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Autozulieferer Boschs Standort in Bamberg ist vorerst gesichert

Betriebsrat und Führung haben sich auf Maßnahmen geeinigt, um die Produktionsstätte zu erhalten. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2026 ausgeschlossen.
Update: 07.11.2019 - 15:28 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen will betriebsbedingte Kündigungen verhindern. Quelle: dpa
Mitarbeiter vor dem Bosch-Werk in Bamberg

Das Unternehmen will betriebsbedingte Kündigungen verhindern.

(Foto: dpa)

Stuttgart, Bamberg Eine Arbeitszeitverkürzung und ein Umstieg auf andere Technologien sollen die Zukunft des Bosch-Werks in Bamberg sichern. Arbeitnehmer und Unternehmen haben am größten Produktionsstandort des Autozulieferers in Deutschland eine entsprechende Vereinbarung ausgehandelt, wie Betriebsratschef Mario Gutmann am Donnerstag mitteilte.

Damit gewinne man die nötige Zeit, um das Werk neu auszurichten, das mit seinen mehr als 7000 Beschäftigten komplett am Verbrennungsmotor hänge. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, sagte Gutmann.

Vor wenigen Wochen hatte Gutmann noch befürchtet: „Das wird noch schmutzig“. Aber jetzt zeigt die Unternehmensführung, dass sie in Bamberg nicht so rigoros vorgeht wie im Diesel-Stammwerk Feuerbach, wo 800 Stellen wegfallen sollen. Auch in Schwieberdingen stehen noch einmal 800 Jobs zur Disposition. Zudem sind 1000 Stellenstreichungen bei den Lenksystemen in Schwäbisch Gmünd angekündigt worden.

Bislang haben Konzernchef Volkmar Denner und der Chef der Mobility-Sparte, Stefan Hartung, die Strategie verfolgt, nicht einen großen Abbauplan zu verkünden, sondern die Kürzungen an den einzelnen Standorten zeitversetzt bekanntzugeben.

In Bamberg schließt die Vereinbarung betriebsbedingte Kündigungen bis ins Jahr 2026 aus, zudem steckt Bosch nach eigenen Angaben Geld in den Aufbau neuer Bereiche, etwa in die Brennstoffzellentechnologie. Dafür wird die Arbeitszeit verkürzt. Mitarbeiter mit einer 35-Stunden-Woche arbeiten ab Anfang April nur noch 32 Stunden und bekommen entsprechend sechs Jahre lang weniger Geld.

Die Gewerkschaft IG Metall begrüßt die auf das Bosch-Werk in Bamberg zugeschnittene Vereinbarung. „Die Beschäftigten bringen ein großes Opfer. Diese Vereinbarung zeigt, dass Unternehmen, Betriebsräte und Gewerkschaften im industriellen Wandel gemeinsam Beschäftigung sichern und Standorte weiterentwickeln können“, sagte der bayerische Bezirksleiter Johann Horn.

Der Wandel der Autobranche hin zur Elektromobilität schlägt bei vielen Zulieferern auf die Auftragslage durch. Viele Unternehmen haben deshalb bereits Stellenstreichungen angekündigt. Konkurrenten wie Continental und Mahle haben bereits Werkschließungen im Zuge der Autoflaute angekündigt.

Bosch Bamberg soll nun zu einem Standort für die Produktion von stationären und mobilen Brennstoffzellen ausgebaut werden. Eine Vorserienfertigung gibt es dort bereits.

In Verbrenner wird aber weiter investiert. „Wir können uns nun auf die Industrialisierung der mobilen und stationären Brennstoffzelle konzentrieren und zugleich die Verbrennungstechnologie weiterentwickeln – denn auch die Mobilität der Zukunft kommt ohne den modernen Verbrenner nicht aus“, betonte Gutmann.

Mit Agenturmaterial.

Mehr: Erstmals geben Gründerenkel Christof Bosch, Konzernchef Volkmar Denner und Chefaufseher Franz Fehrenbach in einem gemeinsamen Interview Einblicke in das Wertegerüst von Bosch – und sagen, ob dieses sich in der Dieselaffäre, bei den Handelskonflikten und dem Einsatz von KI bewährt.

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