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Autozulieferer Bosch-Chef Volkmar Denner gibt seinen Posten Ende 2021 ab

Der weltgrößte Autozulieferer steht vor einem Generationswechsel in der Chefetage. Die Nachfolge von Denner ist noch offen, mehrere Namen sind im Rennen.
21.06.2021 - 18:10 Uhr Kommentieren
Der Manager führt den weltgrößten Autozulieferer seit 2012. Quelle: Robert Bosch GmbH
Bosch-Chef Volkmar Denner

Der Manager führt den weltgrößten Autozulieferer seit 2012.

(Foto: Robert Bosch GmbH)

Stuttgart Am kommenden Donnerstag trifft sich der Aufsichtsrat von Bosch zu einer wegweisenden Sitzung. Beim Stiftungsunternehmen sind solche Gremientreffen besonders geheim, wenn dabei weitreichende Personalentscheidungen auf der Tagesordnung sind. Nach Informationen des Handelsblatts wird es diesmal um die Zukunft des Bosch-Chefs Volkmar Denner gehen. Der Vertrag des 64-Jährigen läuft in genau einem Jahr ab.

Denner wird nach Informationen aus Branchenkreisen schon zum Jahreswechsel den CEO-Posten abgeben. Er käme dann auf eine ähnlich lange Amtszeit wie sein Vorgänger Franz Fehrenbach (71). Das „Manager Magazin“ hatte zuerst über den anstehenden Wechsel berichtet. Bosch selbst wollte sich zu Personalspekulationen nach genereller Praxis nicht äußern.

Denner hatte Anfang Juni noch gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissarin Margrete Vestager die neue, eine Milliarde Euro teure Chipfabrik in Dresden eingeweiht. Zuletzt sah es eher so aus, als würde der promovierte Physiker noch länger an der Konzernspitze bleiben. Erst vor wenigen Wochen hatte er zusätzlich das Entwicklungsressort übernommen.

Denner startete nach seiner Promotion über Quantenphysik 1986 bei Bosch als Fachreferent in der Halbleitertechnik. Der Manager führte Bosch seit 2012 durch die digitale Transformation und auf den Weg in die Elektromobilität. In seiner Amtszeit beendete er den Ausflug in die Solarenergie, manövrierte den Konzern durch den Dieselskandal.

In der 135-jährigen Unternehmensgeschichte ist er erst der sechste Chef nach Robert Bosch. In der Freizeit fährt der verheiratete Vater dreier Kinder gern Motorrad und Fahrrad. Mit ihm könnte auch sein gleichaltriger Stellvertreter, Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer, gehen.

Bosch hat eine besondere Konstruktion

Bosch ist zwar mit 71,5 Milliarden Umsatz und 400.000 Beschäftigten ein riesiger Konzern, der neben Autoteilen auch Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte, Gebäude- und Industrietechnik herstellt. Aber als Stiftungsunternehmen hat Bosch eine ganz besondere Konstruktion.

Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 94 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung; die übrigen Anteile halten eine Gesellschaft der Familie Bosch sowie die Robert Bosch GmbH. Die Stimmrechte wiederum liegen mehrheitlich – zu 93 Prozent – bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus.

Die übrigen Stimmrechte liegen bei der Familie Bosch. Alle wesentlichen Entscheidungen fallen in der Industrietreuhand. Deren Chef ist Denners Vorgänger Franz Fehrenbach. Auch Denner selbst sitzt in diesem Gremium.

Neuer Bosch-Chef muss KI-Expertise mitbringen

In einem gemeinsamen Interview mit dem Handelsblatt ließen sich die beiden prägenden Figuren des Konzerns Anfang Juni noch nicht in die Karten schauen. Fehrenbach äußerte sich aber zu den Kompetenzen, die Denners Nachfolger mitbringen müsse. „Für die Führung eines breit aufgestellten Technologiekonzerns wie Bosch müssen Sie heute ein tiefes Verständnis von digitaler Vernetzung, dem Internet der Dinge und Künstlicher Intelligenz mitbringen.“

Technologische Expertise allein genüge aber nicht, erklärte Fehrenbach: „Sie müssen auch die großen Fragen unserer Zeit wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz fest im Blick haben. Als Bosch-Chef müssen Sie Technologietrends erkennen und zugleich Megatrends lesen können, um Chancen für das Unternehmen daraus zu machen.“ Der neue Chef müsse ein tiefes Verständnis für Künstliche Intelligenz mitbringen.

Denner ergänzte in dem Gespräch: „Ja, das ist wesentlich, doch vieles kann man lernen. Ich habe mir KI von meinen Mitarbeitern beibringen lassen, bis zu den mathematischen Grundlagen. Programmiersprachen kann man ebenfalls lernen. Die Ausbildung muss nicht alles abdecken. Wir sind ein lernendes Unternehmen. Man ist auch als Chef nie fertig.“

Wer dieses Anforderungsprofil erfüllen kann, ist noch offen. Aussichtsreiche Chancen werden nicht nur dem Chef der Mobilitätssparte, Stefan Hartung (55), eingeräumt. Mögliche Kandidaten sind auch Markus Heyn (56) und Harald Kröger (54).

Mehr: Bosch erhält Großauftrag für Brennstoffzellenkomponente von Daimler und Volvo

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