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Automobilindustrie VW hilft seinen deutschen Händlern mit Investitionspaket in Millionenhöhe – und startet neuen Onlinehandel

Der Autohersteller legt ein Unterstützungsprogramm über 200 Millionen Euro auf. Die deutschen VW-Händler sollen damit deutlich digitaler werden.
26.05.2021 Update: 26.05.2021 - 16:41 Uhr Kommentieren
Das neue VW-Logo auf einem ID.3 aus der aktuellen Wolfsburger Elektrofamilie: Das neue und vor eineinhalb Jahren eingeführte Markenzeichen hat sich im Handel noch nicht überall durchgesetzt. Quelle: dpa
VW-Logo

Das neue VW-Logo auf einem ID.3 aus der aktuellen Wolfsburger Elektrofamilie: Das neue und vor eineinhalb Jahren eingeführte Markenzeichen hat sich im Handel noch nicht überall durchgesetzt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Hinter dem Autohandel liegen schwere Monate. Vor einem Jahr mussten die Handelsbetriebe das erste Mal wegen Corona schließen, dann folgte die zweite lange Durststrecke über die Wintermonate. Jetzt schwächt sich die Pandemie ab, und die Autoverkäufe ziehen wieder an.

Aus der Konzernzentrale in Wolfsburg kommt für die deutschen Volkswagen-Händler jetzt zusätzlicher Schub: VW legt für seine Betriebe in der Bundesrepublik ein neues Investitionsprogramm auf. In den kommenden drei Jahren stellt Volkswagen dafür einen dreistelligen Millionenbetrag bereit.

Aus Konzernkreisen verlautete, dass das Programm 200 Millionen Euro umfassen soll. Zugleich startet die Marke VW im Sommer mit ihrem neuen Onlinehandel. Schon auf dem Höhepunkt der Pandemie hatte der Konzern seinen Händlern mit der Verlängerung von Zahlungszielen und gestreckten Krediten geholfen.

Das neue Programm für die rund 800 deutschen Händler sieht Volkswagen als Investment in die Zukunft. „Deutschland ist unser Heimatmarkt. Wir werden den Vertrieb hier noch einmal deutlich stärken und ihn auch beim Thema Digitalisierung zum Vorbild für andere Märkte machen“, kündigte VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

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    Nie zuvor hat Volkswagen in dieser Größenordnung ein solches Unterstützungsprogramm für seine deutsche Handelsorganisation aufgelegt. „Diese Förderung der Händler nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis“, sagte Dirk Weddigen von Knapp, Präsident des Verbands der VW-Händler in Deutschland, zum neuen Programm. Damit übernehme Volkswagen 50 Prozent der Investitionen in die Verbesserung des Markenauftritts.

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    Im Herbst 2019 hatte der VW-Konzern ein neues Markenlogo eingeführt, das weltweit verwendet werden soll. Doch während die meisten konzerneigenen Fabriken längst auf das neue Logo umgestellt haben, sind etliche Handelsbetriebe in der Vergangenheit stehen geblieben und haben noch nicht umgerüstet. Mit dem neuen Programm will Wolfsburg dafür sorgen, dass das neue Logo bei allen Händlern verwendet wird.

    Das zusätzliche Geld geht zudem in die optische und bauliche Aufwertung der Autohäuser. Volkswagen investiert in die Schulung und die Ausbildung der Mitarbeiter im mittelständischen Kfz-Handel. Eine Trainingsoffensive soll die Beschäftigten des Handels besser auf Elektromobilität und die Digitalisierung vorbereiten.

    Einstieg in den Onlinehandel

    VW will zur begehrenswertesten Marke für nachhaltige Mobilität aufsteigen. Geplant ist zudem ein Service, der über dem Durchschnitt der Massenhersteller liegt und an das Niveau von Premiummarken heranreicht. „Dazu gehört auch ein exzellentes Kundenerlebnis beim Kauf, Leasing oder Service eines Volkswagens. Hier wollen wir Maßstäbe setzen“, sagte VW-Vorstand Zellmer.

    Für die Millionen aus Wolfsburg erwartet der Konzern eine Gegenleistung seiner Handelsbetriebe: „Bei uns muss eine noch schnellere Antwort auf Kundenanfragen kommen als bei anderen Herstellern“, ergänzte Zellmer. Volkswagen verspreche sich von dem Programm einen Qualitätsschub, mit dem der Wolfsburger Hersteller seinem eigenen Anspruch von „Top of Volume“ auch gerecht werde.

    Ein moderner, auf die Zukunft ausgerichteter Handel sei für VW „ein grundlegender Erfolgsfaktor“. Die Marke Volkswagen Pkw starte mit diesem Programm zunächst in Deutschland. Später werde es auch eine Ausweitung auf andere Länder geben.

    In den Sommermonaten steht eine weitere Neuerung auf dem Programm: Volkswagen bereitet einen umfassenden Einstieg in den Onlinehandel vor, der in Wolfsburg bislang nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Volkswagen sieht darin keinen Angriff auf den klassischen stationären Autohandel und dessen Betriebe, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

    „Selbstverständlich muss unser Vertriebssystem Kunden online und offline zur Verfügung stehen“, betonte VW-Vorstand Zellmer. Volkswagen habe dem veränderten Kundenverhalten Rechnung zu tragen. Autos würden heute rund um die Uhr und auch außerhalb der Ladenschlusszeiten bestellt.

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    Die Händler sollen an den Erlösen aus dem VW-Onlinehandel beteiligt werden, weil sie beispielsweise weiter für die Fahrzeugübergabe oder für Probefahrten verantwortlich bleiben. „Wir brauchen Kundennähe und die lokale Präsenz“, so Zellmer. Im Handel sei ein Digitalisierungsschub jedoch unverzichtbar.

    VW beginnt den Onlinehandel im Sommer zunächst mit den neuen vollständig batterieelektrischen Fahrzeugen ID.3 und ID.4. Später soll der digitale Vertrieb auf die gesamte Modellpalette – und andere Länder – ausgeweitet werden. Außerdem wird der Handel mit Gebrauchtwagen dazukommen. Neu- und Gebrauchtwagen sind untrennbar miteinander verbunden, weil viele Kunden ein gebrauchtes Fahrzeug in Zahlung geben, wenn sie ein neues Auto kaufen.

    Neues Verkaufssystem für ausländische Händler

    Das alles kommt zur rechten Zeit. Nach den Corona-Einbrüchen der zurückliegenden zwölf Monate geht es bei den Autoverkäufen in Deutschland wieder langsam nach oben. Im April lag die Zahl der Pkw-Neuzulassungen bei 230.000 Exemplaren, ein Plus von 90 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

    Gleichwohl warnen die Autohändler vor zu viel Euphorie. „Nach wie vor leiden wir an der unübersichtlichen Situation bei den Inzidenzwerten und den daran gekoppelten unterschiedlichen Einkaufsszenarien und bleiben deutlich hinter unseren Möglichkeiten“, sagte Thomas Peckruhn, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK): „Von Jubelstimmung kann daher keine Rede sein.“

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    Volkswagen kündigte zudem eine Änderung des Verkaufssystems für seine europäischen Händler an. Versuchsweise wurden die neuen Elektromodelle aus der ID-Reihe seit dem Herbst vergangenen Jahres in Deutschland und Österreich über ein sogenanntes „Agentursystem“ verkauft. Die Händler geben die ID-Modelle nicht mehr im eigenen Namen und auf eigene Rechnung ab, sondern als „Verkaufsagenten“ im Namen von Volkswagen.

    Nach der aus VW-Sicht erfolgreichen Testphase in Deutschland und Österreich soll das Agentursystem nun ausgeweitet werden. Zellmer nannte an erster Stelle die Märkte in Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen, Irland und Schweden. Dort will Volkswagen das klassische Verkaufsmodell bei den ID-Baureihen zugunsten des Agentursystems abschaffen.

    Mehr: Die autonome Bewegung: Diess verordnet VW nach der E-Mobilität schon die nächste Revolution

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