Autonomes Fahren Daimler und Bosch testen autonomen Shuttle-Service auf US-Straßen

Die beiden Konzerne arbeiten gemeinsam an fahrerlosen Autos für Fahrdienste aller Art. Anfang 2020 sollen die Fahrzeuge serienreif sein.
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Gemeinsam mit Bosch investiert der Autobauer einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in Tests mit autonomen Fahrzeugen in den USA. Quelle: dpa
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Gemeinsam mit Bosch investiert der Autobauer einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in Tests mit autonomen Fahrzeugen in den USA.

(Foto: dpa)

Frankfurt, BangaloreDaimler und Bosch treiben ihr gemeinsames Entwicklungsprojekt zum autonomen Fahren voran. Ab Mitte 2019 soll ein Shuttle-Service auf ausgewählten Strecken in einer Metropole im US-Bundesstaat Kalifornien mit Kunden getestet werden, kündigten die Unternehmen am Mittwoch an.

Ob es die Straßen von San Francisco werden, wollten die Projektleiter wegen noch laufender Gespräche nicht sagen. Aber zumindest in der Region San Francisco Bay soll erprobt werden, wie sich vollautomatisierte Fahrzeuge in den Stadtverkehr mit vielen anderen Pkw, Rad- und Motorradfahrern sowie Fußgängern integrieren lassen.

Der global führende Premiumautobauer und der weltweit größte Autozulieferer experimentieren jeder für sich schon seit 2013 an fahrerlosen Autos in der Praxis. Im vergangenen Jahr schlossen sie sich zusammen, um ihr Technologiewissen zu diesem wichtigen Trend mit Blick auf den Stadtverkehr zu bündeln und die damit verbundenen hohen Kosten im Rahmen zu halten.

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Beide Konzerne finanzieren das Projekt zu gleichen Teilen. Zur Höhe des Budgets machten Bosch und Daimler keine genauen Angaben. Es handele sich um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag, erklärte Daimler.

Die Autos, die für Fahrdienste aller Art eingesetzt werden sollen, sollen bis Anfang des nächsten Jahrzehnts serienreif sein. Sicherheit habe dabei jedoch oberste Priorität, erklärte Michael Hafner, Leiter für automatisiertes Fahren bei Daimler. „Gründlichkeit geht dabei im Zweifel vor Schnelligkeit.“

Die mit Sensoren und Kameras gespickten Mercedes-Modelle können zwei Passagiere aufnehmen, ein Sicherheitsfahrer soll stets an Bord sein. Ein Verbund mehrerer Steuergeräte verarbeitet die Unmengen an Daten, die für sicheres Fahren gebraucht werden. Eine Plattform für künstliche Intelligenz zum ständigen Anpassen an neue Situationen besorgten sich Daimler und Bosch beim US-Technologieunternehmen Nvidia.

Daimler erhält grünes Licht für Straßentests in Peking

Das Vertrauen in die Technik wurde in letzter Zeit erschüttert durch mehrere Unfälle von Tesla-Modellen im Autopilot-Modus und vor allem den Unfall eines selbstfahrenden Testautos des Fahrdienstvermittlers Uber, bei dem eine Passantin getötet wurde.

Zu möglichen Erkenntnissen aus diesen Vorfällen wollten sich die Experten von Daimler und Bosch nicht äußern. Es gelte, ein absolut sicheres Produkt auf die Straße zu bringen und über die Technik zu informieren, damit Autos ohne Lenkrad und Pedale von der Gesellschaft akzeptiert würden.

Daimler darf seine autonom fahrenden Autos künftig auch auf den Straßen der chinesischen Hauptstadt Peking testen. Als erster internationaler Autobauer hat der Konzern eine Genehmigung für den Betrieb von Level-4-Testfahrzeugen auf öffentlichen Straßen in der Stadt erhalten, wie Daimler am vergangenen Freitag mitteilte.

Level 4 ist die zweithöchste Stufe beim autonomen Fahren. Die Autos machen quasi alles allein, es sitzt aber ein Fahrer am Steuer, der im Notfall eingreifen kann. Für den Test in Peking werden zwei V-Klasse-Großraumlimousinen speziell ausgerüstet und gekennzeichnet.

Daimler arbeitet bei dem Straßen-Test mit dem chinesischen Google-Konkurrenten Baidu und der Forschungsplattform „Apollo Open Source“ zusammen. Baidu forscht intensiv an selbstfahrenden Autos und kooperiert schon seit einigen Jahren auch bei anderen Themen mit dem Stuttgarter Autobauer. Daimler betreibt für Mercedes-Benz in Peking ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum.

An der Apollo-Plattform sind neben Daimler zahlreiche weitere Firmen beteiligt, darunter auch Bosch und BMW. Am Dienstag gab auch der US-Chiphersteller Analog Devices eine Partnerschaft mit Baidu bekannt. Geplant ist demnach die gemeinsame Entwicklung von Sensorik- und Navigationsanwendungen.

Nach jahrelanger interner Entwicklung beschloss Baidu im vergangenen Jahr, auf dem Gebiet des autonomen Fahrens mit anderen Firmen zusammenzuarbeiten. Dies soll die Position der Chinesen im Wettlauf mit US-Konzernen wie Tesla und Google verbessern.

  • rtr
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