Automobilindustrie EU startet Kartellverfahren gegen Zulieferer

Nach jahrelangen Ermittlungen hat die EU-Kommission ein Verfahren gegen Autozulieferer wegen Preisabsprachen bei Auto-Kabelsätzen eröffnet. Es könnte nur das erste einer Reihe von Kartellverfahren in der Branche sein.
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Ein Mitarbeiter bei dem Zulieferer Leoni kontrolliert eine Kabeltrommel. Auch der Nürnberger Zulieferer Leoni steht wegen Preisabsprache unter Verdacht. Quelle: ZB

Ein Mitarbeiter bei dem Zulieferer Leoni kontrolliert eine Kabeltrommel. Auch der Nürnberger Zulieferer Leoni steht wegen Preisabsprache unter Verdacht.

(Foto: ZB)

Nach zweieinhalb Jahren Ermittlungen wegen möglicher Preisabsprachen bei Auto-Kabelsätzen hat die EU-Kommission ein Verfahren gegen Zulieferer eröffnet. Geprüft werde eine mutmaßliche Kartellbildung von Bordnetz-Herstellern, die gegen EU-Regeln verstoße, teilten die Wettbewerbshüter am Donnerstag mit, ohne Namen oder Details zu nennen.

Betroffen ist davon unter anderem der Nürnberger Konzern Leoni. „Wir kooperieren weiter mit der EU-Kommission in dieser Sache", sagte ein Sprecher. Auch mit dem US-Justizministerium, das in der Vergangenheit ebenfalls zu Wettbewerbsverstößen ermittelte, arbeite man weiter zusammen. Zu den Vorwürfen wollte sich Leoni mit Verweis auf laufende Verfahren nicht äußern.

Die EU-Kommission hatte im Februar 2010 Ermittlungen aufgenommen und Razzien bei verschiedenen Unternehmen unternommen. Betroffen war auch die Bordnetzsparte von Leoni. Nach Angaben der Wettbewerbshüter von Donnerstag ist das Verfahren „Teil weitergehender Untersuchungen zu möglichen Kartellen in der Automobilindustrie".

Vor Kurzem hätten unangekündigte Kontrollen in weiteren Segmenten der Zulieferbranche stattgefunden. Diese erstreckten sich den Angaben zufolge auf Hersteller von Sicherheits- und Thermosystemen sowie von Wälz- und Gleitlagern. Auch hier vermutet die EU-Kommission die Existenz von Kartellen.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Automobilindustrie: EU startet Kartellverfahren gegen Zulieferer"

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  • Viele Zulieferunternehmen haben in Zeiten normaler und schwacher Konjunktur am PKW-Markt kaum Möglichkeiten sich gegen die unglaubliche Macht und die Erpressungen der Fahrzeughersteller zu wehren. Absprachen bei den Zulieferen sind oft reiner verzweifelter Selbstschutz um sich z.B. gegen den Zwang der Kunden zu wehren jedes Jahr für alle Programme der übermächtigen Kunden Angebote abzugeben, nur um den aktuellen Lieferanten preislich noch mehr in die Zange nehmen zu können. Die immensen Kosten für diesen Aufwand, der nur dem Hersteller der PKW zugute kommt, zahlt natürlich der Lieferant - dem dann bei der nächsten Preisrunde zu hohe Kosten/Preise vorgeworfen werden.

    Moralisch sind die Autohersteller verantwortlich.

  • Und wieder einmal mehr Brüssel. Gegen Spritpreisabsprachen wird nichts unternommen, aber hier muss mal wieder die Daseinsberechtigung nachgewiesen werden.

    Zum kot...

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