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Ola Källenius (links im Bild), Bernhard Mattes (Mitte), Arndt Kirchhof

Daimler-Chef Källenius hat mit der Suche eines Nachfolgers für VDA-Präsident Matthes einen schwierigen Job, Unternehmer Kirchhoff muss bei der Präsidenten-Suche die Interessen der Zulieferer wahren.

(Foto: dpa/imago/imago)

Automobilindustrie Hängepartie um VDA-Vorsitz: Entscheidung wird sich wohl noch bis 2020 ziehen

Nach dem Rückzug von Sigmar Gabriel könnte Hildegard Müller oberste Auto-Lobbyistin werden. Doch diese Lösung braucht noch Zeit.
06.11.2019 - 17:42 Uhr Kommentieren

Frankfurt Das Nein von Sigmar Gabriel hat die Automanager Ola Källenius und Arndt Kirchhoff kalt erwischt. Die beiden Firmenchefs sind mit der Suche nach einem neuen Präsidenten für den Verband der Automobilindustrie (VDA) betraut. Es ist ein wichtiger Posten, gilt es doch gerade in der Umbruchphase, den Kontakt zur Politik zu halten.

Auf zwei Köpfe hatten Daimler-Chef Källenius und der Boss von Kirchhoff Automotive das Feld der Kandidaten eingedampft. Verblieben waren die früheren Staatsminister Hildegard Müller und eben Gabriel, der Minister für die Bereiche Wirtschaft, Umwelt und Auswärtiges sowie Vizekanzler und SPD-Chef war. Ein Tausendsassa. „Er wäre unser Favorit gewesen“, sagten etliche Vertreter der Autobranche.

Er war Favorit, und nun fällt seine Berufung kurz vor der entscheidenden Sitzung des VDA-Vorstands am Donnerstag aus. Ohne Zweifel sei die Präsidentschaft eine „spannende und herausfordernde Aufgabe“, erklärte Gabriel. Aber er stehe für diese Aufgabe nicht zur Verfügung.

Für Källenius und Kirchhoff ist diese Absage ein herber Rückschlag. Am Samstag hatten die drei über die künftige Rolle und Aufstellung des Verbands diskutiert. Es war sozusagen ein Abklopfen der grundsätzlichen Frage, ob Gabriel denn für die Aufgabe auch wirklich bereit ist.

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    Positiv sei das Gespräch gewesen, hieß es vonseiten eines Beteiligten. Gabriel habe sogar Überlegungen angestellt, wie die International Automobilausstellung (IAA) zukünftig besser positioniert werden könnte.

    Die Messe hatte zuletzt unter Besucherschwund gelitten. Nun wird gar diskutiert, ob die Veranstaltung von Frankfurt nach Berlin wandert und am Ende zu einem Event für nachhaltige Mobilität umfunktioniert wird.

    Problematisch ist aus Sicht einiger Autobosse Gabriels Parteibuch gewesen. Mit Blick auf die aktuellen Umfragewerte ist ein dauerhafter Verbleib der SPD in der Bundesregierung unwahrscheinlich. „Besser ist da eine Mitgliedschaft bei der CDU oder den Grünen“, sagte ein mit den Vorgängen vertrauter Manager aus der Industrie.

    Vorerst bleibt nur eine Kandidatin für die VDA-Spitze

    Es waren nicht die einzigen Zweifel: Auch Gabriel wohl gesonnene Menschen hatten ihm abgeraten. „Die Autoindustrie steckt in einem Umbruch, und da wird der Kontakt mit der Politik nicht einfach sein“, sagte eine Person aus seinem persönlichen Umfeld. Er habe Gabriel daher empfohlen, nicht Präsident des VDA zu werden.

    Und dann sind da noch die Aussagen von ihm selbst, die eine Übernahme des Postens zumindest erklärungsbedürftig gemacht hätten. „Man soll nicht an Türen klopfen, hinter denen man selbst mal gesessen hat“, hatte er einmal der „Bild“-Zeitung gesagt. Sprich, Lobbyist hätte er nicht werden wollen.

    Teile der SPD hätten ihm das sicher nicht verziehen. Viele Genossen zürnen immer noch Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der heute unter anderem für die russische Energiewirtschaft arbeitet.

    Einzige verbliebene Kandidatin für den VDA-Vorsitz. Quelle: Pressebild
    Hildegard Müller

    Einzige verbliebene Kandidatin für den VDA-Vorsitz.

    (Foto: Pressebild)

    Källenius und Kirchhoff verbleibt nun mit Hildegard Müller vorerst nur eine Kandidatin für die VDA-Spitze. Mit ihr hatten die beiden Mitte vergangener Woche gesprochen. Es sei ein angenehmes und konstruktives Treffen gewesen, hieß es.

    Als Ex-Staatsministerin ist sie in der Politik bestens verankert und als frühere Chefin des Energieverbands BDEW mit der Verbandsarbeit vertraut. Als Vorständin von Innogy kennt sie sich zudem in dem Bereich Elektromobilität sehr gut aus. „Sie ist definitiv eine Bereicherung“, sagte ein Branchenvertreter.

    Wenn der Vorstand des VDA am Donnerstag in der Früh zusammentritt, wird die Personalie Müller im Zentrum der Diskussion stehen. Eine Entscheidung über die Neubesetzung soll indes noch nicht gefällt werden, berichteten Teilnehmer dem Handelsblatt. „Einige Mitglieder des VDA kennen Frau Müller nicht.“ Sie müsse sich nun vorstellen und um Vertrauen werben.

    Ihre Wahl könnte dann dem Vernehmen nach Anfang kommenden Jahres stattfinden. Damit wird klar, dass der Verband zumindest eine kurze Zeit führungslos sein wird.

    Amtsinhaber Bernhard Mattes hatte im September überraschend seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Müller selbst soll für die Aufgabe unverändert zur Verfügung stehen, auch wenn Gabriel der Favorit gewesen sei, hieß es am Mittwoch aus Industriekreisen.

    Mehr: Der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel wird nicht an die Spitze des Verbands der Automobilindustrie rücken. Gabriel muss dem VDA aufgrund anderer Aufgaben absagen.

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