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Automesse Schanghai Deutsche Autokonzerne glauben an Chinas baldigen Konjunkturaufschwung

Die deutschen Autochefs geben sich verhalten optimistisch, was den chinesischen Absatzmarkt angeht. VW, Daimler und BMW haben Vertrauen in Peking.
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So präsentieren sich BMW, VW und Co. auf der Automesse Shanghai

SchanghaiFast könnte man den Eindruck haben, die deutschen Autobauer hätten sich untereinander abgesprochen. Auf die Frage, wie sie denn die Zukunftsaussichten für den chinesischen Absatzmarkt beurteilen, antworten die Vorstände von Volkswagen, Daimler und BMW einhellig, sie seien „optimistisch“.

VW-Chef Herbert Diess modifiziert es mit „langfristig“, Daimler-CEO Dieter Zetsche nennt ein „verhalten“ davor, und Nicolas Peter, oberster Hüter der Finanzen von BMW, ergänzt seine Zuversicht um ein „vorsichtig“. Dabei war der größte Automarkt der Welt zuletzt eingebrochen.

Hoffnung auf zweites Quartal

2018 gingen die Verkaufszahlen in China zum ersten Mal seit den 90er-Jahren um 4,6 Prozent auf 22,7 Millionen verkaufte Einheiten zurück. Und auch 2019 hält der Abwärtstrend bisher an. Als Grund für diese Entwicklung nennen Analysten zum einen die schwächelnde Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt und die Verunsicherung der Konsumenten durch den anhaltenden Handelskonflikt mit den USA.

Trotz der schwierigen Gemengelade werde es im zweiten Halbjahr wieder aufwärtsgehen, ist VW-Chef Diess überzeugt, denn „die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind intakt“. Mit der neuen VW-Marke Jetta, die chinesische Erstkäufer im bisher noch nicht abgedeckten niedrigeren Preissegment ansprechen soll, erhoffen sich die Wolfsburger ab dem dritten Quartal einen Wachstumsschub. 

Auch BMW und Daimler mit seiner Kernmarke Mercedes erwarten im Gesamtjahr ein deutliches Absatzplus in Fernost. Er rechne mit einer „soliden Wachstumsrate von fünf bis zehn Prozent“ , sagte BMW-Manager Peter. Und das, obwohl der Gesamtmarkt stagnieren dürfte. Warum aber sind gerade die deutschen Fahrzeughersteller so optimistisch?

Alle Autobosse verweisen diesbezüglich auf die von der chinesischen Staatsregierung Mitte März verkündete Senkung der Mehrwertsteuer von 16 auf 13 Prozent, die am 1. April in Kraft getreten ist. Diess, dessen Autos auch das Massensegment ansprechen, nannte diesen Stimulus „sehr relevant für den chinesischen Markt“.

Zetsche wertete es als ein „positives Signal“, während sein Chinachef Hubertus Troska darauf verwies, dass auch nicht monetäre Anreize wie kostenlose Autoschilder beim Kauf eines Elektroautos die Nachfrage anregen könnten. Als eigenen Beitrag zu besseren Ergebnissen im zweiten Halbjahr nennen die deutschen Autobosse ihre Produktoffensive bei Elektroautos und den boomenden SUVs.

Wendepunkt im Sommer?

Diese Segmente versprechen am meisten Wachstum. Allein der VW-Konzern bringt dieses Jahr acht neue Modelle auf den Markt, Daimler immerhin drei. Außerdem sind die heimischen Automanager überzeugt davon, dass die sich anbahnende Einigung zwischen Peking und Washington im Handelsstreit dabei helfen wird, das Konsumenten- und Investorenvertrauen in China wieder zu stärken.

Derzeit arbeiten die Verhandler der beiden weltgrößten Volkswirtschaften daran, einen geltenden Vertrag aufzusetzen. Doch auch ohne eine Einigung im Handelskonflikt gibt es die ersten Anzeichen eines Frühlings auf dem chinesischen Automarkt. Der März verzeichnete den kleinsten Absatzrückgang seit August 2018, obwohl einige Kunden aufgrund der verkündeten Mehrwertsteuersenkung vermutlich sogar ihren Kauf noch kurz verschoben haben.

Deshalb zeigte sich auch Xu Haidong, der stellvertretende Generalsekretär des chinesischen Verbands der Autohersteller CAAM, zuletzt optimistisch: „Wir hoffen, dass der Wendepunkt im Juli oder August kommt.“ 

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