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Automobilkonzern VW-Chef Diess dringt auf Entscheidung über vorzeitige Vertragsverlängerung

Im Hauruck-Verfahren will der Konzernchef seine Personalie im Aufsichtsrat durchdrücken. Das Gremium ist wenig begeistert von Diess’ Offensive.
27.11.2020 Update: 27.11.2020 - 18:28 Uhr 1 Kommentar
Der Konzernchef macht beim Thema einer vorzeitigen Verlängerung eines 2023 auslaufenden Vertrags Druck. Quelle: Reuters
Herbert Diess

Der Konzernchef macht beim Thema einer vorzeitigen Verlängerung eines 2023 auslaufenden Vertrags Druck.

(Foto: Reuters)

Wolfsburg, Frankfurt VW-Konzernchef Herbert Diess strebt Konzernkreisen zufolge die vorzeitige Verlängerung seines im Frühjahr 2023 auslaufenden Vertrags an. „Er braucht jetzt diese Bestätigung, dass der Aufsichtsrat seinen Kurs unterstützt“, erläuterten Insider an diesem Freitag weiter. Noch in diesem Jahr ist eine Sitzung der 20 Kontrolleure geplant. Das Thema Vertragsverlängerung wird damit zwangsläufig Thema, auch wenn es nicht für die Tagesordnung vorgesehen war.

Diess hat noch einen Vertrag bis zum Jahr 2023, die Diskussion ist dem Regelwerk zufolge eigentlich nicht zulässig. Erst im letzten Jahr seiner Gültigkeit dürfen Aufsichtsrat und Vorstand demnach über eine Verlängerung reden. Aus Sicht des 62-Jährigen bieten sich jedoch weitere Szenarien. Eines wäre, dass sein Vertrag mit sofortiger Wirkung aufgelöst und direkt danach ein neuer Vertrag mit einer fünfjährigen Laufzeit geschlossen wird, hieß es.

Alternativ sei denkbar, dass Diess seinen aktuellen Vertrag bis 2023 erfüllt und ihm danach eine Verlängerung von weiteren drei Jahren zugesagt wird.

Am Ende einer verlängerten Laufzeit wäre er 67 Jahre alt. Genau dieser Umstand wird nun für Diess zu einem großen Problem. Denn eine Verlängerung über das Alter von 65 Jahren hinaus ist nur möglich, wenn dies aus besonderem Grund notwendig ist. So sieht es das VW-Gesetz vor, das Arbeitnehmern besondere Rechte einräumt. Wichtige Entscheidungen wie ein Vorstandsvertrag jenseits der 65-Jahre-Grenze fallen unter diese Regel.

Der mächtige Betriebsratschef Bernd Osterloh kann damit eine Vertragsverlängerung blockieren. Aber auch ohne die zehn Stimmen der Arbeitnehmerbank könnte Diess mit seinem Ansinnen scheitern. Im Aufsichtsrat stößt der Wunsch des VW-Chefs auf wenig Gegenliebe, wie es hieß.

Volkswagen muss effizienter werden, heißt es

Der Betriebsrat sowie das Land Niedersachsen als zweitgrößter Aktionär lehnten einen Kommentar ab. Ein Sprecher der Familie Porsche/Piech betonte, dass der größte Aktionär hinter der Strategie von VW und hinter Diess stehe. Auf die Frage, ob die Familie über eine Vertragsverlängerung reden wolle, antwortete der Sprecher: „Kein Kommentar.“

Diess macht auch die Besetzung wichtiger Posten im Konzernvorstand zur Machtfrage. Im nächsten Jahr zieht sich Finanzvorstand Frank Witter zurück in den Ruhestand. Als Favorit von Diess gilt Arno Antlitz, aktuell Audi-Finanzvorstand. Osterloh lehnt Antlitz rundherum ab. Als Antlitz Finanzvorstand der Marke Volkswagen Pkw in Wolfsburg war, war es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit dem Betriebsratschef gekommen.

Mit seinem Mitstreiter Antlitz will Diess Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen vor allem an den deutschen Standorten vorantreiben. Volkswagen müsse effizienter werden, um den Fortbestand dauerhaft zu sichern, heißt es in Unternehmenskreisen.

Mehr: „Der Wandel wird sich in zehn Jahren vollziehen – mit oder ohne Volkswagen“, sagt Herbert Diess im Handelsblatt-Gastbeitrag.

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1 Kommentar zu "Automobilkonzern: VW-Chef Diess dringt auf Entscheidung über vorzeitige Vertragsverlängerung"

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  • warum wohl? Mit dem was der herr abliefert will er sich - da sein ende vorhersehbar ist- noch seine abfindung sichern. Diess ist ein buchhalter aber kein automann. solange er das sagen hat lasse ich finger von VW-Anteilen.

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