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Autonomes Fahren Video zeigt Sekunden vor tödlichem Unfall mit Ubers Roboterauto

Der Unfall sei praktisch unvermeidbar gewesen, sagte die Polizei nach dem Vorfall. Die nun veröffentlichen Aufnahmen nähren Zweifel.
11 Kommentare

Dieses Video zeigt den Uber-Unfall

San Francisco/New York Die Polizei der US-Stadt Tempe hat Aufnahmen des selbstfahrenden Uber-Autos veröffentlicht, das Sonntagnacht eine 49-jährige Frau erfasste und tödlich verletzte. In der Folge des Unfalls stellte Uber vorübergehend alle Test in vier Großstädten in den USA ein und versicherte, eng mit den Behörden zusammenarbeiten zu wollen.

Das Video scheint der ersten Einschätzung der Polizei zu widersprechen, wonach der Unfall praktisch unvermeidbar gewesen sein soll. Trotz dieser Bewertung hatte die Polizei Uber nicht von der Verantwortung befreit. Sie nahm die Ermittlungen auf, eine Anklage wurde aber bisher nicht erhoben.

Nach einer kurzen Warnung über den folgenden, verstörenden Inhalt, zeigt das Video zunächst aus der Perspektive des Armaturenbretts, wie das Fahrzeug nachts eine Straße entlang fährt. Bis auf die durch die Scheinwerfer beleuchtete Straße und ein paar Laternen in der Ferne ist kaum etwas zu erkennen.

Ein paar Sekunden nur dauert es, dann taucht die Frau plötzlich mitten auf der Straße vor dem Auto auf. Sie läuft von links nach rechts und schiebt neben sich ein Fahrrad. Sie merkt noch, dass das Auto recht schnell auf sie zukommt, sie dreht den Kopf weg, dann friert das Bild ein. Als das Scheinwerferlicht des Volvo XC90 auf die Frau fiel, hatte sie bereits die halbe Wagenbreite auf dem Weg zum Bordstein hinter sich gebracht und schien noch zu versuchen, ihren Schritt zu beschleunigen. Das Fahrzeug hielt aber ohne erkennbare Verzögerung oder Ausweichmanöver auf sie zu bis es sie erfasste. Die Frau erlag kurz darauf im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Die nächste Szene zeigt das Innere des Wagens. Auf der Fahrerseite sitzt die Sicherheitsperson, die allerdings dem, was außerhalb des Wagens passiert, kaum Aufmerksamkeit zu schenken scheint. Immer wieder blickt sie nach unten. Kurz bevor das Auto die Frau auf der Straße trifft, hebt die Person im Wagen den Kopf, die Augen weiten sich für den Bruchteil einer Sekunde, dann ist das Video zu Ende.

„Das Video ist aufwühlend und nur schwer anzuschauen, und unser Mitgefühl ist mit den Angehörigen des Opfers“, sagte ein Sprecher von Uber in einer Stellungnahme zu den Aufnahmen. „Unsere Wagen bleiben weiter in den Garagen und wir arbeiten weiter mit den Behörden.“

Während in den Stunden nach dem Vorfall die Polizei von Tempe noch in einer ersten Stellungnahme von einer möglichen Unschuld Ubers und des Fahrers ausgegangen war, lassen die nun veröffentlichten Aufnahmen klar Zweifel daran aufkommen.

Es stellt sich die Frage, warum die Radar- und Sensorsysteme (Lidar), die weiter reichen als der Lichtkegel der Scheinwerfer, offenbar nicht reagierten, und wieso das Fahrzeug nicht langsamer wurde. Die Frau war klar in Bewegung. Der Wagen hätte das sich bewegende Objekt vor sich erkennen müssen, das scheint aber nicht geschehen zu sein.

Auch hätte die Sicherheitsperson im Wagen zumindest versuchen können, das Steuer herumzureißen. So hätte das Fahrzeug die Person vielleicht verfehlt. Allerdings hätte ein solches Manöver auch für die Person hinter dem Steuer gefährlich werden können.

Nach dem Unfall waren vermehrt Stimmen laut geworden, die Technik sei noch nicht reif genug, um sie auf öffentlichen Straßen auszuprobieren. Neben Uber hatte auch Toyota am Montag erst einmal alle autonomen Fahrzeuge zurückgerufen. Uber selbst musste nach einem Prozess mit Googles Waymo wegen Patentverletzung monatelang alle Tests unterbrechen. Der Bundesstaat Arizona hat erst jüngst die gesetzlichen Vorschriften für die Testfahrten verschärft.

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11 Kommentare zu "Autonomes Fahren: Video zeigt Sekunden vor tödlichem Unfall mit Ubers Roboterauto"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Uber? Miese Technik, jeder normale Fahrer hätte noch bremsen können - siehe Video auf Youtube!
    Gut dass Uber die Tests einstellt - bevor noch mehr passiert!

  • Ich ging davon aus, das die in vielen Fahrzeugen verfuegbaren Nachtsichtassistenten auch entsprechend in autonomen Fahrzeugen verbaut werden. Das z.B. mir angezeigte Bild reicht mit ca. 300m weiter als das Fernlicht und die Person im Video waere rechtzeitig erkannt worden und im Gefahrenbereich automatisch durch mehrmaliges Aufblenden der Scheinwerfer gewarnt worden. Parallel werden alle Personen und groesseren Tiere in der Anzeige gelb markiert und ueberwacht und sofern Kollisionsgefahr besteht rot markiert und es erfolgt eine Meldung im head up display sowie akustisch. Zumindest in meinem Fall konnten so bereits einige sehr kritische Situationen vermieden werden. Der Laserscanner (z.B. im aktuellen A8) geht nochmals darueber hinaus.

    Warum verbaut UBER solche verfuegbare Technik nicht ??

  • ...
    "TaTü TaTa TaTü TaTa.
    Freude am Fahren, wenn kein Fahrer da!
    TaTü TaTa TaTü TaTa.
    Vorsprung durch Technik, wenn kein WLAN da."

    Freud und Leid des fahrerlosen Fahrens auf den Punkt gebracht:

    https://youtu.be/njj5Z7KzG60
    http://youtu.be/WzvpF6JR1cE

    Viel Spaß beim Anhören! Und lasst Euch die Realität nicht vermiesen!

  • Die Experten wissen: bis das vollautonome Fahren in Städten (= Level 5) möglich sein wird, werden - wegen der dort anzutreffenden Komplexität - noch mindestens 10-20 Jahre vergehen!
    Da folgen die Marketingabteilungen der Autohersteller dem Medienhype zum Automomen Fahren auf Hochtouren - wohl auch, um von den nicht beherrschten Klima-und Umwelt-Problemen der schmutzigen, veralteten Otto-bzw. Diesel-Motor-Technologien abzulenken (Nicht umsonst lassen, anders als in den USA, die entsprechenden, von der Automobilindustrie "gelenkten" Vorschriften auf EU-Ebene "Abgasschummelei" mit Abschaltvorrichtungen zu! Nicht umsonst genießt Tesla als US-Hersteller eine derartige Aufmerksamkeit!) Da wird dann aber auch schon über die ersten schweren Unfälle beim Autonomen Fahren berichtet. Dumm gelaufen! Man erkennt aber mittlerweile, dass das Autonome Fahren nicht nur eine technische Herausforderung darstellt - insbesondere in Bezug auf die technische Sicherheit -, sondern mehr noch ungelöste ethische, rechtliche und Informationssicherheitstechnische Probleme mit sich bringt. Vom Stand der vergleichbaren PC- und Smartphone-Sicherheit kann jeder Nutzer ein Lied singen. Und Staaten, Behörden, Unternehmen streiten sich heute schon um die Herrschaft über die persönlichen Daten aus den Fahrzeugen! Doch die Politik, (allen voran der unsägliche Mautflüsterer, Abgasturbo, Autobahnstaumeister, Bahn-Bremsklotz, Jahrhundert-Reformer, Sammelklagen-Verhinderer und Verkehrsminister der letzten GroKo Alexander Dobrindt), der mittlerweile organisiertes Staatsversagen bei der Kontrolle der Abgaswerte vorgeworfen wird, gebärdet sich, wie auch sein „C“SU-Nachfolger Scheuer weiterhin autohörig! Und Dobrindt hatte noch einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Unfallrisiken dieser unausgereiften Technologie voll auf den Autofahrer abwälzt. Und jetzt posaunt auch noch die ahnungslose Bär unausgegorene Halb-Wahrheiten hinaus!

    "TaTü TaTa TaTü TaTa.
    Freude am Fahren, wenn kein Fahrer da!
    ...

  • "Auf der Fahrerseite sitzt die Sicherheitsperson, die allerdings dem, was außerhalb des Wagens passiert, kaum Aufmerksamkeit zu schenken scheint."
    Ist dies das Problem: Dass derartige "Sicherheitspersonen" im Vertrauen auf die Technik andere Dinge tun und abgelenkt sind - hier nach dem Video kann man ja nur spekulieren: Nachrichten tippen, Mails checken??? Wenn dann die Technik versagt, ist dieser Mensch völlig überrascht und überrumpelt. Das ist doch als Konzept total unausgereift.

  • Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Wie die Frau da auf der geraden, fast leeren Straße auf das (mit Licht) fahrende Auto hin spaziert, könnte das glatt ein Suizid sein.
    Wenn jetzt ihre Angehörigen möglicherweise auch noch Schadenersatz fordern sollten, wäre das noch eine zusätzliche Unverschämtheit.
    Aber trotz alledem: Selbstfahrende Autos (wieso werden sie eigentlich nicht Roboter genannt?) sind ein Irrweg. Da setze ich mich schon lieber in eine Achterbahn.

  • Dieses Video zeigt, dass der Uber-Wagen die Frau schuldhaft überrollt. Die Strasse war komplett frei, die Frau befindet sich bereits auf der Fahrbahn, das hätte das System merken müssen. Eine "Reaktionssekunde", wie wir Menschen eine haben, hat ein solches Sytem nicht. Ich hoffe, die Angehörigen der Frau führen einen der klassischen US-amerikanischen Schadensersatzprozesse. Dann wird es eng für Uber.

  • Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass amerikanische Firmen gerne mal nicht ausgetestete Produkte ausliefern, der Kunde testet dann.
    Um Schadensersatzforderungen zu vermeiden, werden diese Produkte dann mit gigantischen Warnungshinweisen und Bedienungsanleitungen sowie rechtlichen Ausschlüssen ausgestattet. Man kauft also nicht nur ein Produkt sondern auch gleich ein komplettes juristisches Paket!

    Die Europäer sind mit ihren ausgereiften Produkten deutlich besser aufgestellt. Darum sind europäische Produkte sehr erfolgreich im amerikanischen Markt und auch im chinesischen, russischen....

  • Hmm, also Plunder verbaut?

    d.h. die Sensoren haben die Person übersehen und NICHTS gemerkt. Ist ja krass, was für eine Schrottkarre da auf die Menschheit los gelassen wurde. Evtl.hätte man doch die Sensoren von Volkswagen nehmen sollen, die reagieren wenigstens, sogar in den hier üblichen- und oft schwierigen Wetterverhältnissen.

    Man könnte fast denken, dass man der Polizei massiv Schweigegeld gegeben hat, denn die 1. Reaktion war schon krass beschönigend. Naja, wenn Stümper sich am Auto probieren, muss man sich nicht wundern. Deutschen Autobauern wäre so eine Sache nicht passioert.

  • " Auf der Fahrerseite sitzt die Sicherheitsperson, die allerdings dem, was außerhalb des Wagens passiert, kaum Aufmerksamkeit zu schenken scheint."

    Der Satz beschreibt das grundsätzliche Problem selbstfahrender Autos:

    Selbst wenn eine Sichreheitsperson am Steuer sitzt, wird sie keinen Unfall verhindern können, da sie nicht mit einer Fehlfunktion des Fahrzeugs rechnet da sie durch die permanente Inaktivität eingelullt ist. Kommt es zu einer Situation, in der sie eingreifen muß, vergeht zuviel Zeit damit, zu bereifen, daß das Fahrzeug nicht richtig reagiert - zusätzlich zur Zeit, das Verkehrsgeschehen zu erfassen und richtig zu reagieren.

    Mit einem nicht-selbstfahenden Auto hätte der Fahrer wahrscheinlich noch wenigstens ein bißchen bremsen können und die Frrau wäre verletzt worden, aber noch am Leben.

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