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Autonomes Fahren Tödlicher Uber-Crash könnte zu strengeren Regeln für Roboterautos führen

Roboterwagen wurden bislang vor allem auf US-Straßen getestet, weil dort laxere Gesetze gelten. Nach einem tödlichen Unfall könnte sich das ändern.
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Für Straßentest könnten künftig auch in den USA strengere Regeln gelten. Quelle: AP
Selbstfahrendes Taxi von Uber

Für Straßentest könnten künftig auch in den USA strengere Regeln gelten.

(Foto: AP)

Washington Der erste tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto könnte zu strengeren Regeln für Roboterwagen-Tests führen. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA prüft nun entsprechende Empfehlungen amerikanischer Unfallermittler nach dem Zusammenstoß, bei dem ein Testfahrzeug des Mobilitätskonzerns Uber eine Fußgängerin tötete. Die Ermittlungsbehörde NTSB will unter anderem, dass bisher freiwillige Sicherheitsberichte der Unternehmen zur verbindlichen Voraussetzung werden.

Die NTSB, die auch nach Flugzeugabstürzen aktiv wird, kann zwar nur Empfehlungen aussprechen - ihr Wort hat aber Gewicht in den USA. In einer öffentlichen Sitzung am Dienstag ging vor allem NTSB-Mitglied Jennifer Homendy hart ins Gericht mit den bisherigen Vorschriften der Verkehrsbehörde NHTSA, die sie als „lasch“ kritisierte: „Sie haben den technologischen Fortschritt über den Schutz von Menschenleben gestellt.“

Bei dem Unfall im März 2018 hatte ein vom Computer gesteuerter Uber-Testwagen in der Stadt Tempe im Bundesstaat Arizona eine Frau getötet, die ein Fahrrad über eine mehrspurige Straße geschoben hatte. Die unmittelbare Ursache sieht die NTSB darin, dass die Fahrerin des Testwagens abgelenkt gewesen sei. Sie schaute sich nach Angaben der Polizei eine TV-Sendung auf ihrem Smartphone an. Wäre sie aufmerksam gewesen, hätte sie wahrscheinlich genügend Zeit gehabt, den Unfall zu verhindern, wie die NTSB betonte.

Zugleich kritisierten die Ermittler die Risikobereitschaft von Uber. Beim Umbau zum Roboterwagen war die Funktion des Herstellers Volvo zum automatischen Bremsen abgeschaltet worden. Die Sensoren des Autos hatten die Frau zwar 5,6 Sekunden vor dem Aufprall erfasst - aber Ubers Software konnte sie zunächst weder als Fußgängerin einordnen, noch ihren Weg vorhersagen. Außerdem habe der Fahrdienst-Vermittler nicht genügend das Verhalten der Menschen am Steuer überwacht, auch nachdem Uber auf einen zweiten Mitarbeiter bei den Testfahrten verzichtet habe.

NTSB-Chef Robert Sumwalt betonte, dass Sicherheit entscheidend für die Akzeptanz selbstfahrender Autos sein werde. „Ein Unfall jedes Unternehmens beeinträchtigt das Vertrauen der Öffentlichkeit.“

Die USA haben sich in den vergangenen Jahren zu dem Land entwickelt, in dem die meisten Roboterwagen auf öffentlichen Straßen getestet werden. Allein in Kalifornien haben inzwischen mehr als 60 Unternehmen die Erlaubnis für Fahrten mit Mitarbeitern am Steuern bekommen, darunter auch Unternehmen aus Deutschland. Die Google-Schwesterfirma Waymo darf inzwischen auch ohne Sicherheitsfahrer testen. Während in Kalifornien die Unternehmen regelmäßig Berichte über Zwischenfälle sowie das Eingreifen der Sicherheitsfahrer veröffentlichen müssen, gab es in Arizona bisher noch weniger Vorschriften.

Die NTSB forderte Arizona nun auf, die Regeln für die Erteilung einer Testerlaubnis vor allem mit Blick auf die Sicherheit zu verschärfen.

Mehr: Der Tod einer Frau hätte vermieden werden können, wenn die Software eines selbstfahrenden Uber-Autos funktioniert hätte. Doch diese hatte die Frau nicht richtig erkannt.

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  • dpa
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