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Automobilhersteller Automarkt in der EU in der Dauerkrise – Absatzrückgang bei VW, BMW und Opel

Vier Monate in Folge ist der Autoabsatz in EU mittlerweile geschrumpft, zeigt die Statistik. Vor allem die deutschen Hersteller verkaufen weniger.
Update: 16.01.2019 - 10:59 Uhr 1 Kommentar
Der VW-Absatz ist zum Jahresende deutlich gesunken. Quelle: dpa
Marktführer unter Druck

Der VW-Absatz ist zum Jahresende deutlich gesunken.

(Foto: dpa)

Brüssel Der europäische Automarkt fährt weiter im Krisenmodus. Im Dezember ist der Autoabsatz den vierten Monat in Folge gesunken, teilte der Branchenverband Acea am Mittwoch mit. Die Zahl der Zulassungen im letzten Monat des vergangenen Jahres sank um 8,4 Prozent auf 998.503 Fahrzeuge. Auf das Gesamtjahr gesehen legte der Absatz in Europa damit nur um magere 0,1 Prozent zu. Insgesamt haben die Autohersteller in der EU 2018 insgesamt 15,1 Millionen Fahrzeuge verkauft.

Die Nachfrage ging in vier der fünf Hauptmärkte zurück, und zwar in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Nur Italien koppelte sich unter den Hauptmärkten mit einem Wachstum von zwei Prozent vom Trend ab.

Auch der Diesel schwächelt weiter. In den fünf größten Märkten sankt der Marktanteil der Selbstzünder um 7 Prozentpunkt. Die Zahl der verkauften Dieselfahrzeuge sank um satte 19 Prozent. Elektroautos konnten davon allerdings kaum profitieren. Ihr Marktanteil ist mit 0,9 Prozent weiter marginal. Stattdessen wurden in Europa deutlich mehr Benziner verkauft.

„Wir sind zunehmend vorsichtig, was die Region angeht“, urteilt Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore ISI. Vor allem für Deutschland: die schwachen Auftragseingänge in Deutschland seien ein Zeichen, dass sich die Lage nicht so schnell entspannen werde. Auch im ersten Halbjahr 2019 wird der Absatz europaweit um 3 bis 4 Prozent sinken und sich erst zur zweiten Jahreshälfte erholen. prognostiziert er.

Für die deutschen Hersteller hält die Absatzschwäche nun schon mehrere Monate an. Der deutsche Marktführer, der VW-Konzern, verkaufte im Dezember ganze 8,7 Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat. Der Absatz der Kernmarke konnte sich im Dezember mit einem Minus von 5,9 Prozent wieder stabilisieren, nachdem der Absatz im Zuge der WLTP-Umstellung mehrere Monate um zweistellige Prozente gesunken war. Unterm Strich steht beim Marktführer immerhin noch ein Jahresplus von 3,2 Prozent.

Die Premiumriesen des Konzerns haben dagegen weiter zu kämpfen. Die Dieselabsatzschwäche und die WLTP-Umstellung, die zu einem monatelangen Auslieferungsstopp für mehrere Modelle geführt hatte, bescheren Audi ein Minus von 12,2 Prozent und Porsche ein Minus von 3,7 Prozent beim Absatz. Im Marktvergleich solide entwickelten sich Skoda mit einem Plus von vier Prozent und die spanische Tochter Seat mit einem Jahresplus von 13,3 Prozent.

Auch für die anderen deutschen Premiumhersteller endete das Jahr schwierig. Bei BMW sackte der Absatz im Dezember um 10,4 Prozent ab. Damit fahren auch die Münchener unterm Strich ein Jahresminus von 1,4 Prozent ein. Allein die Kleinwagenmarke Mini wächst mit einem Plus von 1,2 Prozent gegen den Trend.

Ganz anders sieht es bei Daimler aus. Die Premiummarke Mercedes profitierte im Dezember deutlich von der Schwäche der Konkurrenz. Gerade die SUVs der Schwaben verkaufen sich blendend. Doch das Plus von 11,5 Prozent im Dezember kann den schwachen Jahresstart nicht kompensieren. Unter dem Strich gingen die Verkäufe um 2,2 Prozent auf 838.358 zurück. Immerhin verteidigt Mercedes damit die Premiumkrone. Die Kleinwagenmarke Smart kommt im Jahresvergleich sogar auf ein leichtes Absatzplus von 0,2 Prozent.

Der deutsche Hersteller Opel leidet unter dem Dach des französischen Autokonzerns PSA dagegen weiter an chronischer Absatzschwäche. In Europa sank der Absatz der Rüsselsheimer im Jahresvergleich um 7,4 Prozent auf 869.054 Fahrzeuge. Und trotz der Probleme der Konkurrenz verkaufte die PSA-Marke auch im Dezember weniger Autos. Der Marktanteil von Opel ist damit auf 5,7 Prozent geschrumpft. Peugeot und Citroën konnten im Jahresvergleich dagegen zulegen.

Großer Gewinner sind dagegen die asiatischen Marken. Weltmarktriese Toyota konnte seine Verkäufe im Jahresvergleich gegen den Markttrend um 4,7 Prozent steigern, obwohl der Absatz der Japaner im Dezember ebenfalls um 10,7 Prozent eingebrochen ist. Und auch Hyundai (plus 3,9 Prozent) und Kia (plus 4,9 Prozent) haben gemeinsam ihr Marktanteile in Europa weiter ausgebaut.

Die erfolgreichsten Premiummarken des Jahres 2018 waren dagegen Jaguar, mit einem Plus von 18,3 Prozent, und Jeep. Die US-Geländewagenmarke des Fiat-Chrysler-Konzerns hat ihren Absatz in Europa um satte 56,2 Prozent gesteigert.

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1 Kommentar zu "Automobilhersteller: Automarkt in der EU in der Dauerkrise – Absatzrückgang bei VW, BMW und Opel"

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  • Ich tue mich schwer, die Unfähihkeit großer Hersteller zur rechtzeitigen WLTP-Umstellung als "Marktschwäche" zu deuten. Dass mangelnde Lieferfähigkeit und Kundenzurückhaltung zwei Paar Stiefel sind, ist unschwer zu erkennen.

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