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Autozulieferer Auch ZF und Bosch rüsten sich für die Corona-Folgen

Anders als Continental halten sich die beiden Zulieferer mit konkreten Zahlen zurück. Aber die Corona-Belastung kommt auch für sie zur Unzeit.
05.03.2020 - 17:36 Uhr Kommentieren
Noch sind die Reserven bei einer Liquidität von 18 Milliarden Euro im Vergleich zu Conti gewaltig. Quelle: dpa
ZF Friedrichshafen

Noch sind die Reserven bei einer Liquidität von 18 Milliarden Euro im Vergleich zu Conti gewaltig.

(Foto: dpa)

Stuttgart Die beiden direkten Continental-Konkurrenten, Branchenführer Bosch und die Nummer drei ZF Friedrichshafen, halten sich mit konkreten Zahlen über die Auswirkungen des Coronavirus noch zurück. Beide Stiftungsunternehmen sind ganz froh, dass sie nicht so einen Berichtsdruck durch den Kapitalmarkt haben wie die börsennotierte Continental AG.

„Die Auswirkungen auf unser Geschäft hängen stark von den weiteren Entwicklungen ab“, sagt eine Bosch-Sprecherin. Die Lieferketten seien noch weitgehend stabil. Aber klar ist, es wird auch Bosch und ZF treffen. „Es wird Spuren in der Bilanz geben, allein durch Ausfälle in China“, sagt ein ZF-Sprecher. Aber das Ausmaß sei noch nicht abzuschätzen.

Die Zusatzbelastung durch Corona kommt zur Unzeit: Bereits 2019 war für ZF wie auch alle Zulieferer ein Stresstest aus schwacher Autokonjunktur und hohen Kosten für die Transformation zur Elektromobilität. Die weltweite Autoproduktion brach um sechs Prozent ein.

Kurz vor Jahresende hatte ZF-Chef Wolf-Henning Scheider die im Sommer nach unten korrigierte Prognose von 36 bis 37 Milliarden Euro Umsatz und einer Ebit-Marge zwischen vier und fünf Prozent noch bekräftigt. Aber der ZF-Chef ließ durchblicken, dass die Ertragsziele schwer zu erreichen seien.

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    Bosch musste im Januar bereits einräumen, dass in der Autosparte „Mobility Solutions“ 2019 die Umsätze bei 47 Milliarden Euro stagnierten. „In Anbetracht der Lage um uns herum können wir damit zufrieden sein“, sagte Denner damals. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sank 2019 von 5,3 auf drei Milliarden Euro. Damit ging die Rendite von knapp sieben auf vier Prozent vom Umsatz zurück.

    Auf Dauer ist dieser Wert auch für den Stiftungskonzern zu niedrig. Aber noch sind die Reserven bei einer Liquidität von 18 Milliarden Euro im Vergleich zu Conti gewaltig. Wie Bosch entscheidet auch ZF in der Transformation zur Elektromobilität Werk für Werk über Personalanpassungen. Jetzt kommt die Coronaproblematik erschwerend hinzu.

    Einschränkungen bei den Lieferanten

    ZF sieht einen Hoffnungsschimmer: In China produziert ZF vornehmlich „local for local“, fast alles, was dort hergestellt wird, bleibt auch in China. Wenn die Chinesen die während der Coronakrise nicht getätigten Autokäufe im Jahresverlauf nachholen, dann könnte der Rückstand zumindest teilweise aufgeholt werden. Denn in China scheint Corona abzuebben, wenn keine zweite Welle kommt.

    ZF hat beispielsweise 40 Werke in China mit 14.000 Beschäftigten. Alle Werke –  selbst das in Wuhan mit 600 Beschäftigten – arbeiten wieder, wenn auch nicht alle mit der gleichen Kapazität. „Bis dato konnten wir die Lieferketten stabil halten“, betont ein Sprecher.

    Handelsblatt Morning Briefing - Corona Spezial

    Bei einigen der über 1000 chinesischen Lieferanten spüren die Friedrichshafener Einschränkungen. Um Engpässe zu verhindern, weicht ZF wenn möglich auf andere Lieferanten aus. In Ausnahmen werden Zulieferteile per Luftfracht geliefert.

    Solche unkonventionellen und teuren Entscheidungen trifft bei ZF eine Taskforce, die seit Ausbruch des Virus täglich in engem Kontakt mit Geschäftspartnern die Lage neu bewertet und Alternativen erarbeitet. Wie unkonventionell ZF dabei vorgeht, zeigt ein Beispiel: Die chinesische Regierung schreibt vor, dass Arbeiter Atemschutzmasken tragen. Nur wer Masken hat, darf produzieren. Aber die Masken sind rasch zur Mangelware geworden.

    Durch Zufall erfuhren ZF-Leute, dass im Süden Chinas eine kleine Fabrik zum Verkauf stand. China-Chef Holger Klein entschied sofort: „Wir kaufen die Anlage.“ Auf einem Lkw kutschierten die ZFler die Maschinen ins Werk Zhangjiagang bei Schanghai und bauten sie auf. Dort produziert sie seit Kurzem 100.000 Masken am Tag.

    Was der Autozulieferer selbst nicht braucht, gibt er Bedürftigen oder stellt sie der Regierung zur Verfügung. Auch solche Geschichten schreibt Corona.

    Mehr: An Contis Misere hat das Coronavirus allenfalls einen geringen Anteil

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