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Autozulieferer Betriebsergebnis von Continental stürzt tief in den roten Bereich

Die Zahlen für das zweite Quartal zeigen die Verwüstungskraft der Coronavirus-Pandemie für die Autoindustrie. Die Löcher in der Conti-Bilanz sind groß.
05.08.2020 Update: 05.08.2020 - 13:08 Uhr Kommentieren
Im zweiten Quartal werden die Folgen des Coronavirus sichtbar. Quelle: dpa
Continental

Im zweiten Quartal werden die Folgen des Coronavirus sichtbar.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Autoindustrie erlebt im abgelaufenen Quartal den größten Markteinbruch seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das reißt auch in die Bilanz von Continental tiefe Löcher. Der Umsatz sackte um rund 40 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro ab, wie der Dax-Konzern am Mittwoch bekanntgab. Das bereinigte operative Ergebnis fiel um über 170 Prozent auf minus 634 Millionen Euro, was einer Marge von minus 9,6 Prozent entspricht. Immerhin lag der Zulieferer damit noch über den Erwartungen der Analysten.

Der Konzern hatte bereits am 20. Juli per Pflichtmitteilung die groben Daten zum zweiten Quartal veröffentlicht. In diesem Zeitraum fiel auch die Corona-bedingte Schließung aller Werke weltweit. Mehrere Wochen konnte nicht produziert werden, für über 30.000 Mitarbeiter in Deutschland beantragte der Zulieferer Kurzarbeit.

Seit Anfang Juni laufen alle Continental-Werke wieder, einige allerdings noch nicht auf Volllast. Weltweit würden noch rund 25 Prozent aller Mitarbeiter mit reduzierter Stundenzahl arbeiten. Die Autoproduktion dürfte im zweiten Quartal um rund 45 Prozent auf 12,3 Millionen Einheiten zurückgegangen sein. Im Vorjahr waren es noch über 22 Millionen.

Ein Blick auf die einzelnen Bereiche von Conti zeigt, welche Auswirkungen das auf die Bilanz hat. Sie zeigen die ganze Zerstörungskraft der Corona-Pandemie. In der Sparte Automotive Technologies, dem Kerngeschäft mit Fahrzeugkomponenten und Softwareprodukten, sackte das operative Ergebnis um über 255 Prozent auf minus 462,3 Millionen Euro ab. Die Ebit-Marge lag im zweiten Quartal bei minus 18 Prozent.

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    Noch schlimmer sieht es in der seit dem 1. Januar eigenständigen Antriebssparte Powertrain Technologies aus, die in Zukunft als Vitesco Technologies ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen werden soll. Hier rauschte das operative Ergebnis um über 350 Prozent auf minus 184 Millionen Euro ab, obwohl die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen laut den Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts im Juli stark zugenommen hat.

    Der Grund: „Nach wie vor hängen mehr als 90 Prozent des Umsatzes bei Vitesco vom Verbrennungsmotor ab“, sagte Continental-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer dem Handelsblatt. „Daher schlagen sich die positiven Effekte bei der Elektromobilität noch nicht so stark in den Zahlen nieder.“

    Grafik

    Dass das Gesamtergebnis von Conti nicht noch schlimmer ausgefallen ist, verdankt der Konzern seinem Reifen- und Industriegeschäft. Hier ging das Ergebnis lediglich um 93 Prozent zurück. Am Ende des zweiten Quartals blieb immerhin noch ein kleiner Gewinn von 35,2 Millionen Euro übrig, was einer Ebit-Marge von 1,2 Prozent entspricht.

    „Wir haben in den vergangenen Jahren unser Geschäft mit Industrie- und Endkunden weiter konsequent gestärkt“, erklärte Konzernchef Elmar Degenhart in einer Mitteilung. „Das macht uns ein Stück weit unabhängiger vom Auf und Ab der Autoindustrie.“

    Dennoch musste Conti im zweiten Quartal einen Abfluss des Free Cashflows in Höhe von 1,8 Milliarden Euro hinnehmen. „Der negative Free Cashflow ist eine direkte Folge der stark rückläufigen Geschäftsentwicklung durch die Coronavirus-Pandemie“, sagte Schäfer.

    Sinkende Investitionen

    Das Management um Konzernchef Degenhart hatte bereits auf der virtuellen Hauptversammlung angekündigt, die Sparanstrengungen neben dem bereits laufenden Sparprogramm nochmals zu verschärfen. Damit will der Konzern nochmals mehrere Hundert Millionen Euro bis 2022 einsparen. Im zweiten Quartal konnte das Unternehmen bereits seine Fixkosten um über 400 Millionen Euro senken. Für das Gesamtjahr will Conti fünf Prozent seiner Fixkosten einsparen.

    Auch bei den Investitionen setzt das Management an. Diese sind im zweiten Quartal von 785 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 448 Millionen gesenkt worden. Auf Jahressicht sollen sie um gut ein Viertel reduziert werden. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gingen von 917 auf 809 Millionen Euro zurück.

    Positive Signale kommen aus China. Während die Pkw-Produktionszahlen in Europa und Nordamerika im zweiten Quartal um bis zu 69 Prozent zurückgingen, erholten sich die Märkte in China. Hier stiegen die Produktionszahlen dank staatlicher Förderprogramme sogar im Vergleich zum Vorjahresquartal um neun Prozent auf fast sechs Millionen Fahrzeuge.

    Trotz dieses Hoffnungsschimmers sieht das Management auch ein schwieriges drittes Quartal auf die Autoindustrie zukommen, in der die Produktionszahlen um bis zu 20 Prozent zurückgehen könnten.

    Nach wie vor will Conti aber keine Prognose für das Gesamtjahr abgeben. „Derzeit geben wir keine detaillierte Prognose für das Gesamtjahr“, sagte Conti-Finanzchef Schäfer. „Rein rechnerisch kann man davon ausgehen, dass wir 2020 beim Umsatz unter 40 Milliarden Euro liegen werden. Insgesamt rechnen wir aber trotz des Umsatzrückgangs mit einem positiven Ergebnis für das Gesamtjahr.“

    Auch die Abstufung durch die Ratingagentur Moody’s im Juni ist für Schäfer nicht dramatisch. Man sei aktuell weiterhin ein Investment Grade. „Und wir rechnen damit, dass wir das auch weiterhin bleiben.“

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