Autoverkäufe Mit viel PS gegen die Krise

Den Deutschen haben nur wenig Lust auf den Autokauf. Und wenn, dann fahren sie vor allem hochmotorisiert. Im Schnitt hat ein Neuwagen in Deutschland rund 140 PS, zeigt eine Studie. Ist das noch vernünftig?
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Hochmotorisierte PS-Protze wie der Porsche Macan sind wahre Absatzrenner - und treiben die Rendite der Hersteller. Quelle: dpa

Hochmotorisierte PS-Protze wie der Porsche Macan sind wahre Absatzrenner - und treiben die Rendite der Hersteller.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutsche Autoindustrie kann sich mit ein wenig Rückenwind aus dem Jahr 2014 verabschieden. Im Dezember legten die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um rund sieben Prozent auf 229.700 Fahrzeuge zu, wie der Verband der Automobilindustrie am Montag in Berlin mitteilte. Damit steht auch in der Jahresbilanz unterm Strich ein Plus von drei Prozent. Insgesamt wurden 3,04 Millionen Neuwagen zugelassen, davon kommen 2,2 Millionen von den deutschen Herstellern.

Doch wirklicher Optimismus will in der Branche trotz dieser Zahlen nicht aufkommen. „Das Ergebnis des Autojahres 2014 ist etwas besser als erwartet, aber ein Grund zum Jubeln ist es nicht“, sagte Branchenpräsident Matthias Wissmann. Seit der Wiedervereinigung kauften die Bundesbürger nur 2013 und 2010 weniger Neuwagen als im vergangenen Jahr. Und auch wenn der Absatz im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist, spitzt sich ein Problem der Autobauer zu: Die Privatkunden kaufen immer seltener.

Der Anteil der Privatkäufer auf dem deutschen Automarkt sank von 37,9 Prozent im Vorjahr auf 36,3 Prozent. Im November wurde sogar nur noch jeder dritte Neuwagen auf Privatkunden zugelassen - ein historischer Tiefstwert. Der Rest ging in die Firmenflotten - oder gleich auf das Konto von Autoherstellern und Händlern. Mit Tageszulassungen, also versteckt rabattierten Neuwagen, schönen sie den eigenen Absatz. „Früher waren es vor allem die Importeure, die ihre Autos auf diese Art und Weise zum Schnäppchen gemacht haben, heute sind es alle“, sagt Autoprofessor Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen.

Auch dem Gebrauchtwagenmarkt dürfte das günstige Umfeld voraussichtlich wenig genützt haben. Bis Ende November lag die Zahl der Besitzumschreibungen gut mit 6,5 Millionen knapp unter dem Vorjahreszeitraum. Das Kraftfahrtbundesamt will am Mittwoch die neuesten Zahlen vorlegen.

Nur ein Segment erfreut sich ungebrochener Beliebtheit: die SUVs. Die stadttauglichen Geländewagen in allen Größenvarianten gehören auch im Autojahr 2014 zu den großen Gewinnern und kommen in Deutschland mittlerweile auf einen Marktanteil von 18 Prozent. Und mit ihrem Marktanteil steigt auch die durchschnittliche Motorleistung aller Neuwagen.

Waren es vor zwanzig Jahren noch im Schnitt 95 PS, die ein Neuwagen auf die Straße brachte, ist dieser Wert in diesem Jahr auf 140 PS gestiegen, zeigt eine aktuelle Studie des CAR-Instituts. Die Geländewagen sind in der Regel schwerer, haben einen höheren Luftwiderstand - und brauchen darum auch mehr Leistung für die gleiche Beschleunigung.

Für die Autohersteller, die bis zum Ende des Jahrzehnts den strengen CO2-Vorgaben der EU gerecht werden müssen, ist das eine Herausforderung: Durch effizientere Motoren und alternative Antriebe versuchen sie, auch den Verbrauch der Dickschiffe in den Griff zu bekommen. Trotz der wachsenden Leistung ist der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagen auf ein historisches Tief von 133 Gramm pro 100 Kilometer gefallen. Damit ist man aber immer noch ein gutes Stück von der EU-Norm entfernt. Darüber hinaus fallen die Herstellerangaben, denen dieser Wert zugrunde liegt, meist um 20 bis 40 Prozent günstiger aus als die realen Verbrauchswerte.

Die versteckten Rabatte beim Autokauf
Golf ist Lieblingsauto der Deutschen
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Die Jagd nach Rabatten hat am deutschen Automarkt auch im November kaum nachgelassen. Auch wenn der VW-Konzern seine Händler-Förderprogramme zurückgefahren hat, bleibt der Druck im Markt hoch. Ein alarmierendes Signal liefert die Rabattstudie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen. Im November wurden nur noch 32,7 Prozent aller Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Ein neuer Negativrekord. Während die Rabattprogramme langsam auslaufen, arbeiten die Hersteller mit Tageszulassungen, um den Absatz anzukurbeln. Besonders bei VW scheint die Rabattware aus den Vormonaten als Kurzzulassung verkauft zu werden – zulasten der Marge. Jeder dritte zugelassene VW in Deutschland war im November eine Eigenzulassung.

Mercedes A-Klasse
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Auch vor Premiumherstellern macht der Rabattdruck nicht Halt. Die neue A-Klasse wird von Mercedes mit einem Preisvorteil von bis zu 12,3 Prozent unterstützt. Möglich wird das durch ein Leasing-Angebot für das Sondermodell „2Style“ mit einer monatlichen Leasingrate von 299 Euro. Andere Hersteller gehen allerdings noch weiter, zeigt die Studie...

Russia Moscow Automobile Salon
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Platz 10 - Opel Astra Limousine

Der Bestseller der Rüsselsheimer steht vor dem Modellwechsel, darum ist der Vorgänger weiterhin günstig zu haben. Mit einer Null-Prozent-Finanzierung ohne Anzahlung, bei einer Laufzeit von 36 Monaten und 10.000 Kilometern im Jahr kommt man auf einen Preisvorteil von 4.445 Euro – eine Ersparnis von immerhin 25,4 Prozent im Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung von 17.490 Euro.

Quelle: Rabattstudie des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg Essen

82nd Geneva International Motor Show
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Platz 9 - Seat Ibiza

Der kleine Spanier soll Ende 2015 neu aufgelegt werden – und ist mittlerweile sogar für unter 10.000 Euro zu haben. Mit einer Sonderfinanzierung mit Nullverzinsung und ohne Anzahlung kommt man bei einer Laufzeit von über 60 Monaten bei 10.000 Kilometern im Jahr auf eine Monatsrate von 89 Euro (plus eine Schlussrate von 4.400 Euro). Ein Preisvorteil von 2.815 Euro gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung (10.990 Euro).

huGO-BildID: 14010284 A model poses next to a Mazda MX-5 roadster coupe at the Shanghai International Auto Show on its opening day, Monday, April 20,
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Platz 8 - Mazda MX-5

Selbst die deutschen Hersteller sind ein wenig neidisch auf den langjährigen Erfolg des wendigen Roadsters. Bevor die Neuauflage kommt, ist der japanische Flitzer ein richtiges Schnäppchen. Mit einer Vario-Finanzierung (0 Prozent) über eine Laufzeit von 48 Monaten kommt man auf eine Monatsrate von 129 Euro. Hinzu kommen Anzahlung (4.295 Euro) und Schlussrate (9.633 Euro). Macht unterm Strich einen Preisvorteil von satten 5.936 Euro gegenüber der Preisempfehlung des Herstellers (22.990 Euro). Immerhin eine Ersparnis von 25,8 Prozent.

huGO-BildID: 32826915 Renault Clio cars are on display during the second press day of the 65th Frankfurt Auto Show in Frankfurt, Germany, Wednesday,
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Platz 7 - Renault Clio

Obwohl der kleine Franzose eigentlich relativ frisch aufgelegt wurde, braucht er auf dem deutschen Markt wohl ein wenig Anschub. Wer den Clio über vier Jahre finanziert, kommt auf eine Monatsrate von 119 Euro – ohne Zinsen, ohne Anzahlung. Hinzu kommt allerdings eine Schlussrate von 5.553 Euro. Macht insgesamt einen Preisvorteil von 3.136 Prozent. Bei einem Auto, das laut Hersteller rund 11.790 Euro kosten soll, ist das eine Ersparnis von 26,5 Prozent.

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Platz 6 - Citroën C4 Aircross

Der C4 Aircross ist eigentlich in einem Segment unterwegs, das derzeit boomt: in dem der kompakten SUV. Wer hier zugreift, kommt darum günstig weg. Die Monatsrate beträgt bei vier Jahren Laufzeit 199 Euro bei 15.000 Kilometern im Jahr. Hinzu kommt eine Sonderzahlung von 2.299 Euro. Der satte Preisvorteil beträgt 8.078 Euro oder 27,9 Prozent im Vergleich zur UVP von 29.240 Euro.

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  • Den Deutschen haben nur wenig Lust auf den Autokauf.


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    Gesamt Europa kann sich keine Kredite leisten.

    Würden alle europäische Banken sich an die tatsächlich

    angegebene Kreditvergabe Gesetze halten

    dann gebe es keine Kredite in Europa.

    Billig Löhne etwa aus dem deutschen Mindestlohn geben

    Keinerlei Spielraum für Kredite fürn Neuwagen zu kaufen.

    SIEHE INSOLVENZ-GEFAHREN !

    Auch den Eigenheim würden sich viele gerne kaufen...

    während die Obdachlose in Europa Ihre Immobilien verlieren.

    Stamm-Werker der Deutsche Autohersteller kaufen auch keinen

    Neuwagen...die leasen ( Mieten es ) es nur noch billig ...

    weil diese am eigenen personal verleaste Fahrzeuge dann als

    gebrauchte dem markt zur Verfügung stehen...

    und dann so besser eventuell verkauft werden können.

    Ein Neuwagen dass auf Leasing heraus gegeben wurde...

    steigt die Statistik der verkaufte Autos der eigene Marke...

    und manipuliert positiv die Zulassungszahlen.

    Und 6 MILLIONEN HARTZ 4 BEZIEHER werden den Deutschen Konsum

    niemals steigern...

    außer bei Busfahrkarten zum Jobcenter Hin-und zurück.








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