Autonomes Fahren Fiat flirtet mit Google

Fiat Chrysler steht in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Google-Mutter Alphabet. Die Unternehmen wollen bei selbstfahrenden Autos kooperieren. Es wäre die Ehe von zwei hoffnungslosen Singles.
Update: 29.04.2016 - 11:18 Uhr
Der Internetriese Alphabet investiert bereits seit über sechs Jahren in die Entwicklung des autonomen Fahrens. Quelle: Reuters
Alphabet

Der Internetriese Alphabet investiert bereits seit über sechs Jahren in die Entwicklung des autonomen Fahrens.

(Foto: Reuters)

New YorkDie bei Google seit Jahren entwickelte Technik für selbstfahrende Autos könnte laut Medienberichten bei Fahrzeugen von Fiat Chrysler zum Einsatz kommen. Der Autobauer verhandele mit der der Google-Mutter Alphabet über eine Zusammenarbeit, schrieben das „Wall Street Journal“ und die „Financial Times“ am späten Donnerstag. Während der Internet-Konzern eine Flotte aus mehreren Dutzend zum Teil selbstentwickelter Roboterwagen auf die Straßen schickt, erklärten die zuständigen Manager stets, man suche nur eine Partnerschaft mit etablierten Herstellern.

Fiat Chrysler galt in der Branche schon länger als Kandidat für eine solche Kooperation mit Google. Der Konzern liegt bei der Entwicklung eigener Systeme für autonomes Fahren hinter Konkurrenten wie Ford, General Motors oder Daimler. Zudem ist Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne schon länger auf der Suche nach Partnern und erklärte wiederholt, dass sich die Auto-Industrie gegenüber Tech-Konzernen wie Alphabet oder auch Apple stärker öffnen sollte.

Der Chefentwickler der Google-Roboterwagen, Chris Urmson, hatte sich auf der Automesse IAA im vergangenen Herbst zuversichtlich gezeigt, dass sich Partner aus der Autobranche finden werden. „Wir sprechen intensiv mit Autoherstellern und so viele von ihnen denken vorausschauend, sehen die Herausforderungen, die vor uns als Gesellschaft liegen“, sagte er der dpa.

Das ist das neue Google-ABC
A wie Alphabet
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Google strukturiert massiv um und schlüpft unter das Dach eines neuen Mutterkonzerns. Der Name der Gesellschaft lautet Alphabet. Durch den Schritt sollen die vielen unterschiedlichen Sparten von Google unabhängiger werden.

B wie Brin und Page
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Die Google-Gründer Larry Page (rechts) und Sergey Brin besetzen auch bei Alphabet die Schaltstellen: Page bleibt CEO, Brin Präsident der Holidng.

C wie Calico
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Die Gesundheitsfirma soll vor allem das Altern erforschen – um es eventuell bremsen zu lernen.

F wie Fiber
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In den USA bietet der Konzern unter diesem Namen in rund einem halben Dutzend Städten ultra-schnelle Internet-Zugänge über Glasfaser-Anschlüsse an.

G wie Google
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Unter dem angestammten Namen des Konzerns bleiben als Alphabet-Tochter weiter die Internet-Suchmaschine, das Werbe-Geschäft sowie Youtube und Android gebündelt.

L wie Life Sciences
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Ursprünglich ein Teil des Geheimlabors Google X. In den Labors werden Innovationen im Gesundheitsbereich entwickelt, so etwa eine smarte Kontaktlinse, die Glukose in der Tränenflüssigkeit misst.

N wie Nest
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Google kaufte den Anbieter von vernetzten Thermostaten (im Bild) und Rauchmeldern Anfang 2014 für mehr als drei Milliarden Dollar. Nest-Mitgründer Tony Fadell, der einst bei Apple die iPod-Player mitentwickelte, trägt inzwischen auch die Verantwortung für die im ersten Anlauf gefloppte Datenbrille Google Glass.

Auch der ehemalige Hyundai-Manager John Krafcik, der seit vergangenem Herbst das Roboterauto-Projekt leitet, hatte Kooperationen als Ziel für die nächste Phase der Entwicklung ausgegeben. Ende des Jahres wurde in Medienberichten Ford als potenzieller Partner genannt - doch der Autobauer kündigte stattdessen einen Fokus auf die Entwicklung eigener Technologien an.

Google baute erst die Sensoren und Steuertechnik nur in Fahrzeuge anderer Hersteller ein, inzwischen sind auch bei dem Internet-Konzern selbst entwickelte kleine elektrische Zweisitzer auf den Straßen. Die Vision ist, bei den Fahrzeugen in Zukunft ganz auf Bedienelemente wie Lenkrad oder Pedale zu verzichten und die Autos komplett vom Computer steuern zu lassen. In Teilen der Autoindustrie wird befürchtet, man könne als Auftragshersteller für Tech-Schwergewichte für Apple oder Alphabet enden. Der iPhone-Konzern entwickelt Medienberichten zufolge ebenfalls ein eigenes Auto, das zum Jahr 2020 fertig sein könnte.

Marchionne sieht die Branche vor großen Herausforderungen mit der Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge und dem Trend vor allem unter jungen Kunden, die Autos zu mieten, statt zu kaufen. Er brachte auch einen Zusammenschluss mit der Opel-Mutter General Motors ins Gespräch, wurde aber abgewiesen.

Alphabet ist sehr weit bei der Entwicklung autonom fahrender Autos und der Echtzeit-Analyse der Umgebungsdaten. Dennoch hat die Technologie noch Schwächen und vor kurzem verursachte die Software erstmals selbst einen kleinen Unfall mit Blechschaden.

  • dpa
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