Autoverkäufe in Europa Teslas Model S verkauft sich besser als die Mercedes S-Klasse und der 7er BMW

Paukenschlag in der Oberklasse: Das Tesla Model S hängt in Europa die Konkurrenz von Mercedes und BMW ab.
Update: 20.02.2018 - 10:27 Uhr 21 Kommentare
Tesla Model S bei Autoverkäufen vor Mercedes S-Klasse und 7er BMW Quelle: Reuters
Glänzende Zahlen

Das Tesla Model S ist erstmals auch in Europa das meistverkaufte Modell in der Oberklasse.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfFür die deutschen Premiumautobauer ist der US-Elektropionier Tesla längst ein mehr als unangenehmer Herausforderer. Im Volumenmarkt können die Kalifornier den Deutschen zwar noch nicht die Stirn bieten, doch ausgerechnet in der lukrativen Spitzenklasse der Autowelt raubt Tesla den Deutschen die zahlungskräftige Kundschaft.

Im vergangenen Jahr konnte der Elektroautobauer in Europa mehr Exemplare seines Spitzenmodells verkaufen als Mercedes und BMW. Das berichtet das Fachmagazin „Automotive News Europe“ unter Berufung auf Zahlen des Marktforschungsinstituts Jato.

Demnach wurde das Model S im vergangenen Jahr in Europa 16.132 Mal verkauft – ein sattes Plus von 30 Prozent. Die deutschen Spitzenmodelle taten sich dagegen deutlich schwerer. Mercedes steigerte die Verkäufe der S-Klasse immerhin noch um drei Prozent auf 13.359 Exemplare, der 7er BMW fuhr mit 11.735 verkauften Fahrzeugen sogar ein Minus von 13 Prozent ein.

Und auch im stark wachsenden SUV-Segment greifen die Kalifornier mit dem Model X an: Mit 12.000 verkauften Fahrzeuge wurde der elektrische Stadt-Geländewagen in etwa so häufig verkauft wie der Porsche Cayenne. Den BMW X6 lassen die Kalifornier sogar hinter sich. „Das ist ein Alarmsignal für die traditionellen Autobauer wie Mercedes“, zitiert die Zeitung den Marktforscher Filipe Munoz von Jato. „Kleine, aber smarte Marken können sie in ihrem Heimatmarkt schlagen“.

Tatsächlich ist die Oberklasse für Daimler kaum zu unterschätzen. Mit keinem Modell fahren die Schwaben so viel Marge ein wie mit der S-Klasse. Dass das Spitzenmodell weltweit immer noch die Nummer eins ist, hat Daimler vor allem China zu verdanken. Dort ist Tesla deutlich schwächer als die deutsche Konkurrenz.

Im US-Markt hat Tesla den Deutschen die Spitzenposition allerdings schon seit Jahren abgeluchst. Dort wurde das Model S im vergangenen Jahr ganze 28.800 Mal verkauft – fast doppelt so häufig wie die S-Klasse.

Nicht umsonst suchen die Deutschen nach einer passenden Antwort, um die Krone im Oberklassesegment zu verteidigen. Dabei hilft Analyse – ein namentlich nicht genannter deutscher Hersteller schraubte zuletzt ein Model 3 auseinander – und neue Modelle: Audi will auf dem Autosalon in Genf Anfang März sein erstes vollelektrisches Volumenmodell vorstellen. Porsche hat bereits angekündigt, mit dem Mission E einen neuen Konkurrenten für das Model S an den Start bringen zu wollen.

  • bay
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21 Kommentare zu "Autoverkäufe in Europa: Teslas Model S verkauft sich besser als die Mercedes S-Klasse und der 7er BMW"

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  • Herr Spiekermann, da aber die Batterien nicht die gleiche Lebenserwartung wie das Fahrzeug haben - das heist irgendwann müssen die teuren Batterien ersetzt werden..sieht die CO2 - Bilanz noch schlechter - Elektro ist Schrott... Wasserstoff ist der Stoff der Zukunft..
    Erklären Sie mir einmal - wie Sie in einer Wohnsiedlung mit 2000 Bewohnern und bebensoviele Autos wie hier die Ladeinfrastruktur für alle Fahrzeuge erstellt werden soll . ich würde mir das ganze mal an einem praktischen Beispiel anschauen.. Sie können das sicher aufzeigen...

  • @Herr Chris Koeh

    Zur CO2-Thematik:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/tesla-laut-elektroauto-oekobilanz-sauberer-als-ford-fiesta-a-1177177-2.html

    Wenn die Produktion der Batterie bei Elektroautos (zu Recht) mit in die CO2-Rechnung einbezogen wird, so sollte auch die Produktion und der Transport von Benzin/Dieselkraftstoff mit in die Rechnung einfließen, welcher bspw. bei der medial ebenfalls vielfach betrachteten "schwedischen Studie" außen vor gelassen wurde.

    Alternativ:
    https://www.theicct.org/sites/default/files/publications/EV-life-cycle-GHG_ICCT-Briefing_09022018_vF.pdf

    Zu der Elektrosmog-Thematik:
    Stellen Sie sich die Frage doch noch mal beim nächsten Tanken an der Zapfsäule.
    Die Erhöhung des Krebsrisikos durch Kontakt mit Benzin und Dieselkraftstoff sowie die Auswirkungen durch NOx-Emissionen sind bereits belegt.

  • Ich nehme an, die Handelsblatt-Redakteure haben alle einen GRATIS-Tesla bekommen? Nicht? Seltsam,,,,Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie die deutsche Industrie gebasht hatten, als TATA den NANO herausgebracht hatte. Ob damals wohl all die Herrschaften auf dieses Automobilersatzfahrzeug umgestiegen sind? Wohl kaum. Wer spricht heute noch über NANO? Keiner. Immerhin, ein TESLA sieht wesentlich besser aus als ein NANO. Fast so gut wie mein JAGUAR....

  • Frau Bollmohr - da meinen sie aber nicht Tesla - das wäre ja die reine Satire..

  • "Herr Carlos Santos
    20.02.2018, 11:58 Uhr

    EUROPA GEHT NICHT IN DIE STEINZEIT ZURÜCK, EUROPA IST IN DER STEINZEIT ZURÜCK ANGEKOMMEN !!!"

    bitte, Bitte, BITTE, B I T T E .....carlos

    teil mir deine Teesorte mit....den muss ich auch haben....

    so...geh mir jetzt erst mal mein Fleisch fangen...im Steinzeitwald....

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Es ist immer gut, wenn sich Qualität durchsetzen kann.

  • @Herr Lukas Bay - Danke für die Antwort
    "Auch das Kraftfahrtbundesamt sortiert das Model S daher in der Oberklasse ein."
    Das Kraftfahrtbundesamt sortiert die Modelle wohl nach Preis: Model S ist preislich Oberklasse, vom Inhalt aus meiner persönlichen Sicht Mittelklasse.

    Ich kann verstehen, dass Kunden gerne auch mal Tesla kaufen, ist ja irgendwie neu und schick und man kann sich vom "Rest der Welt" absetzen und seine Individualität oder Ego (gerade in Kalifornien) zeigen:
    DOCH
    Vor einiger Zeit habe ich mir überlegt ein reines Elektroauto zu kaufen und Model S wurde es für mich aus zwei K.O. Kriterien nicht. Dass man Zwangspausen einlegen muss zwecks Laden der Batterie ist unbequem aber hinnehmbar:
    1. K.O.: Der CO2 Produktionsaufwand und Betrieb für Model S ist DEUTLICH HÖHER als z.B. ein Oberklasse Hybrid-Plug-In: Model S Batterie ist sehr groß, bedeutet extrem hohen CO2 Aufwand. Wenn man Batterien in Zukunft ökologisch sinnvoll produzieren kann, werde ich meine Meinung ändern.
    2. K.O.: reine Elektroautos haben eine sehr hohe elektromagnetische Strahlung - da ist mir meine Gesundheit zu wichtig, dass ich da irgendwelche zu wenig erforschten Risiken eingehe. Meine kritische Frage hier: Was passiert mit mir, wenn ich in einem Model S sitze und stark beschleunige? Welche elektromagnetischen Felder wirken? Gibt es da UNABHÄNGIGE Studien? - Würde mich sehr freuen Herr Bay, wenn Sie da was hätten!

  • Man sollte dazu auch recherchieren, wie oft dann dieses "Wunderauto" von seinen wohlhabenden Käufern (oder nur Bestellern?) in der Realität gefahren wird. Die meisten dieser Käufer sammeln vermutlich obskure Fahrzeuge, wie andere nicht mehr verwendete Feuerzeuge und haben "ihr" Elektroauto dann neben ihren Ferraris und Bughattis in der Großraumgarage stehen.

  • Wenn die Presse auch beständig vom "Wunder" Tesla schreibt (als hätte Tesla das Auto und den Elektroantrieb erfunden) und jeden Autofahrer als ewiggestrigen Verlierer hinstellt, der nicht dem Prophet Musk huldigt, sondern rein rational auf die Schattenseiten des Elektroautos hinweist, braucht man sich wundern, dass die Leute sinnentleerte Produkte kaufen. Heutzutage wird ja auch ausgelacht, wer kein Smartphone sein Eigen nennt.

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