe das zu einer Kaufzurückhaltung, sie warteten ab.

Der VW-Konzern will zudem von China aus künftig mehr Autos in anderen Länder Asiens exportieren. Den Anfang haben die Wolfsburger zu Beginn des Jahres mit den Philippinen gemacht.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Automesse Peking - VW steckt Milliarden in E-Autos für China

1 Kommentar zu "Automesse Peking: VW steckt Milliarden in E-Autos für China"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wir sind alle schrecklich stolz auf diesen "Staatskonzern", der so viel Geld nach China pumpt und dort Arbeitsplätze schafft, der uns hier den Abgas-Skandal beschert hat, der seine Betriebsräte zum F.... nach Brasilien jetten ließ, der SPD-PolitikerINNEN fette Beraterverträge und Abfindungen spendiert, dessen EX-Personalvorstand trotz Verurteilung unseren Sozialgesetzen seinen Namen geben darf, der seine Lieferanten erpresst......

Serviceangebote